Mercedes A 160 Formel 1 Limited Edition (1999): Mika Häkkinen, Sondermodell, Preis, W 168
Diese limitierte Mercedes A-Klasse ist seltener als ein C 63 Black Series

Vom Mercedes A 160 "F1 Edition" wurden nur 250 Exemplare gebaut. Jetzt wird die Nummer 046/250 mit nur 215 Kilometern auf dem Tacho verkauft. Der Preis ist heftig!
Bild: Mechatronik GmbH
Diese A-Klasse ist seltener als die meisten Black Series-Modelle! Anlässlich des Gewinns der Konstrukteursweltmeisterschaft in der Formel 1 im Jahr 1998 präsentierte Mercedes eine ganz besondere A-Klasse: den A 160 "F1 Edition". Wahlweise als Mika Häkkinen- oder David Coulthard-Version zu haben, wurden insgesamt nur 250 Exemplare gebaut. Heute ist die mit aufwendiger Airbrush-Lackierung veredelte A-Klasse ein echtes Sammlerstück. Aktuell wird die Nummer 046/250 vom Mercedes-Spezialisten Mechatronik im Neuwagenzustand mit nur 215 Kilometern auf dem Tacho verkauft!
Die erste Generation der Mercedes A-Klasse ist in der Regel nicht unbedingt ein beliebter Gebrauchtwagen und erst recht kein gesuchter Youngtimer. Traurige Berühmtheit erlangte der intern W 168 genannte Kompaktwagen durch das spektakuläre Versagen beim sogenannten Elchtest, als ein frühes Modell bei dem Ausweichmanöver mit Tempo 65 auf die Seite kippte. Doch Mercedes besserte mit einem modifiziertem Fahrwerk und ESP nach, stoppte dafür sogar die Produktion. Ungeachtet dieses Skandals wurde die A-Klasse dennoch ein Erfolg. Bis zum Ende des Produktionszeitraums im Sommer 2004 konnte Mercedes weltweit über 1,1 Millionen W 168 verkaufen. Darunter waren auch echte Exoten wie der zweimotorige A 38 mit Allradantrieb und 250 PS, von dem nur vier Exemplare gebaut wurden.
Nicht ganz so rar, aber ebenfalls sehr selten ist der 1998 präsentiert A 160 "F1 Edition". Besonders interessant ist die Geschichte hinter dem Sondermodell. Ursprünglich war die auffällige A-Klasse nur für Mika Häkkinen und David Coulthard gedacht. Die damaligen McLaren-Mercedes-Formel-1-Fahrer bekamen je einen A 160 im Design ihrer Formel 1-Boliden inklusive Namen und Startnummer gestellt, um damit an Grand Prix-Wochenende durch das Fahrerlager zu kurven. Überraschenderweise kamen diese A-Klassen so gut bei den Fans an, dass sich Mercedes entschied, einen Kleinserie aufzulegen. Der Gewinn der Formel 1-Konstrukteursweltmeisterschaft in Kombination mit Mika Häkkinens Weltmeistertitels im Jahr 1998 bot die perfekte Gelegenheit dazu.

