Das kann die neue S-Klasse

Das kann die neue S-Klasse

Mercedes S-Klasse (W 223) S 500, Hybrid: Test, Fahrbericht

Die neue S-Klasse lässt BMW 7er und Audi A8 nach der ersten Fahrt hinter sich

Der erste Test hat es gezeigt: Die neue Mercedes S-Klasse ist das modernste Auto auf dem Markt. Sämtliche Innovationen im Check.
Mit einem satten Klicken schließt die Fahrertür der neuen Mercedes S-Klasse. Außer dem leichten Knirschen des hochwertigen Ledersitzes ist im Cockpit nichts zu hören. Keine Außengeräusche. Das ändert sich auch nicht nach Starten des Reihensechszylinders. Der elektrische Startergenerator gibt dem Motor des S 500 selbst im untersten Drehzahlbereich so viel Kraft, dass die über zwei Tonnen schwere S-Klasse ohne Ruckeln und Vibrationen beim kleinsten Gasstoß problemlos anfährt. Der 435 PS starke Motor brummt dezent im Hintergrund, dringt nur beim Kickdown oder im Sportmodus mit dem typischen Klang der sechs Zylinder in den Fahrerraum. Willkommen in der Welt der neuen S-Klasse! Das konnten schon die Vorgänger gut, aber die elfte Generation erreicht in Sachen Luxus einen neuen Level. Der Konkurrenz ist sie eine gute Nasenlänge voraus

Das Fahrwerk schluckt sämtliche Unebenheiten, ohne zu schmatzen

In der neuen S-Klasse ist der Komfort auf dem nächsten Level.

©Daimler AG

Draußen rauscht fast lautlos die Welt vorbei, nur ein paar Windgeräusche sind bei der mühelos erreichten Top-Geschwindigkeit von 250 km/h zu hören. Wenig für ein so großes Fahrzeug mit mindestens 5,18 Meter Länge und 2,11 Meter Breite. Die neue Aerodynamik an der Front und auch die einfahrbaren Türgriffe senken den cw-Wert auf beachtliche 0,22. Deutlich mehr Schäume in der Rohkarosse lassen in der neuen S-Klasse jedes geflüsterte Wort klar verstehen. Eine ausgezeichnete Dämmung. Nick-, Wank- und Hubbewegungen sind in der Limousine kaum zu spüren. Um Risse und Löcher in der Straße kümmert sich lautlos das adaptive Fahrwerk. Eine Minimierung von Reibung lässt die Komponenten noch schneller ansprechen. Mercedes verzichtet dafür zum Teil auf Gummilager und setzt auf Gelenke (hier erfahren Sie mehr zur neuen mitlenkenden Hinterachse). Die ermöglichen auch einen Lenkwinkel von bis zu zehn Grad der Hinterräder. So beweglich sind die Hinterachsen der Konkurrenz nicht.

Mit Hinterachslenkung wendiger als die A-Klasse

Die Aerodynamik senkt den cw-Wert der S-Klasse auf 0,22.

©Daimler AG

Durch gleichsinniges Lenken, wenn Hinterachse und Vorderachse in die gleiche Richtung steuern, wird bei über 60 km/h für mehr Stabilität und Laufruhe gesorgt. Unter 60 km/h sorgt gegensinniges Lenken für mehr Wendigkeit. Kleine Lenkbewegungen lassen die große S-Klasse zügig zielgerichtet abbiegen. Selbst in engen Parkhäusern ist kein leichtes Ausscheren nötig, um die hinteren Felgen vor Bordsteinkratzern zu bewahren. Der Kopf sagt bei jedem Abbiegemanöver "Nein". Die optional hinterachsgelenkte (1508 Euro) S-Klasse sagt aber "Ja". Hat man sich daran gewöhnt, ist die S-Klasse präzise zu steuern, fühlt sich beim Rangieren wie ein Kompaktwagen an. Nicht nur gefühlt, sondern auch auf dem Datenblatt unterbietet sie so den Wendekreis einer A-Klasse. Wer der S-Klasse selber das Parken überlassen will, nutzt den überarbeiteten Parkpiloten, der jetzt bei niedrigem Tempo auch ohne Aktivierung verfügbar ist. 2021 kann die S-Klasse auch mit dem autonomen Level 4 alleine einparken.

