Wegen des Knicks in der Fensterlinie könnte man ihn glatt mit dem seit 2015 gebauten C-Klasse Coupé verwechseln, doch Mercedes sieht den neuen CLE höher positioniert und weist ihn der E-Klasse zu, zumal er auch das E-Klasse Coupé ersetzen soll.
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Die Länge von 4,85 Metern (1,5 Zentimeter länger als das E-Klasse Coupé und volle 16 Zentimeter länger als das C-Klasse Coupé) spricht zwar für diese Sichtweise, aber das Interieur sagt eindeutig: C-Klasse. Das erinnert an den CLK von 1997, als das mittelgroße Coupé erstmals auf einer C-Klasse basierte.

Infotainment-Inhalte aus der neuen E-Klasse

Wer vor dem CLE steht, dem dürfte das gleichgültig sein: Das Auto wirkt gestreckt, elegant und teuer. Und das C-Klasse-Cockpit war nie eine schlechte Referenz. Zumal die Infotainment-Inhalte von der neuen E-Klasse übernommen wurden. Wer Spaß daran hat, kann vom Auto aus die Jalousien seines Smart-Homes herunterfahren – per Sprachbefehl.
Mercedes CLE 300 4Matic
Coupé-Arbeitsplatz: Das Cockpit des CLE kennen wir aus der C-Klasse, im aktualisierten Infotainment steckt alles, was modern ist.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Und wer von seinen Kollegen auch beim Autofahren nicht genug bekommen kann, kann sich die App des Videokonferenzsystems Zoom ins Auto holen. Filme via Zync, Musikstreaming über Spotify oder Apple Music – die Möglichkeiten sind unerschöpflich. Voraussetzung sind ein Benutzerkonto beim Mercedes me Store und ein Abo des entsprechenden Drittanbieters – kostenpflichtig ist hier so gut wie alles, spätestens jedoch nach Ablauf der Initiallaufzeit von meist einem Jahr.

Vorserien-Modell mit Optimierungspotenzial

Wir müssen gleich vorweg erwähnen, dass sich die Karosseriequalität des in Bremen-Sebaldsbrück gebauten CLE nicht abschließend beurteilen lässt, denn unser Testwagen ist einer der ersten gebauten. Da blechern die Türen beim Zuschlagen nach, es gibt Windgeräusche schon bei 150 km/h, leichte Resonanzen bei 140 km/h Konstanttempo, spukende Fensterheber – Mercedes versichert, dass dieses Exemplar noch nicht das letzte Wort aus Sebaldsbrück sei.
Mercedes CLE 300 4Matic
Das passt noch nicht alles: Unser Testexemplar ist einer der ersten CLE. Bis zur endgültigen Serienproduktion werden die Fehler abgestellt.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Was die Fans der mittelgroßen Mercedes-Coupés bedauern dürften: Die Zeiten der B-Säulen-losen Offenheit im Stile altamerikanischer "Pillarless"-Coupés sind vorerst vorbei. Und die Stern-Coupés waren seit 1969 durchgehend geöffnet! Zu den angenehmen Seiten der fehlenden Türpfosten zählte die weitgehende Zugfreiheit bei Stadttempo. Dass der CLE wieder B-Säulen hat, erklärt Mercedes mit der Rohbausteifigkeit.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder
Vierzyl., Turbo, Mildhybrid
Einbaulage
vorn längs
Ventile/Nockenwellen
4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb
Kette
Hubraum
1999 cm³
Systemleistung kW (PS)
190+17 (258+23)
Drehmoment
400 Nm
Vmax
250 km/h
Getriebe
Neunstufenautomatik
Antrieb
Allradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung v./h.
245/40 R 19 Y/275/35 R 19 Y
Reifentyp
Pirelli P Zero
Radgröße v./h.
8 x 19“/8 x 19"
Abgas CO2
161 g/km
Verbrauch*
7,1 l
Tankinhalt
66 l
Kraftstoffsorte
Super
Tankklappe
hinten rechts
Vorbeifahrgeräusch
68 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
1800/750 kg
Stützlast
75 kg
Kofferraumvolumen
420 l
Länge/Breite/Höhe
4850/1861–2042**/1423 mm
Radstand
2865 mm
Grundpreis
68.544 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
72.472 Euro
Trotz des gegenüber dem C-Klasse Coupé um 25 Millimeter gewachsenen Radstands sollte man den CLE nicht als Vollwert-Viersitzer missverstehen. Der Zugang wirkt zwar einladend nach Zupfen an einer Schlaufe im daraufhin nach vorne fliegendem Fahrersitz, aber schon bei 1,76 Meter Körpergröße wird für Fondpassagiere der Kopfraum knapp, sie hocken unbequem tief bei fast senkrecht aufragender Lehne. Im Klartext: Wir haben es mit einer belederten Gepäckablage zu tun.
Leiden für die Schönheit muss man auch beim Beladen: Mit 40 Zentimeter Höhe hat die Laderaumöffnung etwas von einem Briefkastenschlitz. Langes Ladegut geht aber problemlos rein, da sich die Fondlehne klappen lässt.

