Preis und Marktstart des neuen C 63

Die neue Mercedes C-Klasse steht vor der Tür. 2021 dürfte die neue Generation W 206 präsentiert werden, und auch die AMG-Derivate werden wohl nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Um es gleich vorwegzunehmen: Nein, der V8-Biturbo mit der Kennung M 177 wird es nach jetzigem Kenntnisstand nicht ins nächste Modell schaffen. Bedeutet: kein V8 mehr im C 63. Und es kommt noch härter: Die W 206er C-Klasse wird wohl ausschließlich auf Vierzylindermotoren mit 48-Volt-Bordnetz ausgelegt sein, was natürlich auch Auswirkungen auf die AMG-Modelle hat. E-Turbolader und Elektrifizierung dürfte stattdessen die Devise lauten, um dem neuen 63er die nötige Power einzuhauchen. Auch in Sachen Antrieb und Modellvarianten wird sich einiges tun. Die Weltpremiere der zivilen C-Klasse steht für 2021 an. Die AMG-Derivate dürften nicht vor Ende 2021 präsentiert werden und wohl Anfang 2022 auf den Markt kommen. Preislich beginnt der 510 PS starke AMG C 63 S als Limousine aktuell bei 87.049 Euro. Der Nachfolger dürfte bei knapp 90.000 Euro starten, das schwächere Modell ohne S etwa 9000 Euro darunter.

Vierzylinder aus dem A 45 auch für den C 63?

Dass AMG in Zukunft fast flächendeckend auf Elektrifizierung setzt, hatte Ex-Chef Tobias Moers bereits vor einiger Zeit verraten. Der C 63 macht dabei bloß den nächsten Schritt. Unklar ist nur noch, welcher Motor den Verbrenner-Part spielen wird. Da Sechs- und Achtzylinder bei der nächsten C-Klasse wohl ausgedient haben, wäre der M 139-Turbovierzylinder aus dem A 45 S eine logische Wahl. Dort leistet er 421 PS, würde im C 63 aber längs statt quer eingebaut. Per größerem Turbolader wäre der Motor im C 63 für etwa 450 PS gut, ein E-Motor könnte die Systemleistung im S-Modell auf etwa 520 PS pushen. Damit überträfe das nächste Modell den aktuellen C 63 S um zehn PS, und auch das Drehmoment von 700 Nm dürfte überboten werden. Der 63er ohne S könnte knapp unter 500 PS leisten. Dank 48-V-Bordnetz könnte ein E-Turbo das schlechtere Ansprechverhalten eines gewachsenen Abgas-Turboladers egalisieren. Laut Moers dient die E-Unterstützung einer besseren Performance statt der einfachen Fortbewegung. Tatsache ist aber, dass zum Erreichen dieser Leistungswerte ein E-Motor mit deutlich über 100 kW (136 PS) inklusive entsprechender Batterie eingesetzt werden müsste, die etwa 50 Kilometer elektrische Reichweite ermöglichen würde. Es wäre also durchaus realistisch, dass der nächste C 63 als Plug-in-Hybrid kommt. Ob der E-Motor nun die Hinter- oder Vorderachse antreiben würde, ist ebenfalls Spekulation. Vorteil eines C 63 mit vier Zylindern und E-Motor: Auf der Vorderachse lastet weniger Gewicht, falls der E-Motor die Hinterachse antreibt. Davon profitiert die Fahrpräzision. Im Gegenzug fehlt natürlich der charakteristische Achtzylinder-Sound, und bei leeren Akkus die Zusatzpower der E-Maschine.

Allrad für alle C-AMG-Modelle

Weiter hat Moers bereits verraten, dass alle AMG-C-Klassen einen Allradantrieb bekommen. Das hat bis jetzt nur der C 43 4Matic. Zur Beruhigung sei gesagt, dass es einen Driftmodus geben wird, der ausschließlich die Hinterachse antreibt. Querfahren wird also weiterhin möglich sein. Die Neungang-Automatik des auslaufenden Modells dient wahrscheinlich auch im Nachfolger als Standardgetriebe.

C 45 statt C 43?

Wie bisher wird wohl auch die nächste Generation des C 63 als Limousine, Coupé und Kombi (T-Modell) angeboten werden. Eine Änderung könnte es dagegen bei der Nomenklatur geben. Aufgrund der E-Unterstützung wäre es denkbar, dass die 63er-Modelle als C 63e und C 63e S kommen. Der aktuelle C 43 könnte in C 45 umbenannt werden, weil auch er wahrscheinlich den A 45-Vierzylinder übernimmt – dann aber ohne E-Unterstützung – und die Bezeichnung entsprechend angepasst werden müsste. Einen C 53 analog zum E 53 wird es wohl nicht geben, die Lücke zwischen C 45 und C 63 wäre zu klein.

Optisch bleibt sich der C 63 treu

Die AUTO BILD-Erlkönigjäger haben kürzlich einen getarnten W 206 erwischt, bei dem es sich wohl um den nächsten C 63-Viertürer handelt. Auf dieser Basis haben wir eine Illustration vom neuen Mittelklasse-AMG gezeichnet: Wenig überraschend bekommt auch er das neue Markengesicht verpasst, das AMG GT Viertürer, CLS, die neue S-Klasse und das E-Klasse Facelift bereits tragen. Schmale Scheinwerfer blicken angriffslustiger, über die Frontschürze mit gefräßigen Lufteinlässen spannt sich eine schwarze Zierspange. Sie könnte wie beim Facelift der E-Klasse optional in Carbon zu haben sein. Powerdomes auf der Motorhaube, Panamericana-Grill und Räder mit Zentralverschluss-Optik sind auch beim nächsten C 63 Ehrensache. Ob grüne Bremssättel wie bei unserer Skizze auf den Hybridantrieb hinweisen werden, ist dagegen Spekulation. Im Innenraum bekommt wahrscheinlich auch die nächste C-Klasse den großen Zentralbildschirm der neuen S-Klasse, über den fast sämtliche Fahrzeugfunktionen gesteuert werden. Auch ein gebogenes Digitalcockpit dürfte es geben, allerdings eine Nummer kleiner als im großen Bruder. Wahrscheinlich werden wir in der AMG-C-Klasse auch das neue Lenkrad mit den zwei Doppelstegen aus der E- und S-Klasse wiedersehen.

Gebrauchte C 63 W 205 ab ca. 36.000 Euro

Wer zukünftig also noch einen V8 in seiner C-Klasse möchte, der muss sich wohl auf dem Gebrauchtwagenmarkt umsehen. Gepflegte gebrauchte AMG C 63 der auslaufenden Generation W 205 beginnen als Limousine bei etwa 36.000 Euro, für ein S-Modell werden etwa 10.000 Euro mehr fällig. Die Mercedes C-Klasse W 205 im Gebrauchtwagen-Check!