Oldtimerversicherung: Schutz für den Liebling

Oldtimer-Versicherung

Schutz für den Schatz

Wer seinen Oldtimer liebt, sollte ihn gut versichern. Das Gute: Klassiker-Policen sind oft günstiger als normale Kfz-Versicherungen. AUTO BILD hat alle Infos zur Oldtimer-Versicherung.
Für einen schicken Oldtimer muss man mitunter richtig viel Geld auf den Tisch legen. Die Versicherung der alten Schätzchen ist dagegen häufig verhältnismäßig günstig. Schließlich gehen von den Klassikern oft deutlich geringere Risiken für die Versicherungsgesellschaft aus als von Alltagsautos. Wir haben alle wichtigen Infos zur Oldtimer-Versicherung für Sie zusammengestellt.

Was sind die Vorteile einer Oldtimer-Versicherung?

Der größte Vorteil: Klassiker-Versicherungen sind in der Regel günstiger als Policen für normale Alltags-Autos. Old- oder Youngtimer und ihre Eigner sind für Versicherer nämlich ein "gutes Risiko". Die Fahrzeuge werden meist nur selten und vorsichtig bewegt. Sie sind in der Regel in abgeschlossenen Garagen untergebracht und werden fast immer vorbildlich gewartet. Dazu kommt, dass viele Halter über reichlich Erfahrung hinter dem Lenkrad verfügen. Kurzum: Das Schadensrisiko ist gering und in vielen Fällen auch die Versicherungsprämie. Außerdem verzichten die meisten Versicherer bei den Oldtimer-Tarifen auf Schadenfreiheitsklassen. Wer also einen Crash mit seinem Schätzchen hat, wird üblicherweise nicht schlechter eingestuft – die Versicherungsbeiträge bleiben auch nach dem Unfall konstant. Außerdem sind bei vielen Oldtimer-Versicherungen die Leistungsumfänge der Kasko-Versicherung größer als bei normalen Tarifen (siehe unten).
KFZ-VERSICHERUNGSVERGLEICH
Versicherung vergleichen und bis zu 60% sparen!
Ein Service von

Für welche Autos gibt es eine Oldtimer-Versicherung?

Die günstigen Tarife sind in fast allen Fällen an strenge Bedingungen geknüpft. Zwar ist es nahezu egal, um was für ein Auto es sich handelt. Selbst für Motorräder, Traktoren oder Lastkraftwagen gibt es Oldtimer-Versicherungen. Doch spielt fast immer das Alter eine entscheidende Rolle: In der Regel muss das zu versichernde Fahrzeug älter als 20 Jahre sein, manche Versicherer setzen sogar 25 Jahre voraus. Außerdem wird der Zustand des Wagens berücksichtigt. Um eine Oldtimer-Versicherung nutzen zu können, sollte sich der Wagen in einem guten Originalzustand befinden. Ein Gutachten mit der Mindestnote 3 ist bei vielen Versicherungsgesellschaften Pflicht. Zusätzlich legen einige Assekuranzen einen Mindestwert für Oldtimer fest, die Spanne reicht hier von ein paar Tausend Euro bis hin zu 25.000 Euro oder mehr. Ist der Wagen weniger Wert, kommt er für eine Oldtimerversicherung bei diesen Gesellschaften nicht in Betracht.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Neben dem Mindestalter und einem guten Zustand des Autos müssen häufig weitere Voraussetzungen erfüllt werden, um eine Oldtimer-Versicherung nutzen zu können. Die günstigen Versicherungsprämien basieren schließlich auf der niedrigen Risiko-Einschätzung, und die hängt wiederum stark mit der Annahme zusammen, dass Oldtimer nur wenig gefahren werden. Deshalb verbieten fast alle Versicherungen die Nutzung des Oldtimers als Alltagsfahrzeug. Viele Gesellschaften setzen sogar voraus, dass man noch ein weiteres Fahrzeug besitzt. Zusätzlich wird, um das Risiko eines Schadens zu minieren, fast immer die maximale Jahresfahrleistung beschränkt. Bei den meisten Anbietern liegt sie zwischen 6.000 und 9.000 Kilometern. Das reicht für Sonntagsfahrten und eine ausgedehnte Urlaubsreise mit dem Schätzchen allemal. 
Einige Versicherungen schränken zudem den Fahrerkreis ein. Häufig darf nur hinters Steuer, wer mindestens 23 Jahre alt ist. Außerdem gibt es hin und wieder noch Vorschriften zur Unterbringung des Wagens. Nicht selten muss der Versicherungsnehmer nachweisen, dass das Schätzchen in einer Garage untergebracht ist. Schließlich wird auch dadurch das Risikio einer Beschädigung oder eines Diebstahls gesenkt.

Mit welchen Kennzeichen ist die Versicherung möglich?

