Um einen Mittelklassewagen mit Hybridantrieb fahren zu wollen, brauchte es bislang einen Hang zu, sagen wir, experimentellem Design. Der Toyota Prius mag noch so großartigen technischen Fortschritt unterm Blechkleid tragen – sein Anblick ist auch in der dritten Generation gewöhnungsbedürftig. Das Dilemma hat für Hybridfans zumindest in Japan ein Ende: Dort rollt jetzt der Lexus HS 250h zum Händler – eine klassische Stufenhecklimousine mit modernen, kraftvollen Linien. Karosserie, Front, Stoßfänger, Seitenlinie und Heck und sogar die Räder des HS 250h wurden speziell auf Aerodynamik getrimmt. Großflächige Cover, die unter der Karosse angebracht wurden, tun ihr Übriges dazu. So kam ein cw-Wert (Luftwiderstandsbeiwert) von niedrigen 0,27 zustande.

Der Innenraum ist Lexus-typisch luxuriös

Lexus HS 250h
Edles Leder und Wurzelholz dominieren das Cockpit des Lexus HS 250h.
Bild: Werk
Mit knapp 4,70 Meter Länge ist der Lexus deutlich größer als der Prius (4,46 Meter). Innen ist der HS 250h typisch Lexus – luxuriös, komfortabel, mit viel Leder und Holz. Dazu gibt's eine Navigationseinheit, ein zentrales Bedienelement und die beliebte Schalter-Orgie am Lenkrad. Ausstattung ohne Ende also, inklusive Features, die einem im Traum nicht einfallen – der "Plasmacluster"-Luftreiniger zum Beispiel. Er soll Fahrer und Beifahrer eine stressfreie Atmosphäre ermöglichen. Die Ehe wird's Lexus danken.

Das Hybridsystem leistet 190 PS

Lexus HS 250h
Der HS 250h verzichtet auf Design-Experimente und kommt als klassische Stufenhecklimousine.
Bild: Werk
Der kompakte Japaner wird von einem Hybridsystem angetrieben, das es auf kombinierte 190 PS bringt. Auf der einen Seite arbeitet ein 2,4 Liter großer Vierzylinder-Benziner, auf der anderen Seite kommt ein Elektromotor zum Einsatz, der seine Energie aus einem Nickel-Metallhydrid-Akku zieht. Der Kraftstoffverbrauch des HS 250h soll noch mal 30 Prozent unter dem bisher effizientesten Antrieb im Lexus-Regal liegen. Laut Toyota schafft der kompakte Lexus-Hybrid knapp 20 Kilometer Distanz pro Liter Sprit, was umgekehrt etwa fünf Liter auf 100 Kilometer entspricht. Zum Vergleich: Der Toyota Prius begnügt sich mit 3,9 Litern Sprit – sein Benziner ist mit 1,8 Litern Hubraum auch deutlich kleiner und schwächer.
Ein besonderer Clou des HS 250h ist ein System, das die Hitze der Abgasanlage speichert und bei Bedarf an den Motor zurückleitet. Damit muss das Aggregat vor dem Start weniger lange aufwärmen und benötigt deutlich weniger Energie. Die Preise für den bislang kleinsten Hybrid-Lexus beginnen in Japan bei 3,95 Millionen Yen, das sind umgerechnet etwa 30.000 Euro. Auch in den USA wird der Lexus HS 250h angeboten – Marktstart ist im September 2009. Nach Europa kommt er vorerst nicht.