McLaren P1: Karosserieteile verkauft
McLaren-P1-Teile so teuer wie zwei neue BMW M3

Teure Ersatzteile: In den USA wurden Karosserieteile eines McLaren P1 für umgerechnet 185.000 Euro versteigert. Aber was macht man damit?
Bild: bringatrailer.com
Schnäppchen oder Wahnsinn? In den USA hat jemand Karosserieteile eines McLaren P1 für über 200.000 Dollar gekauft. Für den Preis von zwei nagelneuen BMW M3 gab es hier wohlgemerkt lediglich die Carbonteile!
Angeboten wurde die Vollcarbon-Karosserie des 916 PS starken McLaren P1 auf der amerikanischen Auktionsseite bringatrailer.com vom Händler "Silver Arrow Cars" aus Newport Beach. Und falls Sie sich angesichts der Fotos fragen, wie jemand an eine völlig intakte Karosserie des nur 375 Mal gebauten McLaren P1 kommt: Die Auflösung ist weitaus weniger spektakulär als gedacht.
Der erste McLaren P1 in Kundenhand
Ursprünglich gehörten diese Karosserieteile zum McLaren P1 mit der Chassisnummer 002 – das erste P1-Kundenfahrzeug, das im Mai 2014 an den US-Sammler Michael Fux ausgeliefert wurde. Fux, ein Matratzen-Mogul, war der Paradiesvogel in der Autoszene und für seine gleichermaßen einzigartigen wie auffälligen Konfigurationen bekannt.

Verkauft wurde eine nahezu vollständige Karosserie, die aus Türen, Kotflügeln, hinteren Seitenteilen und der gesamten Frontpartie besteht.
Bild: bringatrailer.com
Auch der neu rund 1,2 Millionen Euro teure P1 war da keine Ausnahme. Fux entschied sich für eine auffällige Lackierung in Grün und investierte über 100.000 Dollar in MSO-Optionen. Doch es ging noch mehr, wie Fux herausfand. Etwa ein Jahr nach Auslieferung bot McLaren einigen ausgewählten Kunden an, ihren P1 in Sichtcarbon neu zu konfigurieren.
Neu konfiguriert in Sichtcarbon
Ein Angebot, das Fux annahm – er entschied sich für eine Karosserie in grünem Sichtcarbon. Der Umbauprozess nahm rund drei Monate in Anspruch. Wie teuer das Carbon-Upgrade war, ist nicht bekannt. Alle Teile, die bei McLaren in Woking im Zuge der Transformation demontiert wurden, wurden sorgfältig verpackt und dem Besitzer zugeschickt. Das erklärt, warum Fux praktisch eine "zweite" P1-Karosserie besaß.

So sah der P1 aus, nachdem er im McLaren Headquarter in Woking eine neue Karosserie in grünem Sichtcarbon erhielt. Der McLaren wurde 2025 versteigert.
Bild: bringatrailer.com
Und während Fux für seine extrovertierten Konfigurationen bekannt war, so war er ebenso dafür bekannt, seine Autos nur sehr wenig zu fahren. Vor diesem Hintergrund schien es wenig überraschend, dass sein P1 im Jahr 2017 mit unter 1000 Kilometern für umgerechnet rund 1,6 Millionen Euro versteigert wurde.
Für über 1,6 Millionen Euro versteigert
Der neue Besitzer stammte aus Kanada und fuhr den P1 deutlich mehr, ehe auch er sich dazu entschied, das Hypercar in eine Auktion zu geben. Im Rahmen der Monterey Car Week 2024 fand sich kein Käufer für den P1, ehe das Auto im September 2025 ebenfalls über bringatrailer.com für 1,62 Millionen Euro (1,88 Millionen Dollar) verkauft wurde.
Verglichen mit den damaligen Hauptkonkurrenten Ferrari LaFerrari und Porsche 918 Spyder, die zuletzt beide eine enorme Wertsteigerung erfahren haben, konnte der P1 preislich noch nicht wirklich zulegen. Und das, obwohl er der seltenste aus dem Hypercar-Trio ist.
Was macht der Käufer mit den Teilen?
Die "moderaten" Preise sind auch ein Grund, weshalb der Händler Silver Arrow Cars die "Ersatz-Karosserie" separat angeboten hat – mit Erfolg, denn ein Preis von 213.000 Dollar (umgerechnet rund 185.000 Euro) für ein paar Karosserieteile – zugegebenermaßen aus Carbon – ist aller Ehren wert.
Bleibt nur noch die Frage nach dem Warum? Was hat der Käufer mit den Teilen vor? Besitzt er womöglich einen P1 mit Unfallschaden, den er mit der kompletten Karosserie reparieren will? Oder ist es womöglich nur eine reine Vorsichtsmaßnahme, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein? Und auch wenn es im ersten Moment absurd erscheint, so dürfte der Käufer einen guten Deal gemacht haben, denn hätte er die Teile einzeln bei McLaren gekauft, wäre ihn das sicherlich noch teurer zu stehen gekommen. Vorausgesetzt, es sind überhaupt alle Teile lieferbar.
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