Mercedes-Studie Concept BlueZero
Die neue B-Klasse fährt elektrisch

Alle Automobilhersteller stehen derzeit unter Strom. Auch Mercedes. Mit der Studie "Concept BlueZero" geben die Stuttgarter einen Ausblick auf die neue, grüne B-Klasse, die 2010 startet.
- Margret Hucko
Mercedes macht aus der B-Klasse eine E-Klasse. E wie elektrisch. Ja, in Zeiten der Autokrise gibt es so was wie einen neuen Vorwärtsdrang. Fortschritt, der elektrisiert. Fortschritt, der grün denkt. Der aber auch reichlich spät kommt. Mercedes stellt auf der North American International Auto Show in Detroit (11. bis 25. Januar 2009) die Studie "Concept BlueZero" vor. Einen Kompakten mit markanter Hakennase, fließenden Flanken und einem klaren Signal – das wird die nächste B-Klasse. Eine Version dieses Modells wird auch mit Elektromotor fahren, bestätigt Entwicklungsvorstand Thomas Weber. Na also! Der Elektromotor kommt doch – wenn auch langsam. Ab 2009 rollt zunächst eine teure Kleinserie von Brennstoffzellenautos auf die Straßen, ein Jahr später soll der reine Batteriebetrieb folgen. Was die Autos kosten werden, verschweigt uns Weber erst einmal. Aber günstig wird das Vergnügen sicher nicht.
Das E-Aggregat schafft Bums wie ein Diesel

Bild: Werk
Außer Energie spart der Fronttriebler an nichts

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Größere Reichweite verspricht ein zusätzlicher Antrieb an Bord. Mercedes kramt für den F-Cell wieder die Brennstoffzelle heraus, die jetzt modernisiert Kaltstarts bis zu minus 25 Grad erlaubt. Beim Einparken arbeitet nur das E-Aggregat, beim Beschleunigen agieren Brennstoffzelle und Akku im Team – wie heute schon Hybride mit Benzin-Motor. Tritt der Fahrer aufs Bremspedal, speist der E-Motor als Generator den Akku. Die Detroit-Studie F-Cell kommt mit einer Tankfüllung rechnerisch über 400 Kilometer weit, aber ihr wichtigster Nachteil bleibt: Wasserstoff-Tankstellen fehlen. Deshalb zitiert E-Cell Plus die gute alte Vergangenheit. Das Batteriefahrzeug ergänzt ein 68 PS starker Turbobenziner aus dem Smart, der in der Reserveradmulde sitzt. Während der Fahrt lädt er die Akkus auf, erst nach 600 Kilometern muss der Pilot eine Tankstelle ansteuern. Der Durchschnittsverbrauch soll bei 4,5 Liter Super liegen. Schöne Aussichten – nur kaufen können wir diese Autos noch nicht. Das Stromern in Serie beginnt erst in knapp vier Jahren.
Fazit von AUTO BILD-Redakteurin Margret Hucko
Gute Ideen zahlen sich aus. Die dürfen gern auch von gestern sein. Bestes Beispiel: der Sandwichboden. Den nutzt Mercedes jetzt für die Mobilität von morgen. Denn diese Konstruktion eignet sich besonders für den Elektroantrieb. Das Durchhalten hat sich gelohnt – für eine B-Klasse mit Zukunft.
Am Samstag, dem 13. Dezember auf autobild.de: Die aktuelle B-Klasse im 100.000-Kilometer-Dauertest!
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