Mercedes GLA: Kaufberatung
Gesucht: Der beste Mercedes GLA

Das Segment der Kompakt-SUVs ist derzeit das einzige, das hierzulande solide wächst. Klar, dass Mercedes hier mit dem GLA mittenrein sticht. Welche Version glänzt mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis?
Kompakte SUVs gehen seit einiger Zeit wie geschnitten Brot. Dabei fährt niemand damit ins Gelände, in Deutschland ist das ohnehin fast überall verboten. Ein vergleichbarer Van würde für weniger Geld mehr Platz bieten – doch Vans sind uncool und riechen nach vollen Windeln. Um empörten Leserbriefen vorzubeugen, möchte sich der Autor bereits an dieser Stelle entschuldigen – und sogleich eine weitere Spitze nachschießen: Mit einem SUV lassen sich die mittlerweile extrahohen Bordsteine vor Kindergärten und Schulen einfach leichter bezwingen. Spaß beiseite, SUVs sind derzeit nun mal in Mode, sie verströmen einen Hauch Freiheit und Abenteuer, vielleicht auch ein wenig Snobismus, da man das, was das Auto im Gelände vielleicht sogar kann, eigentlich gar nicht nutzt. Da die heutigen SUVs die Nachteile eines Geländewagens – Schwächen bei Fahrdynamik und -sicherheit, hoher Spritverbrauch – weitgehend abgelegt haben, spricht kaum noch etwas gegen sie, wie der anhaltende Erfolg beispielsweise des VW Tiguan verdeutlicht. Hier grätscht Mercedes jetzt mit Anlauf rein. "Zeit wird's", möchte man sagen, denn der VW Tiguan beherrscht bereits seit 2007 den deutschen Markt.
Ob Front- oder Allradantrieb: Die Fahrdynamik ist erstklassig
Video: Mercedes GLA
So kommt der GLA
Video: Mercedes GLA 45 AMG
So fährt die Edition 1
Motoren: Kraft haben sie alle
Zum Marktstart stehen fünf aus der A- und B-Klasse bekannte Motoren mit 1,6, 2,0 und 2,1 Liter Hubraum zur Wahl. Das Leistungsspektrum reicht von genügsamen 136 bis zu furiosen 360 PS im AMG-Modell, dank Turboaufladung ist mit 250 bis 450 Nm kein Schwächling darunter. Zählten knackige Handschaltungen bis vor zehn Jahren nicht unbedingt zu den Mercedes-Kernkompetenzen, so lässt sich das Sechsgang-Schaltgetriebe der beiden Basismodelle überaus leichtgängig und präzise bedienen. Da ist es fast schade, dass die stärkeren Motoren und die Allradversionen ab Werk mit einer Siebengang-Doppelkupplungsautomatik (2166 Euro Aufpreis für 200/200 CDI) versehen sind, die sich generell auch über Paddel am Lenkrad schalten lässt. GLA 200 (156 PS): Der Basismotor – wie langweilig, wahrscheinlich von leicht sediertem Temperament, greifen wir lieber gleich zur nächsthöheren Leistungsstufe ... Stopp! Der 1600er-Turbobenziner ist die große Überraschung im Motorenprogramm. Denn seine bereits ab 1250 Touren anliegenden 250 Nm werden mit dem Kompakt-SUV problemlos fertig, was auch daran liegt, dass der 200er mit Frontantrieb und Handschaltgetriebe schlicht der leichteste GLA ist. Die allradgetriebenen Dieselmodelle schleppen glatte 200 Kilogramm mehr mit sich herum. Auch die Fahrdynamik profitiert vom geringen Gewicht, der GLA 200 lässt sich leichten Fußes durch Kurven scheuchen. Und wenn's sein muss, läuft der "Kleine" echte 215 km/h. Wer also auf Allradantrieb verzichten kann und ein gutes Handschaltgetriebe zu schätzen weiß, hat hier bereits den idealen Antrieb gefunden. Den mit Abstand preisgünstigsten obendrein.