Grundsätzlich ist die Oldtimer-Versicherung nicht an ein spezielles Kennzeichen gebunden. Sie kann also in der Regel beantragt werden für Autos mit einem:
• normalen, schwarzen Kennzeichen
• Saisonkennzeichen
H-Kennzeichen (für Autos ab 30 Jahren)
• historischen Saisonkennzeichen
• roten 07er-Kennzeichen
Vor allem bei den Saisonkennzeichen gibt es aber auch hier je nach Versicherer mitunter Einschränkungen. Einige setzen einen Mindest-Zulassungszeitraum bei Saisonkennzeichen von beispielsweise fünf Monaten voraus, andere bieten ihre Oldtimer-Tarife nicht für sogenannte Winterautos, die etwa nur von Oktober bis März zugelassen sind, an. Erstaunlich: Manche einem Traktor-Besitzer soll es schon gelungen sein, mit einem grünen Kennzeichen eine Oldtimer-Versicherung zu ergattern. Dabei dürfte es sich allerdings um eine Ausnahme handeln: Das grüne Kennzeichen setzt unter anderem die landwirtschaftliche Nutzung voraus, die Oldtimer-Versicherung hingegen verbietet üblicherweise den alltäglichen Gebrauch.

Wie unterscheidet sich die Leistung?

Wie bei der normalen Kfz-Versicherung wird auch bei den Oldtimern in Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko unterschieden. Die Haftpflicht ist auch für Klassiker vorgeschrieben und übernimmt Schäden, die man selbst Dritten zufügt. Unterschiede zu den üblichen Tarifen gibt es vor allem bei der Teilkasko: Wie gewohnt, springt die Oldtimer-Versicherung zum Beispiel bei Schäden durch Glasbruch, Diebstahl oder Hagel ein. Doch erweitern viele Versicherer den Umfang bei Oldtimern auch auf
Vandalismus,
• Schäden an Einzelteilen, die zur Restaurierung demontiert wurden,
• Fahrzeugersatzteile, die separat gelagert werden,
• aber zum Beispiel auch Transportschäden, wenn der Wagen auf einem Hänger gezogen wird und das Gespann einen Unfall hat.

Für teure Sammlerstücke wie den Lancia Stratos kann sich eine Allgefahren-Police lohnen.

Die Vollkasko-Versicherung deckt bei Oldtimern wie bei normalen Policen vor allem selbstverschuldete Schäden ab. Viele Versicherer schließen hier auch noch sogenannte "unerwartete Risiken" ein. Dazu zählen zum Beispiel Schäden durch Ungeziefer, das es sich in der Winterpause im Innenraum gemütlich macht, aber auch Feinheiten wie etwa Schäden durch Teerspritzer, wenn man durch eine Straßenbaustelle fährt. Darüber hinaus gibt es bei manchen Versicherungen auch "Allgefahren-Policen", die auch dann greifen, wenn zum Beispiel in der Garage ein Regal umfällt und das Auto beschädigt.
Viele Versicherungen bieten außerdem zusätzlich eine Restaurierungsversicherung an, die das Auto zum Beispiel schon während der Instandsetzung schützt, wenn es noch gar nicht angemeldet ist. Zusätzlich haben einige Anbieter zudem Sondertarife für Sammlungen im Programm. Muss ein geliebtes Fahrzeug erst noch zum Young- bzw. Oldtimer reifen und steht dafür abgemeldet in einer Garage, bietet sich zu seinem Schutz eine Ruheversicherung an.

Welcher Wert ist bei Oldtimer-Policen versichert?

Oldtimer werden in der Regel zum Marktwert versichert, der üblicherweise den Durchschnittspreis eines Fahrzeugs beim Privatkauf widerspiegelt. Mitunter lässt sich bei der Versicherung aber auch der Wiederbeschaffungswert, der sich auf Händlerpreise bezieht, oder der Wiederherstellungswert ansetzen. Bei letzterem sind neben der Beschaffung auch Kosten für die Instandsetzung mit einkalkuliert. Praktisch: Viele Tarife schließen automatisch eine Wertsteigerung, in der Regel von bis zu zehn Prozent, mit ein. Ist der Wagen beim Schadensfall bereits mehr Wert, als beim Versicherungsabschluss angegeben, hat man einen kleinen Puffer nach oben. Allerdings sollte der Wert regelmäßig überprüft und die Versicherung entsprechend angepasst werden.

Was kostet die Versicherung und wovon sind die Kosten abhängig?

Der Zustand des Fahrzeugs ist wichtig für die Kalkulation der Kasko-Prämie.

Pauschale Tarife existieren bei der Kfz-Versicherung für Oldtimer nicht. Die Versicherungsbeiträge hängen in der Regel vom Modell, Zustand und Wert der Fahrzeuge ab und werden individuell berechnet. Typ- und Regionalklassen spiele keine Rolle und es gibt keine Schadenfreiheitsklassen. Die Beiträge für die Haftpflicht richten sich häufig nach der Motorleistung, für die Kasko-Tarife ist der Wert entscheidend. Hier spielt es dann eine Rolle, ob der Marktwert, Wiederbeschaffungswert oder Wiederherstellungswert versichert werden soll (siehe oben). Wie bei normalen Kfz-Versicherungen wirken sich mitunter auch bei der Oldtimerversicherung weitere Faktoren auf den Preis aus, zum Beispiel das Alter des Halters oder weitere im Haushalt vorhandene Fahrzeuge, die beim gleichen Anbieter versichert sind.

Autoren: Michael Gebhardt, ,

Stichworte:

Oldtimer Youngtimer

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.