Warum gibt es diese Klebefolien für Erlkönige eigentlich nicht in kariert? DAS wäre mal stilvoll gewesen. Dazu ein paar Tweed-Decken, um das geheime Cockpit des neuen Mini abzudecken – fertig wäre der Earl-König! Sei's drum, es geht heute nicht um Schönheit. Sondern ums Mitfahren.
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Mini arbeitet in Lappland gerade am Fahrwerk des neuen Dreitürers. Im Herbst 2023 kommt er auf die Straße. Das Ungewöhnliche: Es wird dann wie gehabt eine Verbrenner-Version made in Oxford geben. Und einen E-Mini, der den Brexit wagt und in China vom Band läuft. Beide haben zwar das gleiche Fahrwerk und die gleiche Optik, aber ansonsten wenig miteinander zu tun.
Mini Cooper SE
Ein Auto, zwei Werke: Der klassische Verbrenner-Mini wird weiterhin in Oxford gebaut, der E-Mini kommt zukünftig aus China.
Wir sitzen heute im Fernost-Flitzer. Am Steuer: Fahrwerks-Ingenieur Klaus Bramer (34). Unter uns: eine völlig neue Plattform, die mit bisherigen BMW-Entwicklungen nichts zu tun hat. Sie stammt aus einem Joint Venture mit Great Wall. "Spotlight Automotive Limited" heißt die Firma, an der beide Seiten jeweils 50 Prozent halten. Geben die Bayern ihr Know-how jetzt komplett aus der Hand? "Nein", sagt Bramer. "Entwickelt wird der Mini nach wie vor in München." Oder zumindest von Entwicklern aus München, die damit gerade über schwedische Schneepisten wedeln.
Mini Cooper SE
Längerer Radstand, größere Spurweite: Schon auf dem Beifahrersitz ist zu spüren, wie satt der neue Mini liegt.

Der neue Mini fährt wie auf Schienen

Schon als Beifahrer spürt man deutliche Unterschiede zwischen alter und neuer Modellgeneration. So satt und sicher lag ein Mini noch nie auf der Straße. Nix gerührt, nix geschüttelt. "Wir haben beispielsweise den Radstand verlängert und die Spurweite vergrößert", sagt Bramer. "Das verbessert den Komfort gerade bei höheren Geschwindigkeiten." In der Tat. Wie auf Schienen surrt der Neue durch die Kurven. Das Gewicht? Noch unklar. Auf jeden Fall leichter als der E-Vorgänger, der auf 1440 Kilogramm kommt. Zudem soll der neue Mini kürzer werden.
Mini Cooper SE
Für den Mini Cooper SE sind 400 Kilometer Reichweite angepeilt – eine entsprechende Fahrweise vorausgesetzt.

Bis zu 400 Kilometer Reichweite

Im alten E-Mini steckte Technik vom BMW i3. Beim neuen stammen Batterie und E-Motor von Great Wall. Konzernintern gab es schlicht nichts, was ins Auto gepasst hätte. Zwei Elektro-Alternativen wird es geben. Den Cooper E mit 40-kWh-Akku und 184 PS sowie den Cooper SE mit 50 kWh und 224 PS. Das verspricht heiß auf Eis! Was Mini-Fans freuen wird: Der neue soll nicht mehr wie bisher bei 150 km/h abgeregelt sein. Bei höheren Tempi dürfte allerdings die Maximalreichweite von 400 Kilometern beim SE eher, nun ja, mini werden.
Mini Cooper SE
Blick durch die Seitenscheibe: Das Interieur des neuen Mini ist noch geheim. Sicher ist, dass sich einiges ändern wird.

Innen ist der neue Mini aufgeräumter

Und innen? Geheim wie der Geheimdienst Ihrer Majestät. Wir lupfen trotzdem mal die schwarzen Tücher, die das Cockpit verhüllen. Hui! In der Mitte enttarnen wir ein Touch-Display, groß und rund wie eine Bratpfanne für eine Familienportion Ham & Eggs. Darunter echte Schalter etwa fürs Radio, das Fahrerlebnis und der obligatorische Start-Knopf. Ebenso gibt es Tasten unter anderem für die Scheibenheizung und die Parkpiepser. Die Klimaregelung funktioniert hingegen auch bei Mini zukünftig übers Touchdisplay – fanden wir noch nie gut.
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Insgesamt alles aufgeräumter als bisher, aber nicht so seelenlos wie diese Monitor-Landschaften anderer Autos. Überm Lenkrad (schön gestaltet mit klassischen Tasten) haben sie nur eine Holzattrappe angeschraubt. Ein echtes Display wird es dort nicht mehr geben. Mini spricht von einer "neuen Technologie". Wir vermuten: Es kommt ein großes Head-up-Display.
Mini Cooper SE
Fünf Generationen: Ur-Mini (1959-2000), erster BMW-Mini (ab 2001), sein Nachfolger (ab 2006) und die dritte Generation (seit 2014). Vorne links der jüngste Spross.

Mini-Generation fünf soll in China ein Erfolg werden

Mini erhofft sich mit der Produktion in Fernost einen Absatz-Kick vor Ort. Bislang hat China gerade mal einen Anteil von zehn Prozent an den Verkäufen, liegt damit deutlich hinter Großbritannien und Deutschland. Das soll sich mit den neuen E-Modellen ändern. Und was wird aus dem Verbrenner? In Deutschland dürfte er kaum noch eine Rolle spielen. Von den weltweit rund 34.000 verkauften Mini Cooper SE im vergangenen Jahr gingen rund 10.000 nach Deutschland – mehr als in jedes andere Land.
Eine gute Nachricht zum Schluss für Traditionalisten: In einem Punkt bleibt auch der neue E-Mini ein echter Brite – seine Rückleuchten wird weiterhin der Union Jack zieren.

Fazit

Am aktuellen E-Mini stört mich die Reichweite (real um 170 km). Der neue kann nicht nur das besser. Er wird ein völlig neues, besseres Auto – und bleibt sich trotzdem treu. Den Spagat muss man erst mal schaffen.