Als Edition 1 kommt der GLA 45 AMG mit üppiger Bespoilerung. Kostenpunkt: ab 63.249 Euro.
Ausstattung: Darf’s ein bisschen weniger sein?
Beim Thema Sicherheit geht Daimler traditionell keine Kompromisse ein, mit ESP, sieben Airbags (inklusive Knieairbag für den Fahrer), Reifendrucküberwachung, Müdigkeits-Assistent und Kollisionswarner fährt der GLA ab Werk auf der sicheren Seite. Dabei "denkt" er nicht nur an seine Insassen, sondern auch an andere, wie die aktive Motorhaube beweist: Im Falle einer Kollision mit einem Fußgänger hebt sie sich im hinteren Bereich blitzschnell an und vergrößert so den Deformationsraum, was das Verletzungsrisiko des Passanten reduziert. Gegen Aufpreis steht eine ganze Armada weiterer Assistenzsysteme zur Verfügung: Vom entbehrlichen Abstandsregel-Tempomaten, der flüssiges Fahren bei hiesiger Verkehrsdichte eher erschwert, über das aus höheren Klassen bekannte Pre-Safe-System (393 Euro), das bei einem bevorstehenden Unfall die Gurte strafft und die Seitenscheiben schließt, bis hin zu Spurhalte- und Totwinkel-Assistent sowie aktiver Einparkhilfe. Alles, was die Sicherheit tatsächlich erhöht, empfehlen wir selbstverständlich. Da man jedoch oftmals damit beschäftigt ist, die Assistenzsysteme zu überwachen – anstatt umgekehrt –, kann die Aufmerksamkeit für die Straße darunter schon mal leiden.

Klare Instrumentierung, perfekt geformtes Lenkrad. Die Bedieneinheiten von Infotainment und Klimatisierung dürften jedoch höher positioniert sein.
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Neben den drei Ausstattungslinien bietet Mercedes drei ebenso entbehrliche Pakete an: Night- (ab 417 Euro), Exklusiv- (ab 1565 Euro) und AMG Exklusiv-Paket (1565 Euro) hübschen den Innenraum mit allerlei Zierelementen mächtig auf, lassen sich aber nur in bestimmten Kombinationen zu den Ausstattungslinien buchen, sodass sich der geneigte Interessent binnen kürzester Zeit in der Preisliste verläuft. Sparen können Sie sich ferner das Fahrdynamik-Paket (345 Euro) mit 15 Millimeter Tieferlegung und direkter übersetzter Lenkung, denn die Standardlenkung ist direkt genug, und die Tieferlegung kostet Komfort wie Bodenfreiheit – und ohne ein Mindestmaß an Bodenfreiheit ergibt ein GLA nun mal keinen Sinn. Für Förster und Jäger empfiehlt sich da schon eher die ebenfalls angebotene Höherlegung um 30 Millimeter für 300 Euro (verfügbar ab Juni 2014). Wir würden uns auf eine Handvoll sinnvoller Extras beschränken: Bi-Xenonlicht (1006 Euro) oder gleich das Intelligent Light System zu 1666 Euro, das die Fahrbahn adaptiv ausleuchtet; beheizbare Vordersitze (345 Euro), digitaler Radioempfang (506 Euro), die Rückfahrkamera (369 Euro) und das Becker-Navigationssystem zu 916 Euro. Alles Weitere ist Luxus.
Kurz & knapp: Das empfiehlt die Redaktion

Diese Wahl ist keine Qual: Schon die Basismodelle sind ansprechend motorisiert, sinnvoll ausgestattet und kommen auch ohne Allradantrieb voran.
Ausstattungslinie: Im Basistrimm ist das Wichtigste bereits enthalten, nämlich eine komplette Sicherheitsausstattung, Klimaanlage, Tempomat, Stopp-Start-System, vier Fensterheber, elektrische Außenspiegel, CD- Audiosystem, Bordcomputer und Zentralverriegelung. Die aufpreispflichtigen Ausstattungslinien und Design-Pakete würden wir uns sparen, da sie fast ausschließlich Zierrat beinhalten. Extras: Einige sinnvolle Optionen würden wir freilich dazubestellen: die Rückfahrkamera zu 369 Euro etwa – sie sollte zur Strafe für die schlechte Sicht nach hinten aufs Haus gehen; beheizbare Vordersitze (345 Euro), weil die Sommer in Deutschland kurz sind; Xenonscheinwerfer (1006 Euro), weil die Nächte in Deutschland lang sind; das Becker-Navigationssystem (916 Euro), um möglichst kurz im Stau zu stehen; und digitalen Radioempfang (506 Euro) für die Kurzweil in langen Staus. Unser Favorit: GLA 200 (Listenpreis ab 29.304 Euro). Inklusive der genannten Extras käme unser GLA 200, dem es genau genommen an nichts fehlt, auf 32.445 Euro. Das ist weniger, als Sie erwartet haben? Geht uns genauso, daher packen wir noch 300 Euro zusätzlich auf den Händlertresen und ordern den beleuchteten Mercedes-Stern im Kühlergrill. Für den nötigen Glanz vor der Hütte.
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