Wer den Ariya zum ersten Mal sieht, könnte ihn fast für eine Studie halten. Die flache Front mit dem geschlossenen Kühlergrill, die schmalen LED-Leuchten und die gestreckte Dachlinie wirken selbst vier Jahre nach der Premiere futuristischer als bei vielen Wettbewerbern. Während das Design zahlreicher Elektro-SUV inzwischen austauschbar wirkt, hat sich Nissan seinen ganz eigenen Stil bewahrt.

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Zum Modelljahr 2026 bleibt die Technik weitgehend unverändert. Nissan bietet den Ariya weiterhin mit Front- oder Allradantrieb an. Den Einstieg markiert der 242 PS starke Ariya Evolve Pack mit Vorderradantrieb. Darüber rangiert der 306 PS starke e-4ORCE mit zwei Elektromotoren, die ihm zu Allradantrieb verhelfen. Wir waren mit der Einstiegsversion samt 87-kWh-Batterie unterwegs – laut WLTP sind damit bis zu 531 Kilometer Reichweite möglich.

Nissan Ariya: mehr Lounge als Cockpit

Auf den Strecken in und um Barcelona wird rasch klar, worauf Nissan den Schwerpunkt gelegt hat. Der 242 PS starke Elektromotor beschleunigt in 7,6 Sekunden auf Tempo 100 und liefert seine Leistung angenehm gleichmäßig ab. Sportliche Ambitionen weckt der Ariya damit zwar nicht, müssen Käufer aber auch nicht erwarten. Viel besser passt die entspannte Leistungsentfaltung zum Charakter des Fahrzeugs.
Die Lenkung vermittelt ausreichend Präzision, das Fahrwerk fällt insgesamt eher straff aus. Vor allem kurze Bodenwellen dringen spürbar zu den Insassen durch; insgesamt bleibt der Ariya aber ein angenehmer Reisebegleiter.
Der Ariya setzt weniger auf Sportlichkeit als auf komfortables und gelassenes Reisen.
Bild: Nissan
Mindestens genauso angenehm präsentiert sich der Innenraum. Fahrer und Beifahrer sitzen auf vielfach elektrisch verstellbaren Sitzen mit Heiz- und Kühlfunktion. Hochwertig wirkende Materialien aus Kunstleder und synthetischem Wildleder schaffen eine wohnliche Atmosphäre, während Wind- und Abrollgeräusche weitestgehend im Hintergrund bleiben.
Ein cleveres Detail bleibt die elektrisch verschiebbare Mittelkonsole, die sich per Knopfdruck an die gewünschte Sitzposition anpassen lässt. Neu ist, dass die Handyablage mit induktiver Ladefunktion direkt davor positioniert ist.
Das e-Pedal genannte Fahrpedal verzögert zwar kräftig, bringt den Ariya allerdings nicht vollständig zum Stillstand – auf den letzten Metern bleibt der Druck aufs Bremspedal nötig.

Reichweite mit Einschränkungen

Die Kombination aus 87-kWh-Batterie und Vorderradantrieb verspricht laut WLTP bis zu 531 Kilometer Reichweite. Ganz so weit dürfte der Ariya im Alltag allerdings nur selten kommen.
Auf unserer Testfahrt bei hochsommerlichen Temperaturen zwischen 30 und fast 40 Grad zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von knapp 25 kWh pro 100 Kilometer. Unter diesen Bedingungen erscheinen Reichweiten zwischen 350 und 400 Kilometern wahrscheinlicher. Bei gemäßigteren Temperaturen dürfte der Aktionsradius entsprechend größer ausfallen. Dennoch zählt Effizienz nicht zu den Stärken des Japaners.
Mit integrierten Google-Diensten wirkt das überarbeitete Infotainment moderner und alltagstauglicher.
Bild: Nissan
Auch beim Nachladen gehört der Nissan nicht mehr zur Spitzengruppe. An der Schnellladesäule fließen maximal 130 kW Gleichstrom; Wechselstrom lädt der Bordlader serienmäßig dreiphasig mit 11 kW. Das reicht im Alltag aus, aber Hyundai Ioniq 5 oder Kia EV6 bieten inzwischen deutlich höhere Ladeleistungen.
Punkten kann der Ariya dagegen mit seiner serienmäßigen Vehicle-to-Load-Funktion. Per Adapter wird der Ladeanschluss zur Steckdose und versorgt unterwegs problemlos elektrische Geräte mit Energie.

Modernisiertes Infotainment

Die sichtbarsten Änderungen der Modellpflege finden im Cockpit statt. Das Infotainment integriert jetzt Google Maps direkt ins Fahrzeug. Die Navigation funktioniert dadurch schnell und mit den bekannt zuverlässigen Verkehrsdaten. Zwei 12,3-Zoll-Displays sowie das große Head-up-Display sorgen zusätzlich für einen moderneren Auftritt.
Die flache Front, schmale LED-Leuchten und die elegante Dachlinie verleihen dem Ariya einen unverwechselbaren Auftritt.
Bild: Nissan
Nicht ganz überzeugen können dagegen einige Assistenzsysteme. Der Spurhalteassistent greift früh ein, der Geschwindigkeitswarner meldet sich akustisch recht häufig zu Wort. Auch die Bilder der neuen 360-Grad-Rundumsicht könnten etwas weniger verzerrt fusioniert werden.
Dafür sammelt der Nissan mit seinem großzügigen Raumangebot und 468 bis 1350 Litern Ladevolumen Pluspunkte. Wer Wert auf Design und Alltagstauglichkeit legt, findet im Ariya nach wie vor einen der eigenständigsten Vertreter seiner Klasse.