Ein fast 600 PS starkes SUV, das sich auf kurvigen Bergstraßen sportlich bewegen lässt und trotzdem mit weniger als sechs Litern Benzin auf 100 Kilometern auskommt? Der Mercedes-AMG GLE 53 Hybrid zeigt, dass das kein Widerspruch sein muss. Zumindest, wenn der Akku ausreichend geladen ist.
AUTO BILD hat den überarbeiteten Plug-in-Hybrid auf Landstraßen und kurvigen Passstraßen in Colorado getestet.

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Mercedes-Benz GLE

128.781 EUR

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Unter der Haube arbeitet der weiterentwickelte Dreiliter-Reihensechser M256 EVO, unterstützt von einem Elektromotor. Zusammen liefern beide 585 PS und 750 Nm Drehmoment.

Mercedes-AMG GLE 53 Hybrid mit 585 PS

Und die haben mit dem großen SUV leichtes Spiel. Der Antrieb schiebt jederzeit kräftig an, der Übergang zwischen Verbrenner und Elektromotor gelingt praktisch unmerklich. Der Sechszylinder hängt gut am Gas, dreht willig hoch und bietet reichlich Reserven.
Fast 600 PS, Plug-in-Hybrid und trotzdem sparsam: Der Mercedes-AMG GLE 53 Hybrid überrascht im Test mit nur 5,8 Litern Verbrauch.
Bild: Mercedes
Auch das Getriebe passt zum Charakter: Im Comfort-Modus schaltet es butterweich, in Sport deutlich aggressiver. Dazu gibt es den passenden Sound. Mal klingt der Reihensechser angenehm satt, mal beinahe wie ein V8 – auch wenn Mercedes akustisch ein wenig nachhilft.

AMG-Fahrwerk: Komfort statt Härte

Auf den 22-Zoll-Rädern mit Michelin Pilot Sport 4S zeigt der GLE 53 Hybrid, dass AMG nicht automatisch knüppelhart bedeutet. Die serienmäßige Luftfederung AMG Ride Control+ bietet eine große Spreizung zwischen Comfort und Sport, bleibt im Grundcharakter aber komfortabel.
Hochwertige Materialien, moderne Displays und bequeme AMG-Sitze prägen den Innenraum des GLE 53 Hybrid.
Bild: Mercedes
Ein Sportwagen wird aus dem schweren SUV natürlich nicht. Trotzdem macht das Kurvenfahren Spaß. Die Lenkung arbeitet direkt und liefert ordentliche Rückmeldung, der Allradantrieb sorgt für viel Traktion und ein neutrales Fahrverhalten.
Selbst ohne aktive Wankstabilisierung hält sich die Seitenneigung in Grenzen. Das zusätzliche Gewicht der Hybridtechnik fällt bei einem ohnehin schweren Auto kaum ins Gewicht. Positiv überrascht außerdem die Bremse: Ihr Druckpunkt ist klarer als beim normalen GLE.

Die besten Plug-in-Hybrid-SUV im Test

Innen überzeugen die bequemen AMG-Sitze mit gutem Seitenhalt. Nur die Sitzposition erscheint etwas hoch. An Lenkrad und Bedienung gibt es wenig auszusetzen.
Der Übergang zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor gelingt nahezu unmerklich und erhöht den Fahrkomfort.
Bild: Mercedes
Mit einem Einstiegspreis von 128.781,80 Euro ist er allerdings kein Schnäppchen. Gegenüber dem GLE 580 kostet der Plug-in-Hybrid gut 9400 Euro mehr. Wer es sportlich mag und regelmäßig laden kann, bekommt dafür das stimmigere Gesamtpaket.

Mercedes-AMG GLE 53 Hybrid: nur 5,8 Liter Verbrauch

Die eigentliche Überraschung wartet nach 217 Kilometern: Gerade einmal 5,8 Liter pro 100 Kilometer zeigt der Bordcomputer an. Dabei lag die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 66 km/h.
Auf Passstraßen zeigt der AMG-SUV sein Talent: viel Traktion, präzise Lenkung und jede Menge Punch.
Bild: Mercedes
Allerdings startete die Fahrt mit 89 Prozent Akkuladung. Rund die Hälfte der Strecke, also etwa 109 Kilometer, legte der Mercedes elektrisch zurück. Das übertrifft sogar die angegebene WLTP-Reichweite von 88 bis 91 Kilometern. Auf den Passstraßen dürfte die Energierückgewinnung beim Bergabfahren kräftig geholfen haben.
Die 5,8 Liter sind deshalb kein repräsentativer Verbrauch mit leerem Akku, zeigen aber, wie effizient der AMG bei regelmäßiger Ladung unterwegs sein kann.

Fazit

Die größte Stärke des Mercedes-AMG GLE 53 Hybrid ist nicht seine Leistung, sondern seine Vielseitigkeit. Er fährt komfortabel, bietet jederzeit enorme Kraftreserven und lässt sich für ein SUV dieser Größe erstaunlich sportlich bewegen. Vor allem aber nervt er im Alltag nicht mit übertriebener Härte.