Technik-Paket als empfehlenswertes Extra

Beim Fahren ist hier alles wie in C-Klasse oder GLC: Cockpit ohne Drehregler, Bedienung über den gut zur Hand liegenden 11,9-Zoll-Touchscreen oder die arg rückmeldungsarmen Slider in den Lenkradspeichen. Unser Exemplar hatte das Technik-Paket (2320 Euro) an Bord, bestehend aus Verstelldämpfern und 2,5-Grad-Hinterachslenkung, die den Wendekreis um einen halben auf 10,7 Meter schrumpfen lässt.
Mercedes CLE 300 4Matic
Technik-Paket: Mit Verstelldämpfern und Allradlenkung liegt das Coupé satt und unerschütterlich, Rollbewegungen fehlen hier völlig.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Ab 60 km/h drehen sich die Räder vorn und hinten dann in die gleiche Richtung, was den ohnehin langen Radstand virtuell nochmals verlängert und das satt liegende Coupé noch unerschütterlicher seine Bahn ziehen lässt. Kein geringer Vorteil gegenüber dem luftgefederten GLC Coupé: Dessen Rollbewegungen um die Längsachse fehlen hier völlig. Die Kehrseite des gegenüber der C-Klasse um 15 Millimeter tiefergelegten CLE sind kurze Federwege: Fiese Kanten lassen die Federung auch mal auf Anschlag gehen.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,1 s 
0–100 km/h
6,2 s 
0–130 km/h
10,1 s 
0–160 km/h
15,5 s 
0–200 km/h
26,7 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
3,4 s 
80–120 km/h
4,3 s
Leergewicht/Zuladung
1851/479 kg
Gewichtsverteilung v./h.
54/46 %
Wendekreis (Werksangabe)
10,7 m
Sitzhöhe
490 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
33,0 m 
aus 100 km/h warm
32,1 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
57 dB(A) 
bei 100 km/h
63 dB(A) 
bei 130 km/h
68 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
7,8 l/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
8,3 l S/100 km
(+17 %)
Sportverbrauch
9,3 l/100 km
CO2 (Testverbrauch)
197 g/km
Reichweite (Testverbrauch)
790 km

Technisch aufwendiger Vierzylinder

Der 2,0-Liter-Turbobenziner ist hier akustisch weniger präsent als beim kürzlich getesteten SUV-Bruder GLC, er wirkt besser gedämmt. Im Sportmodus dichtet das Soundengineering ein raspelndes Joe-Cocker-Timbre dazu. Mit dem Sechszylinder mag der CLE das noch stimmigere Paket ergeben, aber der technisch aufwendige Vierzylinder (unter anderem mit variablem Ventilhub) reicht und verleiht diesem an sich völlig unvernünftigen Auto einen Schuss Vernunft in Form bürgerlicher Verbrauchswerte und höherer Reichweite.
Mercedes CLE 300 4Matic
Reicht in Sachen Leistung: Weit hinten platzierter 2,0-Liter-Vierzylinder. Klang unter Last etwas rau und angestrengt, passt nicht zum Preis.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Kaum zu glauben, dass dieser Zweiliter nach dem Miller-Zyklus funktioniert. Motoren nach diesem Prinzip arbeiten mit einer vorsätzlich geringen Zylinderfüllung, was für eine effizientere Verbrennung sorgen soll. Daran hängt normalerweise ein Preisschild in Form trägen Beschleunigens aus dem Drehzahlkeller – nicht so bei diesem: Der integrierte 48-Volt-Startergenerator überspielt mit seinen spontan anstehenden 205 Nm Zusatzdrehmoment die Untenrum-Schwäche wirkungsvoll. Nebenbei lässt der Startergenerator den Motor schnell und sanft starten.

Wertung

Wertung
Karosserie
Nicht knisterfrei und mit blechern tönenden Türen, was aber der Vorserie geschuldet sein dürfte.
3,5/5 Punkten
Antrieb
Spurtstark, erreicht mühelos 250 km/h. Laufkultur nur auf durchschnittlichem Vierzylinderniveau.
4/5 Punkten
Fahrdynamik
Eher Reise-GT als Sportwagen, Fahrsicherheit ohne Tadel. Geradeauslauf und Traktion ebenso.
4/5 Punkten
Connected Car
Telefon, Sprachsteuerung, Audio und Navi zählen zum Besten, jetzt noch mehr Onlinefunktionen.
5/5 Punkten
Umwelt
Akzeptable Verbrauchswerte durch Miller-Zyklus und Mildhybrid, aber über 1,8 Tonnen schwer.
3/5 Punkten
Komfort
Federung, Sitze und Sitzposition vorn sehr angenehm. Fondbank mit Notsitzcharakter.
4,5/5 Punkten
Kosten
Kaufpreis am oberen Ende der Klasse. Jährliche Wartung, nur zwei Jahre Garantie auf die Technik.
2/5 Punkten
AUTO BILD-Testnote
2-
Gewohnt gut: der Allradantrieb aus der C-Klasse mit echtem Zentraldifferenzial statt der üblichen Lamellenkupplung. Damit treibt der CLE auch auf griffiger Fahrbahn immer alle vier Räder an; die Grundkraftverteilung vorn/hinten liegt bei 45:55 Prozent – leicht hecklastig zugunsten der Agilität.

Grundpreis ist Mercedes-typisch hoch

Zentrales Manko: der Preis. Mit 68.544 Euro Grundpreis verlangt Mercedes 9000 Euro mehr als BMW für den vergleichbaren 430i xDrive. Dennoch freuen wir uns über den CLE: Audis eher zurückhaltend vermarkteter A5 ist zwar noch konfigurierbar, aber mittlerweile sieben Jahre alt.

Bildergalerie

Mercedes CLE 300 4Matic
Mercedes CLE 300 4Matic
Mercedes CLE 300 4Matic
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Mercedes CLE 300 4Matic im Test

Fazit

Echte Coupés mit zwei Türen gibt es kaum noch in dieser Klasse – schön, dass Mercedes diese Tradition aufrecht erhält. Coupé-Käufer müssen auch hier Abstriche machen, bei Fondkomfort, Laderaumzugang und Parkfreundlichkeit. AUTO BILD-Testnote: 2-