Lange Etappen unter har­ten Bedingungen. 60 Jahre ist es her, als Paddy Hopkirk im Januar 1964 erstmals im Mini Cooper S die Rallye Monte Carlo gewann. Ein Erfolg, an den Timo Mäkinen und Rauno Aaltonen 1965 und 1967 souverän anknüpf­ten. Dass sie gegen die übermäch­tige Konkurrenz im kleinen Eng­länder eigentlich chancenlos waren, ignorierten sie, brillierten stattdessen mit einer fast fehler­freien Show. In der "Nacht der langen Messer" erreichte der Ire Hopkirk das Ziel mit nur 17 Sekun­den Rückstand auf Bo Ljungfeldt im überlegenen Ford Falcon V8. Was ihm half, war die Handicap- Formel, die Gewichts- und Leis­tungsunterschiede ausgleichen sollte. Das Ergebnis wurde ein wichtiges Stück Rallyegeschichte und der perfekt aufs Automobil übertragene Kampf zwischen David und Goliath. Im Januar 2024 wollen wir die Emotionen von damals einfangen. Im originalgetreuen Nachbau-Mini führt uns die Route diesmal von München durch die Berge nach Zell am See im österreichi­schen Land Salzburg.
Gebrauchtwagensuche Mini
MINI Cooper Blue Star
38.900
MINI Cooper Blue Star
69.800 km
46 KW (63 PS)
08/1996
Zum Angebot
MINI Cooper
19.500
MINI Cooper
31.165 km
39 KW (53 PS)
06/1996
Zum Angebot
MINI 1300 Rover - British Open Classic
16.300
MINI 1300 Rover - British Open Classic
90.000 km
49 KW (67 PS)
05/1996
Zum Angebot
Benzin (WLTP), 7 l/100km (komb.), CO2 Ausstoß 160 g/km*
MINI 1300 Mini Mk II Balmoral
18.990
MINI 1300 Mini Mk II Balmoral
62.779 km
39 KW (53 PS)
03/1996
Zum Angebot
MINI 1300 Mini Rover 1300 *Faltdach*Alus
7.990
MINI 1300 Mini Rover 1300 *Faltdach*Alus
95.400 km
39 KW (53 PS)
03/1996
Zum Angebot
MINI 1300 Mini Cooper
16.950
MINI 1300 Mini Cooper
66.366 km
46 KW (63 PS)
01/1996
Zum Angebot
Benzin, 6,6 l/100km (komb.)*
MINI Cooper SPI
14.900
MINI Cooper SPI
58.000 km
46 KW (63 PS)
06/1995
Zum Angebot
MINI Cooper MK II 1300 [Oldtimer/nur 42.000 KM]
9.299
MINI Cooper MK II 1300 [Oldtimer/nur 42.000 KM]
42.000 km
46 KW (63 PS)
06/1995
Zum Angebot
MINI Cooper MK II 1,3i
16.800
MINI Cooper MK II 1,3i
47.024 km
46 KW (63 PS)
02/1995
Zum Angebot
MINI Cooper British Open TÜV & Inspektion neu
11.000
MINI Cooper British Open TÜV & Inspektion neu
64.000 km
46 KW (63 PS)
07/1994
Zum Angebot
Alle MINI gebraucht

Ein Service von

Ein Service von AutoScout24
Rechtliche Anmerkungen
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
Autobewertung
ANZEIGE

Wie viel ist mein Auto wert? Kostenlose Autobewertung

Ein Service von

Ein Service von Carwow
Oder doch nicht? Die kleine Sitz­schale sieht aus wie aus dem Kin­derkarussell, die eng zusammen­stehenden Pedale wecken den nur selten aufkeimenden Wunsch nach Ballettschuhen. Die Beine umfassen das Lenkrad, nur die Arme fühlen sich plötzlich nutzlos an. Das kann ja lustig werden. Das Lenkrad auf der rechten Seite stellt bei dieser Fahrzeuggröße keine nennenswer­te Herausforderung dar. Schade nur, dass die Schalter für Wischer, Fern­licht und mehr in der linken Tür stecken. Florian von BMW Classic grinst nur und erklärt, dass der Bei­fahrer so unterstützen kann. Die wichtigsten Schalter fänden sich selbstverständlich auch unter den gefühlt 34 notdürftig beschrifteten Kipphebeln im breit gedehnten Ar­maturenbrett wieder. Immerhin.

