Gibt es überhaupt noch ein Fahrzeug, das ohne elektrifizierten Antrieb auskommt? Diese Frage müssen sich aktuell sicher alle Autobauer quer über den Planeten stellen. So auch Mazda. Laut einem Interview mit dem Magazin "Auto Motor und Sport" bestätigte CEO Masahiro Moro, dass die nächste Generation des beliebten Roadsters MX-5 erstmals elektrisch werden soll.

Leicht wie ein Verbrenner?

Dass der nächste MX-5 elektrifiziert wird, ist die eine Nachricht. Die andere ist aber ebenso spannend: Mazda will offenbar nicht akzeptieren, dass ein Elektro-Roadster automatisch schwer werden muss. Moro machte demnach klar, dass die Entwickler ein Fahrzeuggewicht von knapp unter 1000 bis maximal 1200 Kilogramm anpeilen. Damit würde ein möglicher Elektro-MX-5 in einer Gewichtsklasse bleiben, die heute selbst viele Verbrenner kaum noch erreichen.
Mazda Iconic SP Konzeptfahrzeug
Bereits auf der Japan Mobility Show 2023 enthüllte Mazda das Konzept "Iconic SP", das dem MX-5 am nächsten steht.
Bild: Mazda Motor Deutschland
Genau hier dürfte für die Ingenieure die eigentliche Mammutaufgabe beginnen. Denn Batterien zählen nach wie vor zu den schwersten Komponenten eines Elektroautos. Gleichzeitig lebt der MX-5 seit jeher von seinem geringen Gewicht, der ausgewogenen Balance und dem direkten Fahrgefühl. Eigenschaften, die Mazda nach den Worten von Moro unbedingt bewahren möchte. Deshalb soll die Grundkonstruktion deutlich leichter werden, allerdings ohne auf teure Materialien wie Carbonfaser-Verbundkunststoffe zurückzugreifen.

Herausforderung wie einst beim V6-Prototyp

Wie schwierig solche Eingriffe in das Fahrzeugkonzept sein können, zeigte bereits ein geheimes Mazda-Projekt aus den 2000er-Jahren. Damals experimentierten Ingenieure mit einem MX-5-Prototyp samt V6-Motor. Die Idee scheiterte letztlich unter anderem an Platzproblemen und dem zusätzlichen Gewicht an der Vorderachse, das die charakteristische Balance des Roadsters beeinträchtigt hätte.
Beim geplanten Elektro-MX-5 könnte Mazda nun vor einer ähnlichen Herausforderung stehen. Zwar verteilt sich das Gewicht eines Batteriepakets anders als bei einem großen Verbrennungsmotor, doch auch hier müssen Packaging, Gewicht und Fahrdynamik in Einklang gebracht werden.

Mehrere Antriebsvarianten geplant

Ganz verabschieden will sich Mazda vom Verbrenner jedoch nicht. Denn die Marke arbeitet parallel am sogenannten Skyactiv-Z-Benziner, dessen Premiere dem 2027er Mazda CX-5 vorbehalten ist. Zudem wird auch eine Hybridlösung als mögliche Option gehandelt. Damit zeichnet sich ab, dass der kommende MX-5 je nach Markt und Regulatorik mit unterschiedlichen Antriebskonzepten angeboten werden könnte.
Mazda Iconic SP Konzeptfahrzeug
Dank der flexiblen Skalierbarkeit könnte sich das von Mazda entwickelte Zweischeiben-Kreiskolbenmotor-EV-System auch für einen künftigen MX-5 eignen.
Bild: Mazda Motor Deutschland
Bis zum Marktstart dürfte allerdings noch etwas Zeit vergehen. Aktuell wird frühestens mit einer neuen Generation ab 2028 gerechnet. Doch fest steht schon jetzt: Für Mazda wird der neue MX-5 vermutlich eines der wichtigsten Entwicklungsprojekte der kommenden Jahre. Denn kaum ein anderes Modell verkörpert die Marke so stark wie der kleine Roadster.