Opel Adam: Kaufberatung
Gesucht: Der beste Opel Adam

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Der Adam soll Kunden anlocken, die sonst Mini fahren oder Fiat 500. Damit das klappt, bietet Opel fast unzählbar viele Varianten an. Wer soll da durchblicken? Die Kaufberatung bringt Licht ins Dunkel.
So viele Möglichkeiten gibt es, einen Adam zusammenzustellen, dass Opel für den Kleinen einen eigenen Konfigurator gebaut hat. Sieben Motoren und sechs Ausstattungen treffen auf 19 Lack- und sieben Dachfarben. Dazu kommen die Faltdachvariante Open Air, der etwas kerniger aussehende Rocks sowie der Adam S. Die Motoren reichen vom Reihenvierzylinder-Sauger mit 70 PS bis zum 150-PS-Turbo. In der Mitte: ein Turbo-Dreizylinder mit 90 oder 115 PS. Opel leistet sich den Luxus, vier Motoren mit Leistungen um die 100 PS anzubieten. Gehen wir die Sache dieses Mal nicht ganz so pragmatisch an, denn der Adam möchte weniger mit dem Maßband erfahren werden. Er möchte sich lieber mit dem Mini messen oder auch dem Fiat 500 und dem DS3. Dass das Konzept funktioniert, zeigt das Beispiel des Fiat 500: Der verkauft sich viel besser als der pragmatische, günstigere und technisch identische Panda.
Überblick: Alle News und Tests zum Opel Adam

Der Adam basiert auf dem Corsa und wird im thüringischen Eisenach gefertigt.
Bild: Werk
Die Preisliste startet bei 11.750 Euro
Wer Farbe in den Alltag bringen möchte, kann seinen Adam in Sunny Yellow oder Mojito Green bestellen. Die Farbauswahl ist groß und erfrischend untrist. Groß ist auch die Bandbreite der möglichen Basispreise: 11.750 Euro kostet der günstigste Adam mit 70 PS. Der S als sportliches Topmodell mit 150 PS, Spoilern und 17-Zoll-Rädern verlangt nach 18.890 Euro. Der Rocks im Abenteurlook und mit dem 150-PS-Turbo des S bleibt nur einen Zehner unter 20.000 Euro. Legen wir den Kaufpreis für einen Adam S doch spaßeshalber als Limit fest: Mehr als 18.990 Euro soll unsere Konfiguration nicht kosten. Das hieße also, den Rocks mit ein paar Extras könnten wir uns gönnen. Oder den S ohne Extras. Oder weniger Motor und mehr Ausstattung. Wir könnten zum Beispiel auf das Rocks-Outfit verzichten und hätten einen Open Air. Oder wir konfigurieren einen Adam ohne Faltschiebedach. Wir steigen ein, fahren los und rechnen dann aus, welcher Motor und welche Ausstattung den besten Adam von allen ergibt. Die vielen Farben kombinieren Sie bitte am besten selbst.
Luftig, sportlich, kernig: Der Kunde hat die Wahl

Typisch: Faltdach, beim Open Air serienmäßig und elektrisch betrieben.
Bild: Tobias Kempe
Im Fond ist Leidensfähigkeit gefragt
Bedenken sollte, wer einen Adam kauft: Eine Rückbank und ein Kofferraum sind zwar vorhanden. Doch am besten legt man beides zusammen. Denn der schmale Schacht hinter den Rücksitzen ist nur bei äußerst wohlwollender Betrachtung wirklich praktisch – und zwar, weil dort die Tüten für einen Single-Einkauf beim Bremsen nicht umfallen können. Die Ladekante ist nach innen so tief, dass dahinter ein Wasserkasten komplett verschwindet, und die Hutablage hängt an keiner Schnur, möchte also von Hand angelupft und wieder zurückgelegt werden. Weil er so praktisch wäre, kauft also vermutlich keiner einen Adam. Die Rückbank selbst ist für Erwachsene nur bedingt geeignet, doch das ist bei der Konkurrenz nicht anders. Dafür sitzen Fahrer und Beifahrer bequem in gar nicht kleinwagenhaften Sitzen und mit ausreichend Raum in alle Richtungen. Die Übersicht geht in Ordnung, der Anteil der Einparkhilfe liegt bei 50 Prozent – sie ist nicht unbedingt nötig. Sehr solide wirkt die Verarbeitung, liebevoll genarbt geradezu die Oberfläche des Instrumententrägers. Auch Kopfsteinpflaster bringt das Interieur nicht zum Knirschen. Ablagen gibt's genug, die Instrumente sind gut ablesbar. Nicht ganz auf der Höhe ist der niedrig montierte Bildschirm in der Mittelkonsole – ein Erbe vom vorigen Corsa. Auch das Fehlen einiger hilfreicher Systeme kann man dem Adam ankreiden: Einen Notbremsassistenten etwa gibt es auch gegen Aufpreis nicht.
Motoren und Getriebe: Die Reihe der Vernunft