Sieht sportlicher aus als es ist: Das Sondermodell hat nur 102 PS.
Bild: Mechatronik GmbH
Nur 250 Stück wurden gebaut
Enthüllt wurde die "F1 Edition" auf der Essen Motor Show 1998. Gebaut wurden genau 250 Stück – je 125 Exemplare mit dem Namen des zweifachen Formel 1-Weltmeisters (1998 und 1999) Mika Häkkinen und genauso viele mit dem Namen des späteren Vize-Weltmeisters David Coulthard. Das macht die bunte A-Klasse seltener als fast alle Black Series-Modelle, mit Ausnahme des SLK 55 AMG Black Series. Als Basis für das Sondermodell diente stets der A 160 Elegance und auch wenn Mercedes bei Optik und Ausstattung keine Mühen scheute, blieb die Technik nahezu unverändert. Das bedeutet, dass die auffällige A-Klasse den bekannten 1,6-Liter-Vierzylinder mit überschaubaren 102 PS unter der Haube hat. Das sind genau 678 PS weniger als Mika Häkkinens und David Coulthards Arbeitsgerät, der McLaren MP4/13 aus der Saison 1998, leistete. Die Fahrleistungen des A 160 sind nicht der Rede wert, dafür ist das halbautomatische Getriebe eine Erwähnung wert. Eigentlich funktioniert dies wie eine gewöhnliche H-Schaltung, mit dem Unterschied, dass es kein Kupplungspedal gibt. Das Kuppeln übernimmt das Getriebe, sobald der Fahrer den Schaltknauf berührt.
Besonders aufwendige Airbrush-Lackierung
Während die Technik nicht sonderlich spektakulär ausfällt, hat sich Mercedes beim Design allergrößte Mühe gegeben. Die Grundfarbe "Brillantsilber Metallic" wurde aufwendig mit einer Airbrush-Lackierung im Stil der Formel 1-Rennwagen veredelt. Angeblich soll allein diese Lackierung 12.000 DM gekostet haben. Darüber hinaus spendierte man der A-Klasse 17-Zoll-AMG-Felgen, ein Lamellenschiebedach in Wagenfarbe, eine Sport-Pedalerie, spezielle Einstiegsleisten mit "Edition Häkkinen"- oder "Edition Coulthard"-Schriftzügen, ein Sportfahrwerk, Sitzheizung und mehr. Ein echtes Highlight, neben der teuren Lackierung, ist die designo-Lederausstattung in rot. Sitze, Armaturenbrett, Lenkradkranz, Teile der Türtaflen und die Schaltkulisse sind beim Sondermodell in rotem Leder ausgeführt und definitiv nichts für schwache Nerven.

Der auffällige Innenraum des A 160 "F1 Edition" ist nichts für schwache Nerven.
Bild: Mechatronik GmbH
Deshalb wurde die A-Klasse kaum gefahren
Mit einem ehemaligen Neupreis von 59.500 Mark war die "F1 Edition" 1999 mehr als doppelt so teuer wie ein normaler A 160, den es schon für etwa 25.000 Mark gab. Nummer 046/250 der limitierten Sonderserie wird aktuell bei Mechatronik in Pleidelsheim zum Verkauf angeboten. Neben einer lückenlosen Historie präsentiert sich die A-Klasse im Neuwagenzustand mit nur 215 Kilometern auf dem Tacho. 1999 nach Rom ausgeliefert, diente die Häkkinen-A-Klasse fast drei Jahre als publikumswirksames Ausstellungsfahrzeug der örtlichen Mercedes-Niederlassung, bevor der A 160 im Dezember 2001 an die italienische Firma "SRL Canella Auto Biella" verkauft wurde. Diese nutzte das Fahrzeug ebenfalls ausschließlich zu Showzwecken und veräußerte das Sondermodell im Mai 2010 an einen italienischen Sammler. Auch der dritte Besitzer fuhr die A-Klasse so gut wie gar nicht, ehe er den Wagen 2016 an einen weiteren Sammler verkaufte, von dem Mechatronik die "F1 Edition" letztendlich erwarb.
Mit nur 215 Kilometern nach 22 Jahren ist der A 160 praktisch nicht von einem Neuwagen zu unterscheiden und das hat seinen Preis. 44.900 Euro ruft Mechatronik für das Sondermodell auf – sehr viel Geld für eine Mercedes A-Klasse mit 102 PS. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt gibt es zwar massig A-Klassen der ersten Generation, aber aktuell nur eine weitere "F1 Edition". Die hat 149.000 Kilometer auf dem Tacho und soll gut 10.000 Euro kosten. Und günstiger als alle Black Series-Modelle ist der A 160 "F1 Edition" allemal!
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