Die Tücken des kleinen Briten

Zum ersten Probelauf muss der Choke raus und das 1,3-Liter-Austin-Motörchen bei konstant 3000 Touren gehalten werden. Und das vor dem Hintergrund, dass einem bereits bei den rund 2000 Touren Leerlaufdrehzahl die Ohren abfallen. Also nichts wie los. Die vier synchronisierten Gänge wollen mit Nachdruck in die Gassen gezwungen werden.
Eine nennenswerte Federung, schon in Serienmodellen des Ur-Mini ein schwieriges Thema, findet nicht statt. 30 km/h fühlen sich an wie 120. Ach nee, das sind ja Mei­len. Doch die Tachonadel ist eh von der hibbeligen Truppe, tanzt überdreht auf der ganzen Skala und gibt so nur grobe Peilwerte preis. Nach nicht mal einer Stunde hat sich das Problem erledigt, er­schöpft von so viel Bewegung, hopst sie von der Welle und macht es sich auf dem Boden des Kombi­instruments bequem.
Im Mini durch die Alpen
Kultiger Arbeitsplatz: Tripmaster links, Tacho mittig, unzählige Knöpfe rechts – das Cockpit des Cooper.
Bild: BMW AG
Betriebstemperatur erreicht bei dem antiken Wildfang leider nur der Motor, der kleine Innenraum bleibt dank früh öffnendem Ther­mostat knapp über der Frostgren­ze. Immerhin halten die hohen Bedienkräfte warm. Schon jetzt ist klar: Es gibt Autos, bei denen man sich mehr auf 500 bevorstehende Kilometer freut als im Mini. Dafür vermittelt der mit seinem ungefil­terten Fahrverhalten ein Gefühl dafür, was die Männer um Paddy Hopkirk damals leisten mussten.
Ist man gerade nicht in Gedan­ken an die Vergangenheit oder mit dem Rühren im Getriebe beschäf­tigt, kann man die linke Hand eigentlich nonstop hochhalten. Wo wir auch auftauchen, die Men­schen bleiben stehen, machen Fotos, sind entzückt. Ein größerer Sympathieträger als der klassische Mini ist neben Käfer und Fiat 500 kaum vorstellbar.
Im Mini durch die Alpen
Zäher Schreihals: Der 1,3-Liter-Vierzylinder braucht Drehzahl, bevor er seine 90 PS rauslässt.
Bild: BMW AG
Das sehen auch die Kumpels James und Ferg so, die mit ihrem angezählten MGB GT ebenso nach Zell reisen und uns vom Straßen­rand heranwinken. Also schnell den Anker werfen, mit dem alten Engländer brauchen die beiden bestimmt Hilfe. Doch weit gefehlt. Die beiden Londoner machen den 2700-Kilometer-Trip entspannt übers verlängerte Wochenende und sind allerbester Dinge. Probleme? "No!", wehrt James ent­schieden ab. "It's an English car!" Britischer Humor hat eine ganz eigene Qualität. Nachdem wir ihnen klarge­macht haben, warum unser Mini zum englischen Kennzeichen auch noch eines aus München trägt und dass uns der Auspuff nicht abge­fallen ist, sondern das so sein soll, röhren wir weiter.

