Drei große Diesel-SUVs im Test

Drei große Diesel-SUVs im Test

Mercedes GLE, BMW X5, VW Touareg: Test, Premium-SUVs

Enger Dreikampf: GLE vs. X5 und Touareg

Heftiger Gegenwind für den neu aufgelegten Mercedes GLE: Im ersten Vergleich gegen BMW X5 und VW Touareg geht's hoch her.

Zusammenfassung:

Platz 1 mit 566 von 750 Punkten: BMW X5 xDrive 30d. Kann komfortabel und dynamisch. Dazu üppig ausgestattet, toller Motor.
Platz 2 mit 562 von 750 Punkten: Mercedes GLE 350 d 4Matic. Teurer Technik-Bolide, rundum gut. Mehr Platz als die anderen.
Platz 3 mit 561 von 750 Punkten: VW Touareg V6 TDI 4Motion. Stärker und schneller als die Konkurrenz. Und genauso fein.
So kann es gehen: Da ist man Pionier der Liga, und am Ende muss man traurig hinterherschlurfen. Wie bitte? Mercedes fährt mit dem brandneuen XL-SUV GLE hintendran? Obwohl ein ML – der Urahn des GLE – schon vor 20 Jahren durch den Großstadtdschungel stapfte? Da war ein BMW X5 nicht mal geboren und ein VW Touareg nicht ansatzweise geplant. Doch Stuttgart muss keine Sturm-Warnung fürchten: Die Kolonne der Kolosse hat sich nur für unser Foto so aufgereiht.

Die üppige Aufpreisliste macht den Mercedes GLE teuer

Ein Einstiegspreis von 69.496 Euro ist nicht billig, gute Ausstattung verteuert den GLE 350 d erheblich.

Von traurig schlurfen kann keine Rede sein. Tatsächlich nimmt der neue GLE 350 d gerade mächtig Anlauf. Schwungvolle 600 Newtonmeter Drehmoment helfen ihm dabei, sich über den ebenfalls 600 Newtonmeter starken VW Touareg herzumachen und einen BMW X5 (sogar 620 Nm mächtig) ins Visier zu nehmen. Wir ordnen den neuen GLE im ersten Vergleich ein – in der echten Reihenfolge natürlich. Den Benz gibt es ab 69.496 Euro, mit Betonung auf ab. Denn das ist nur als Annäherung an einen Mindestpreis zu sehen. Ein GLE soll luxuriös, absolut sicher und im höchsten Maß modern sein. Das ist er aber erst, nachdem reichlich Kreuze die Aufpreisliste zieren. Beispiel: Im automatischen Stauführungssystem steckt ein Rettungsgassenassistent (bei dem sich das Auto am Vordermann orientiert). Der kostet jedoch über ein Paket fast 2300 Euro zusätzlich.

VW Touareg bleibt in allen Bereichen dran

Muss sich vor BMW und Mercedes nicht verstecken: Der VW bietet denselben Luxus wie die Konkurrenz.

Auch in Sachen digitaler Unterstützung verhält sich Mercedes nicht spendabel. Rundum-Kamera? Verkehrszeichenassistent? Head-up-Display? Spurwechselhilfe? Am Ende verschlingt allein die komplette Versorgung mit Sicherheitstechnik über 6000 Euro extra. Zugegeben: BMW macht es ähnlich, stattet den X5 jedoch mit mehr Komfortspielereien aus. Außerdem kosten zum Beispiel die tadellosen Ledersitze mit 14-facher (!) elektrischer Verstellung moderate 1290 Euro mehr. Da nehmen wir gern Platz. VW bleibt in allen Bereichen dran, Luxus fährt (mehr als beim GLE) mit, zudem stellt VW grundsätzlich viel Assistenztechnik bereit und hat einen satten Umfang in Sachen Multimediaversorgung zu bieten. Dafür kostet ein Touareg in unserer Konfiguration auch fast so viel wie ein GLE. So oder so: Alle drei Testwagen schlingern in Richtung "sechsstellig". Den Käufern ist das wohl eh wurscht, die leasen solche Autos. Also hören wir lieber auf, Pfennige zu fuchsen – und fragen wir lieber: Was können die drei Dicken auf der Straße? Antwort: der Mercedes fast alles! Er schafft es, dank variabler Luftfederung sanft zu wiegen, kann dennoch stramm geführt mit Schmackes über die Bahn toben. Der Fahrer darf entweder feinfühlig dirigieren oder auch beherzt drauftreten. Der Benz marschiert mächtig, bettet sanft und umsorgt konzentriert – feiner und sicherer kann man kaum Auto fahren.

Bei der Bedienung gibt der BMW X5 am wenigsten Rätsel auf

Benutzerfreundlich: Das Bedienkonzept des X5 erfordert so gut wie keine Eingewöhnungszeit.

Ebenfalls erstklassig: Die Sitze vorne wie hinten bieten besten Halt und sind sehr bequem gebaut. Dazu gibt es reichlich Raum vorne und sogar am meisten Platz hinten. Schade: Die Flut an Informationen, die über das Multimediasystem MBUX auf den Fahrer einstürzt, ist schlicht zu viel des Guten. Die Bedienung will umständlich erlernt werden, das Ablesen vieler Infos über das Zentraldisplay fällt schwer, und die schlaue Sprachbedienung mag auf der Autobahn (dann ist es dem Butler zu laut) nicht mehr mitreden. BMW hat sein Bediensystem deutlich stärker auf intuitive Schritte gemünzt, der X5 lenkt dank klarer Bildgestaltung und einfacherem Bedienelement am Ende viel weniger vom Verkehr ab. Einziger Gewöhnungsaufwand: die fremdartige Tachodarstellung inklusive grober Skalierung und der "verdreht" laufende Drehzahlmesser.
Das Fazit von Jan Horn: "Der neue GLE ist ein großer Wurf, selbst in der auf hohem Niveau fahrenden Klasse der Luxus-SUVs. Der BMW übrigens auch – er gewinnt sogar ganz knapp. Den VW werfen Wertverlust und Wartungskosten zurück." Weitere Details zum Test gibt es in der Bildergalerie.

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