Kommentar: Kennzeichenerfassung
Kennzeichen-Scan: Potenzielles Datenleck oder Komfortgewinn?

In Skandinavien ist es viel normaler als bei uns, dass das Kennzeichen gescannt wird. Zum Beispiel an der Hotelgarage. AUTO BILD-Redakteur Lars Hänsch-Petersen hat sich schnell daran gewöhnt, wie komfortabel das sein kann.
Bild: AUTO BILD Montage / DPA
Vor wenigen Wochen hätte ich auf das Thema Kennzeichen-Scan vermutlich noch hart abweisend reagiert und sofort auf die Herausgabe persönlicher Daten und die damit verbundenen Risiken verwiesen. Deutsch eben. Internet? Neuland.
Schluss mit altbackener Unbequemlichkeit
Warum? Weil Schluss ist mit dem unbequemen Aus-dem-Fenster-Lehnen, um eine Karte an einen regennassen Kartenleser zu drücken. Oder noch schlimmer: Mitten im ohrenbetäubend lauten Stadtverkehr in ein Mikrofon schreien, damit der Portier einem die Tür öffnet. Dass man die Zugangskarte für z. B. die Tiefgarage immer im rechten Moment parat haben muss, fällt obendrein weg. Super.
Ganz davon zu schweigen, dass man nicht mehr an Mautstellen anhalten muss. Auf dem Landweg nach Schweden kostet sowohl die Benutzung der Storebeltbrücke in Dänemark als auch die der Öresundbrücke von Dänemark nach Schweden Geld. Doch wer sich vorher im Netz registriert, kann die Maut digital entrichten und einfach an den Mautstellen durchfahren – fast ohne Wartezeit. Zur Identifikation dient das Kennzeichen.
Lieber automatisch zahlen als Termine einhalten müssen
Wer mit dem Auto z. B. nach Göteborg fährt, hat die Wahl: Vor der Fahrt beim betreibenden Unternehmen EPass24 online Kennzeichen und Kreditkartennummer angeben. Dann wird die City-Maut automatisch abgebucht. Oder man bekommt vier Wochen nach der Reise Post aus Schweden und muss dann zeitnah ins Ausland überweisen.
Um ehrlich zu sein, bin ich immer noch skeptisch, wenn ich einem privaten Unternehmen meine Daten zur Verfügung stellen soll. Ganz egal, ob es sich um einen bekannten Internet-Versandhändler handelt oder um ein Hotel. Aber mir ist klar geworden, dass der praktische Nutzen in Fällen wie denen aus Schweden überwiegt und die eingangs erwähnte Ablehnung für mich nicht mehr zeitgemäß ist.
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