Fahrt in die Historie

An steilen Anstiegen will die kleine Fräse bei Laune gehalten werden. Damit auch nur im Ent­ferntesten etwas von den verspro­chenen 90 PS zu spüren ist, braucht es Drehzahl. Nicht weni­ger als 3000, sonst kommt nichts, nicht mehr als 5000, das haben sie sich bei BMW von uns gewünscht. Während dem kleinen Engländer mit jedem Höhenmeter mehr die Luft ausgeht, treffen wir in Bay­rischzell (802 Meter) auf einen, der noch lange nicht schlappmacht. Bei Foto Huber bedient der Chef, Willi Huber, selbst. Und das seit über 70 Jahren! Huber, der in ein paar Tagen seinen 90. Geburtstag feiert, hat schon zu Zeiten des Wirtschaftswunders hinter sei­nem Tresen gestanden, Schwarz-Weiß-Filme verkauft und entwickelt. Als der Mini die Rallye Monte Carlo gewann, war er schon fast 30.
Im Mini durch die Alpen
Alte Könner unter sich: Seit über 70 Jahren betreibt Willy Huber sein Geschäft in Bayrischzell. Stolz zeigt der 90-Jährige einen Bericht von sich.
Bild: BMW AG
Während sich um ihn he­rum die Welt verändert, scheint für den rüstigen Herrn, der optisch auch als Mitte 70 durchgehen könnte, alles beim Alten geblieben zu sein. Inmitten von Bierkrügen, Postkarten und Andenken resü­miert er, was sich für ihn persön­lich geändert hat: "Ich muss mitt­lerweile früher ins Bett", erzählt er schmunzelnd, während er einen riesigen Kartenständer, der min­destens so alt ist wie unser Mini, vor sein winziges Geschäft rüttelt – Hilfe unerwünscht. Selbst Filme verkauft er noch. Heute kommen die Kunden von weit her, weil sie sie sonst kaum noch bekommen. Ans Aufhören will er nicht denken: "Was soll ich denn sonst machen?" Zum Abschied gibt es einen lan­gen, herzlichen Händedruck und eine Forderung: "Den Wagen lasst ihr aber scho hier, oder?" Er strei­chelt verliebt über die geschwun­gene Haube des Mini, der mit sei­ner wilden Kriegsbemalung nicht nur vom Alter her toll zu dieser Zeitkapsel des Einzelhandels passt. Doch er wird noch ge­braucht. Beim Davonrollen ent­decken wir zwischen alten "Agfa-Film"-Reklamen und Ent­wicklungsbox den Beweis, dass sich auch bei Foto-Huber die Erde weiterdreht: Weniger ausgeblichen als der Rest kündet ein Schild da­von, dass man nun auch Speicher­karten für Digitalkameras führe …

Eisiger Spaß

Noch alles vor sich haben da­gegen Lukas und Jakob Lanner, die mit ihren Eltern einen Berghof über Zell bewohnen. Als wir an ihrer Einfahrt halten, kommen die Brüder mit einem Gesicht, als wäre Weihnachten und Ostern gleichzeitig, und rennen auf den Mini zu. Gut möglich, dass sie ihn für ein neues Spielzeug halten. Als klar ist, dass sie dürfen, was sie wollen, entern sie euphorisch das Innere, lassen sich jeden Handgriff so detailliert erklären, als wollten sie selbst hiermit die Monte in Angriff nehmen.
Im Mini durch die Alpen
Die Rezeptur von breiter Spur und langem Radstand für maximalen Fahrspaß geht noch heute auf. Wenn man nur nicht immer im Getriebe rühren müsste.
Bild: BMW AG
Da die Hupe es der Tachonadel gleichgetan und sich verabschie­det hat, winken wir zum Abschied und starten den Vierzylinder ein letztes Mal für heute. Das Hotel ist nur noch ein paar Kilo­meter entfernt. Einsteigen, lenken und schalten – der Mini und ich haben uns während des Tages anein­ander gewöhnt. Ein letztes Mal hochjubeln, eine letz­te Kurve, dann geht es in die Box. Oder besser: auf den Parkplatz. Vom Bal­kon sehe ich, wie er im Schneegestöber vor sich hinknistert. Die Strapazen des Tages hat er viel lässi­ger weggesteckt als ich. Ein zäher, charakterfester Bur­sche. Im Wassersport heißt es, dass mit viel Wind jeder segeln könne, sich erst bei einer lauen Brise die Spreu vom Weizen trenne. Viel­leicht ist es im Motorsport dasselbe. Mit viel Kraft schnell zu fahren, ist ein­fach, im Mini dagegen eine Herausforderung. Morgen, beim Ice Race in Zell, überlässt der Senior die Bühne seinen jungen Brü­dern. Uns hat er schon heute begeistert. Früher war natürlich vieles schwe­rer, ganz sicher aber nicht alles schlechter.
Im alten Mini schnell fahren? Und sogar die Rallye Monte Carlo gewinnen? Was nach einer Unmöglichkeit klingt, wurde vor 60 Jahren Realität. Und auch im Nachbau und ohne Rallyeass Hopkirk am Steuer kann der Renn- Zwerg noch immer faszinieren. Indem er durch konsequen­ten Verzicht das Maximale herausholt und vermeintliche Nachteile ins Gegenteil verkehrt. Einzige Gemeinheit: Von seiner Besatzung erwartet er dasselbe. Nach einem langen Tag lässt er uns kaputt, aber glücklich zurück.