Opel Astra: Kaufberatung
Gesucht: Der beste Opel Astra

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Starkes Stück: Im direkten Vergleich zum Vorgänger macht der neue Astra einen deutlichen Sprung nach vorn. Und dabei hat Opel die Einstiegspreise auf gleichem Niveau gehalten.
Der aktuelle Astra K ist das modernste Modell der Marke Opel. Er trägt zu gleichen Teilen die Hoffnung auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens und die Last eines Technologieträgers. Denn statt, wie branchenüblich, moderne Fahrzeugtechnologien in einem Oberklassemodell in den Markt einzuführen, über nimmt bei Opel der kompakte Astra diese Aufgabe. Und selbstbewusst lassen die Rüsselsheimer ihren Neuen in einem mäßig viralen Werbespot fünf Oberklasselimousinen überspringen. Ob er auch in der Kompaktklasse das Zeug zum Überflieger hat, soll die Kaufberatung klären.
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Karosserie: Stufenheck fliegt raus, GTC wird eigenes Modell

In der Zulassungsstatistik vom Februar 2016 befindet sich der neue Astra auf dem 6. Platz.
Bild: Martin Meiners
Positiv: Die äußere Ladekante liegt nun einen halben Zentimeter tiefer – das gefällt uns. Weniger gut gefällt uns dagegen die Stufe auf der Innenseite – hier muss sämtliches Ladegut wieder rund 25 Zentimeter nach unten. Dass das ziemlich unpraktisch ist, fiel in Rüsselsheim auch schon auf. Deshalb soll mit der nächsten Preisliste ein doppelter Ladeboden angeboten werden; preislich wird sich dieser zwischen 70 und 100 Euro bewegen. Für 70 Euro bekommen Sie auch ein Notlaufrad – damit wandert der Ladeboden deutlich nach oben, der Kofferraum verliert im Gegenzug 60 Liter Ladevolumen. Weiteres Volumen hat Opel beim Tank reduziert – der fasst beim Astra K nur noch magere 48 statt der 56 Liter des (durstigeren) Vorgängers. Wir konnten den Testwagen dennoch deutlich übertanken. Die Benziner fassten mindestens noch weitere sieben, der Diesel mindestens noch fünf Liter, nachdem die Zapfpistole abgeschaltet hatte.
Windschlüpfig: Der Astra erreicht den cW-Wert vom Porsche 911

Die Übersicht allerhöchstens passabel. Glücklicherweise sind Parkpiepser am Heck ab der zweiten Linie Business Standard.
Bild: Erwin Fleischmann
Empfehlenswert: die 18-fach einstellbaren Ergonomiesitze

Der neue Sports Tourer steht im April 2016 bei den Händlern.
Bild: Werk
Antrieb: Neun Motoren von 95 bis 200 PS stehen zur Wahl

Die sparsamen Autogasmotoren sind für den neuen Astra nicht mehr verfügbar. Ob es ein neues bivalentes Aggregat geben wird, ist noch nicht entschieden.
Bild: Erwin Fleischmann
Ausstattattung: Business hat das beste Preis-Leistungsverhältnis

Zwei Neuerungen: Die elektrische Servolenkung meldet gut zurück und ist präzise. Die neue Mittelkonsole ist endlich entrümpelt.
Bild: Tobias Kempe
Ein weiteres gewichtiges – besser: erhellendes – Argument für Business ist das gleichförmige und helle LED-Licht (1350 Euro). In jedem Scheinwerfer sitzen acht LED-Elemente, bei aktivierter Fernlichtautomatik blenden außerhalb von Ortschaften und oberhalb von 55 km/h alle LEDs voll auf – der Lichtkegel reicht weit voraus und zeigt auch eine gute seitliche Ausleuchtung. Werden entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge erkannt, schaltet die Automatik einzelne LED-Segmente ab. So werden andere Autos maskiert, das direkte Umfeld aber weiter ausgeleuchtet. Das funktionierte auf unseren Testfahrten eindrucksvoll. Bei Opel werden sie sich über unseren Tipp freuen, denn damit die Automatik den Gegenverkehr erkennen kann, ist die Frontkamera (650 Euro) Voraussetzung. Die füttert mit ihren Daten auch den Kollisionswarner, der zwischen 8 und 60 km/h auch eine Gefahrenbremsung einleitet, dazu liest sie Verkehrsschilder und zeigt deren Gebote im Display an, und sie steuert den Spurhalteassistenten. Der greift zwischen 60 und 180 km/h unsichtbar ins Lenkrad, wenn ein Überfahren der Fahrbahnmarkierung ohne vorheriges Blinken droht. Die Lenkkorrektur erfolgt kraftvoll, aber nie ruckartig, sie ist sehr fein abgestimmt. Das System schaltet sich auch nach mehreren Eingriffen in Folge nicht ab, fordert dann aber dazu auf, die Hände ans Lenkrad zu nehmen.
Hilfsbereit: Mit OnStar ist man nie allein
Die Frontkamera wiederum arbeitet nicht mit dem einfachen Radio R 300 BT zusammen. Das Modell R 4.0 mit Siebenzoll Touchscreen kostet für Business 350 Euro. Weil es sowohl Android Auto als auch Apple Car Play beherrscht, können Sie damit ausgewählte Anwendungen Ihres Handys direkt auf dem Display im Astra nutzen. So sparen Sie sich das teurere Navi 900 – dessen Display ist ein Zoll größer, kann derzeit aber nur mit Apples iPhone kommunizieren. Für Business kostet es 990, sonst 1500 Euro. Ein weiterer, bereits bekannter Helfer bei Opel ist OnStar (490 Euro). Kunden erreichen damit rund um die Uhr eine Telefonzentrale, die Auskünfte erteilt oder Notrufe annimmt. Ersteres wurde zu unserer Zufriedenheit erfüllt, erfragte Adressen können vom optionalen Navi 900 als Ziel empfangen werden. Aber Achtung: OnStar weiß immer, wo Ihr Astra ist – hilfreich, wenn der Wagen gesucht wird. Wünschen Sie das nicht können Sie die Ortung deaktivieren. Nur wenn Airbags ausgelöst werden oder der Wagen auf dem Dach landet, ruft OnStar in jedem Fall Rettungskräfte zum Unfallort. Außerdem integriert OnStar einen WLAN-Hotspot, der bis zu sieben Mobilgeräten das Surfen im Internet ermöglicht. Via App lassen sich Hupe, Licht oder Türschlösser steuern und Fahrzeugdaten wie Reifendruck oder Tankfüllstand abrufen. Im ersten Jahr ist OnStar frei, dann kostet der Dienst 99 Euro pro Jahr.
Weitere Infos zum Opel Astra sowie unsere konkreten Kaufempfehlungen finden Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.
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