Nissan GT-R: Replikat auf Ford-Basis
Warum soll dieser Nissan GT-R nur 7500 Euro kosten?

Nur 7500 Euro für einen Nissan GT-R? Ganz einfach: Es ist ein Replikat. Unter der täuschend echten Karosserie steckt ein Ford Cougar. Aktuell steht das Einzelstück zum Verkauf!
Bild: mobile.de/Dmitrii Efimkin
Ein Traumauto zum Kleinwagen-Preis? Schwierig, aber nicht unmöglich! Wenn es in erster Linie ein ordentlicher Auftritt sein soll, dann wäre dieser Nissan GT-R genau das richtige Auto!
Replikate, Nachbauten, Fakes: viele Begriffe, die alle mehr oder weniger dasselbe beschreiben – ein Auto, das vorgibt, etwas Besseres zu sein. Vor allem in der 80er- und 90er-Jahren boomte das Geschäft mit Replikaten geradezu.
Wer erinnert sich nicht an die Ferrari 355 auf Basis des Pontiac Fiero? Nicht selten waren dieses Replikat auch von Ungeschulten auf mehrere Hundert Meter als Fakes auszumachen. Mal passte die Front nicht, mal war das Heck misslungen, und meistens sahen die Proportionen irgendwie unstimmig aus. Spätestens beim Blick in den Motor- oder Innenraum waren die Nachbauten aber enttarnt.

Auf den Fotos macht der Low-Budget-GT-R keinen schlechten Eindruck. Erst recht nicht angesichts des Preises von nur 7500 Euro.
Bild: mobile.de/Dmitrii Efimkin
Ein Fakt, der auch auf diesen Möchtegern-Nissan-GT-R zutrifft, der im früheren Leben mal ein Ford Cougar war. Angeboten wird der Umbau von privat in der kroatischen Stadt Dubrovnik. Und während Profis den Nachbau natürlich sofort an Details wie Türgriffen oder Felgen entlarven, ist die Transformation insgesamt recht gut gelungen. Oder lassen Sie es mich anders ausdrücken: Ich habe schon deutlich schlechtere Replikate gesehen!
Es gibt schlechtere Nachbauten
Auf den Fotos scheint es, als wären Teile im OEM-Look (womöglich Originalteile) verwendet worden. Schürzen, Kotflügel vorne, Scheinwerfer und mehr passen auf den ersten Blick. In der Seitenansicht scheinen sogar die Proportionen ordentlich getroffen zu sein.
Ein Eindruck, der sich durch Zahlen belegen lässt, denn mit einem Radstand von knapp 2,71 Metern ist der Ford Cougar nah dran an den 2,78 Metern des Nissan GT-R. In puncto Gesamtlänge der beiden Autos herrscht sogar fast Gleichstand (4,70 Meter Ford und 4,66 Meter Nissan).
Der nur zwischen 1998 und 2002 angebotene Ford Cougar scheint als Basis für den Lowbudget-GT-R also keine schlechte Wahl gewesen zu sein. Einzig der Innenraum steht dem Original dann doch in praktisch allem nach – weißes "Leder" und ein extra großes GT-R-Logo auf dem Lenkrad hin oder her.

Im Innenraum lässt sich die günstige Ford-Basis nicht verbergen. Da hilft auch das große GT-R-Logo nichts.
Bild: mobile.de/Dmitrii Efimkin
Okay, und auch bei der Motorisierung kann der Ford nicht mal ansatzweise mit dem Original mithalten. Zwar besitzen beide Autos einen V6, doch das war es auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Wo im Nissan stets ein 3,8-Liter-V6-Biturbo mit mindestens 485 PS für Vortrieb sorgt, müssen im Replikat 170 PS aus einem 2,5-Liter-Sechszylinder ohne Aufladung reichen. Auch Frontantrieb und Handschaltung klingen so gar nicht nach GT-R.
7500 Euro soll der GT-R kosten
Immerhin soll das wilde Replikat seit dem Umbau im Jahr 2019 nur gerade mal 1500 Kilometer gefahren sein. Die Gesamtfahrleistung ist unbekannt. Der Preis fällt mit 7500 Euro äußerst moderat aus, schließlich kostet der günstigste in Deutschland angebotene R35 GT-R aktuell 62.900 Euro. Und optisch macht der auch nicht mehr her – vorausgesetzt, Türen und Motorhaube des Nachbaus bleiben geschlossen.
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