Mercedes-Benz CLC 350/BMW 130i/VW Golf R32
Der Golf hetzt die Meute

Neue Konkurrenz aus Stuttgart: Das Kompakt-Coupé Mercedes-Benz CLC 350 wildert im Revier von BMW 130i und VW Golf R32. AUTO BILD SPORTSCARS hat alle drei Konkurrenten zur Strecke gebracht – am Nürburgring.
Schnell, alltagstauglich und für Normalverdiener gerade noch erreichbar – so könnte man grob die Eckpunkte dieser drei kompakten Kraftwagen definieren. Gegen Zahlung von rund 35.000 Euro bekommt man bei BMW, Mercedes und VW jeweils drei Türen, sechs großvolumige Zylinder und mindestens 250 PS. Das Ganze neutral verpackt, lediglich die Schriftzüge und Auspuffendrohre heben den BMW 130i und den Mercedes CLC 350 von den Basismodellen ab. Der Golf R32 erlaubt sich mit Rundum-Spoilerwerk, serienmäßigen 18-Zoll-Rädern und mittig mündenden Auspuffblenden einen etwas lauteren Auftritt. Das darf man durchaus wörtlich nehmen, denn der Sechszylinder-Golf emittiert einen, mit Verlaub, rattenscharfen Sound. Bei BMW und Mercedes werden die Inhaltsstoffe nach klassischer Manier zubereitet: Der Münchner Reihensechser sowie der V6 des Stuttgarters (der übrigens in Brasilien vom Band läuft) sitzen längs unter der vorderen Haube und treiben die Hinterräder an.
Der Golf R32 fährt als einziger Testkandidat mit Allradantrieb vor

Bild: Lena Barthelmeß
Im Mercedes CLC 350 ist man schneller unterwegs als man denkt

Bild: Lena Barthelmeß
Auf der Rennstrecke wendet sich das Blatt: Den komfortablen Autobahn-Renner CLC 350 bremsen seine träge Lenkung und das nicht völlig deaktivierbare ESP ein. Beim Einlenken leicht untersteuernd, im Kurvenscheitelpunkt neutral und beim Herausbeschleunigen auf Wunsch kraftvoll übersteuernd, ist sein Fahrverhalten gut berechenbar und nicht ohne Reiz. Lastwechselreaktionen fallen milde aus, die schwerfällige Lenkung erschwert jedoch das Parieren schneller Heckschwenks. Die inexakte und mit langen Wegen operierende Schaltung bereitet auf der Rennstrecke nur wenig Vergnügen. Kein Ruhmesblatt: Die Bremsanlage geht bereits nach zwei schnellen Runden in die Knie. So erzielt der Mercedes trotz des stärksten Motors nur die langsamste Rundenzeit.
Der BMW 130i überrascht mit einer weichen Fahrwerksabstimmung

Bild: Lena Barthelmeß
Auf dem Nürburgring beherrscht der Golf seine Gegner deutlich

Bild: Lena Barthelmeß
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