Lexus ES: erste Fahrt in der neuen Elektro-Oberklasse
Warum es der neue Lexus ES schwer haben wird
Lexus wagt den nächsten Schritt Richtung Elektromobilität. Doch ausgerechnet in der Oberklasse könnte der neue ES trotz schickem Design und viel Komfort zum Außenseiter ohne echte Chance werden.
Bild: Lexus
Aus dem klassischen Stufenheck wird ein modernes Fastback, das mit seiner flachen Linie fast ein wenig an einen Audi A7 erinnert. Die neue Form kaschiert geschickt den hohen Fahrzeugboden, der für die Batterie nötig ist. Ganz perfekt gelingt das allerdings nicht. Einen Frunk gibt es nicht, und auch der Kofferraum fällt trotz ordentlicher 517 Liter etwas unpraktisch aus.
Lexus ES: viel Platz, aber überraschend kleine Batterie
Dafür wächst der neue ES deutlich. Die Limousine legt in der Länge um 17 Zentimeter auf jetzt 5,14 Meter zu, auch der Radstand wächst spürbar. Vor allem im Fond entsteht dadurch richtig viel Platz. In der Topversion verbaut Lexus sogar einen elektrischen Liegesitz mit Ottomanen.

Der neue Lexus ES setzt auf Fastback statt Stufenheck – flache Linie trifft Luxuslimousine.
Bild: T. Geiger
Doch ausgerechnet beim wichtigsten Thema des Elektro-Zeitalters patzt Lexus. Denn der Akku fällt mit 71 beziehungsweise 72 kWh vergleichsweise klein aus. Auch die Ladeleistung enttäuscht. Mehr als 150 kW sind nicht möglich, weil Lexus weiterhin auf 400-Volt-Technik setzt. In dieser Preisklasse wirkt das inzwischen fast altmodisch.
Auch bei den Motoren bleibt Lexus eher zurückhaltend. Im ES 350e arbeitet nur ein Elektromotor an der Vorderachse mit 224 PS. Die Höchstgeschwindigkeit endet bereits bei 160 km/h. Erst der spätere ES 500e bringt es mit zwei Motoren auf 343 PS und sprintet in 5,7 Sekunden auf Tempo 100.

Edle Materialien und Details wie Bambus-Elemente prägen den Innenraum.
Bild: T. Geiger
Sportlich fühlt sich der große Lexus trotzdem nicht an. Dafür gleitet die Limousine angenehm leise und entspannt durch den Verkehr. Genau darin liegen auch die Stärken des Japaners.
Lexus punktet bei Bedienung und Komfort
Besonders im Innenraum zeigt Lexus, dass die Marke vieles anders denkt als deutsche Premiumhersteller. Statt überall auf Touchflächen zu setzen, verbauen die Japaner weiterhin echte Schalter mit haptischem Feedback. Gerade im Alltag wirkt das oft angenehmer als die glatten Sensorflächen vieler Konkurrenten. Dazu kommen hochwertige Materialien und interessante Details wie die von Bambus inspirierten Türverkleidungen.

Ein Exot im Firmenparkplatz-Alltag – genau das macht ihn für manche interessant.
Bild: T. Geiger
Und natürlich bleibt Lexus seiner Hybrid-Tradition treu. Neben den Elektroversionen wird der ES weiterhin auch als Hybrid mit 2,5-Liter-Benziner angeboten.
Gegen Mercedes und BMW wird es schwer
Das eigentliche Problem bleibt aber die Positionierung. Zwar startet der neue ES bei rund 59.600 Euro und ist damit preislich durchaus konkurrenzfähig. Doch bei Technik, Ladeleistung und Komfortfeatures wirken viele deutsche Rivalen inzwischen moderner.
Deshalb dürfte auch die neue Generation des ES in Deutschland ein Exot bleiben. Schon der Vorgänger verkauft sich nur in sehr kleinen Stückzahlen.
Für einige Kunden könnte genau das allerdings der größte Reiz sein. Denn wer einen Lexus fährt, hebt sich auf dem Firmenparkplatz deutlich stärker von der Masse ab als mit dem nächsten deutschen Premium-Modell.
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