Kulitiviert aber frei von Temperament: Der Basis-Motor ist nur etwas für Preis-Jäger und reine Stadtfahrer.
Bild: Toni Bader
1.4 (87 PS): Für 850 Euro mehr rückt Opel den 200 Kubik größeren Motor raus, der mit 87 PS schon deutlich flotter zu Werke geht: 12,5 Sekunden für die Beschleunigung von 0 auf 100 sind ein spürbarer Gewinn an Souveränität. Von 80 auf 120 km/h sprintet er im fünften Gang um ein Drittel schneller als der Basis-Adam. Auch die Höchstgeschwindigkeit wird autobahn- und langstreckentauglich: 176 statt 165 km/h. Dazu verlangt er noch nicht einmal mehr Sprit. 1.4 Easytronic (87 PS): Das automatisierte Getriebe bedient sich mit seiner abwegigen Schaltgasse nicht so leicht, wie es der Name Easytronic suggeriert. Beim Anfahren dauert es einen Moment zu lang, bis die Kupplung schließt, der Adam rollt zunächst zurück. Wer jetzt vor Schreck mehr Gas gibt – was eine verständliche Reaktion wäre –, eilt wenig elegant mit pfeifenden Reifen los. Eine Automatik mit klaren Schwächen und einem niedrigen Preis: 600 Euro kostet das automatisierte Schalten. Eine wirtschaftliche Alternative ist es auch wegen der längeren Übersetzung: Bei 160 km/h dreht der Motor 400 Touren niedriger.1.4 LPG (87 PS): Wahlweise bietet Opel die schwächere Variante des 1.4-Vierzylinders mit einer Umrüstung auf Flüssiggas an. Dann verschlechtern sich die Fahrleistungen zwar etwas, doch die Tankkosten sinken deutlich, der CO2-Ausstoß ein wenig – eine überlegenswerte Alternative für Vielfahrer, die das weitmaschigere Tankstellennetz für Autogas nicht scheuen. Weil der Benzintank erhalten bleibt und das Autogas in einem Extratank lagert, steigt außerdem die Reichweite. 1.4 (100 PS): Gerade einmal 590 Euro verlangt Opel für 13 PS mehr. Das Drehmoment des 1,4-Liter-Vierzylinders bleibt gleich, auch Gewicht, Verbrauch und damit der CO2-Ausstoß verändern sich nicht. Eine sinnvolle Investition mithin, könnte man meinen. Denn immerhin verbessert sich der Sprint auf 100 km/h um eine Sekunde. Doch die Newtonmeter und damit die Durchzugskraft bleiben gleich, die Mehrleistung liegt bei höheren Drehzahlen an. Für 355 Euro extra sind Start-Stopp und andere Maßnahmen dabei, die den Verbrauch und damit den CO2-Ausstoß sowie die Jahressteuer senken. Maßnahmen, die der Dreizylinder serienmäßig hat. Den bekommt, wer weitere 705 Euro investieren mag. Ein lohnender Aufpreis.

Sportfahrwerk und 17-Zoll-Räder lassen den Adam S auf der Straße haften.
Bild: Tobias Kempe
Ausstattung: Im Zeichen der optischen Individualisierung

Lime Yellow ist eine von 20 Farbvarianten für die Dekorleisten in Mittelkonsole, Armaturenträger und Türen.
Wer lieber auf Nummer sicher geht, gibt das Geld für die hinteren Parkpiepser aus. Was aber auch nicht sein muss, weil das Heck des Adam als hinreichend übersichtlich angesehen werden kann. Audiophile werden lieber 200 Euro in den DAB-Radioempfang stecken. Auch die 400 Euro für das Infinity-Soundsystem sind wohlfeil für ein wohlklingendes Radio. Neu im Adam ist das logischer bedienbare Intellilink-Navitainment, wie es auch in Karl und Astra eingesetzt wird. Die beliebtesten Extras sind übrigens in dieser Reihenfolge: Wärmeschutzverglasung, Sitz- und Lenkradheizung, Intellilink-Radio, Einparkhilfe und Klimaautomatik. Generell kreuzen Rocks-Käufer häufiger Extras an und bestellen auch stärkere Motoren. Die beliebteste Ausstattungslinie ist der Jam. Sehr vernünftig.
Weitere Infos zum Opel Adam sowie unsere konkreten Kaufempfehlungen finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.
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