Das neue MBUX ist ergonomisch top

Das neue MBUX ist ausgezeichnet zu bedienen, auch während der Fahrt.

©Daimler AG

Das ebenfalls überarbeitete Bediensystem MBUX besteht die ersten Tests während der Fahrt. Das hatten wir bereits beim ersten Test erwartet. Der 12,8 Zoll große OLED-Hauptbildschirm ist ergonomisch so gut angeordnet, das Menü so aufgeräumt und intuitiv, da sitzt jeder Handgriff sofort. Keiner der eingesparten 27 Schalter und Knöpfe wird vermisst. Das meiste kann ohnehin über die schnell agierende Sprachsteuerung erledigt werden. Menüs, Musik, Navi, Lenkradheizung und sogar das Heckrollo lassen sich per Sprachbefehl anwählen. Dabei antizipiert das System und weiß sogar beim Befehl "Parfum aus", dass der Raumbedufter gemeint ist.

Alexa für das Auto

Bild Produkt Preis*
Amazon Echo Auto 34,11 Euro
Amazon Echo Dot 19,49 Euro
Kitsound Freeplay 58,84 Euro
Garmin Drive Smart 65 249,00 Euro
Nextbase 422 GW 184,95 Euro
JVC KD-X472DBT 115,06 Euro
*Preise: Stand 20.11.2020

Augmented Reality (AR) Head-up-Display: Dieses Extra ist ein Muss

Die Antennen der S-Klasse verstecken sich hinten unter dem Dach.

©Daimler AG

Eine leichte Reizüberflutung für die Augen können anfänglich beim gleichzeitigen Gebrauch vom Augmented Reality (AR) Head-up-Display (3468,40 Euro) und 3D-Kombiinstrument (1148,40 Euro) auftreten. Zahlreiche, zum Teil redundante Infos tauchen in unterschiedlichen räumlichen Ebenen des Sichtfelds auf, als betrachte man die Welt durch den Helm von Iron Man. Daran gewöhnt man sich nicht nur, man liebt es! Mit dem blauen Pfeil des Head-ups, der wie ein Cursor auf der Straße den Weg weist, sollte sich keiner mehr verfahren. Und wem diese "Spielereien" stören, wählt eine andere Ansicht, deaktiviert den 3D-Modus oder schaltet auf "Minimal". Allen anderen ist die Option fürs AR-Head-up wärmstens zu empfehlen.

Digital-Light macht die Nacht zum Tag

Bei der Bestellung der neuen S-Klasse sollte außerdem ein Häkchen beim optionalen Digital-Licht (2192,40 Euro) gesetzt werden. Damit leuchten 2,6 Millionen Pixel die Dunkelheit aus und minimieren bei Nachtfahrten erheblich den Stress. Straßenschilder werden extra ausgeleuchtet, per Projektion wichtige Hinweise auf die Straße gebeamt – und alles, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu irritieren. Selbst bei Lichthinweisen zu Passanten am Straßenrand spart das intelligente Licht die Gesichter aus, um niemanden zu blenden.

Das kann die neue S-Klasse

Das sollten Sie beim Kauf der S-Klasse beachten

Mitte 2021 gibt es die S-Klasse als Plug-in-Hybrid mit 100 Kilometern elektrischer Reichweite.

©Daimler AG

Schwer macht es die neue S-Klasse bei der Wahl der Motorisierung und Ausstattung. Jetzt für mindestens 93.438 Euro als Diesel oder Benziner mit sechs Zylindern kaufen oder noch etwas bis zum V8, Plug-in-Hybriden (Mitte 2021) mit 100 Kilometern elektrischer Reichweite oder sogar bis zum vollelektrischen EQS (Ende 2021) warten? Außerdem soll Ende 2021 der Fahrassistent im autonomen Level 3 optional verfügbar sein, womit ausschließlich auf Autobahnen und in einer Spur bis 60 km/h die Kontrolle für längere Zeit ans Auto übergeben werden darf. Wer jetzt schon das in Summe modernste Fahrzeug haben will, ist mit allen Motorisierungen souverän unterwegs. Das Geld ist besser in Optionen wie AR-Head-up, Digital-Light und Hinterachslenkung angelegt.

Autor:

Fotos: Daimler AG

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.