Aktuelle Crashtests von Euro NCAP

Aktuelle Crashtests von Euro NCAP

Opel Insignia, VW Arteon, Ford Mustang: Euro NCAP Crashtest 2017

Insignia top, Mustang immer noch nicht

Im neuen Crashtest hat Euro NCAP sieben Fahrzeuge geschrottet, mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen. So haben Insignia, Arteon, Stelvio, i30, Ibiza, Civic und Mustang bei der Fahrt gegen die Wand abgeschnitten.

Video: Alfa Romeo Stelvio Crashtest (2017)

Bestnote für den Stelvio

Sieben verschiedene Autos hat Euro NCAP in der jüngsten Crashtest-Runde gegen die Wand gefahren. Neben dem Alfa Romeo Stelvio und dem brandneuen Hyundai i30 mussten Opel Insignia, Seat Ibiza, VW Arteon, Honda Civic und erneut der Ford Mustang ihre Sicherheit unter Beweis stellen.

Top-Wertung für Opels Flaggschiff Insignia

Video: Crashtest Opel Insignia (2017)

Top-Wertung für Insignia

Der Opel Insignia hat sich volle fünf Sterne geholt. Anteil hat daran sowohl seine gute Sicherheitsausstattung für die Insassen als auch das hohe Schutzniveau für Fußgänger sowie die erhältlichen Sicherheitsassistenten. Einzig für den Halsbereich meldete der auf der Rückbank angeschnallte erwachsene Dummy bei verschiedenen Aufprall-Szenarien befriedigende Belastungswerte, überall sonst bekam der Opel die Note "gut" oder "sehr gut". Das Gleiche gilt für beide Kinder-Dummys. Droht ein Zusammenstoß mit einem Fußgänger, wird die aktive Motorhaube des Insignia aktiviert. Sie schützt Personen verschiedener Körpergrößen gut. Ein kaum schlechteres Urteil hat der Vorderwagen des Opel bekommen. Pluspunkte brachten außerdem die Sicherheitsassistenten.

Sehr sicher: VW Arteon

VWs neuer, stylischer Viertürer Arteon kommt ebenfalls auf volle fünf Sterne. Er überbietet die Einzelwerte des Insignia sogar. Für den Schutz der Unterschenkel erwachsener Fahrer und Beifahrer sowie den Brustbereich der Passagiere auf dem Rücksitz bekommt der VW "nur" die Note "gut". Ansonsten hatten die Tester an seiner Performance nichts auszusetzen. Beim Frontalaufprall wurde der Brustbereich des ein sechs Jahre altes Kind simulierende Dummys mit "befriedigenden" Werten verletzt. Ansonsten sind kleine Passagiere im Arteon sehr sicher unterwegs. Auch der Arteon verfügt über eine aktive Motorhaube, die Fußgänger beim Zusammenstoß gut schützt. Dazu haben die Ingenieure die Scheinwerfer-Partie für den Fall eines Crashs außergewöhnlich beckenfreundlich hinbekommen. Auch der VW bekam zahlreiche Punkte für sein Notbremssystem sowie weitere Assistenten.

Gutes Ergebnis des Alfa Romeo Stelvio

Auch der Alfa Romeo Stelvio konnte die NCAP-Tester auf ganzer Linie überzeugen. Im Kapitel Insassen-Sicherheit fallen nur der rechte Unterschenkel des Fahrers und der Brustbereich eines Dummys auf der Rückbank mit 'guten' Werten auf. Ansonsten bietet der Stelvio unterschiedlich großen und schweren Personen auf allen Plätzen besten Schutz. Bei kleinen Mitfahrern ist das Ergebnis vergleichbar. Der Schutz für Fußgänger bietet dagegen ein gemischtes Bild. Knie und Oberkörper eines möglichen Unfallgegners sind gut geschützt, an der oberen Kante der Motorhaube und am unteren Ende der Windschutzscheibe ließe sich der Schutz jedoch deutlich verbessern. Dafür funktionierten die Sicherheitsassistenten zuverlässig.

Fünf Sterne für den kompakten Koreaner

Der neue Hyundai i30 konnte sich ebenfalls fünf Sterne sichern. Allerdings musste er sich im Insassenschutz Punktabzug gefallen lassen, weil laut Euro NCAP bestimmte Strukturen im Armaturenbrett ein Verletzungsrisiko für die Oberschenkel und Knie von Fahrer und Beifahrer darstellen. Erhöhte Belastungswerte meldeten die erwachsenen Dummys außerdem im Brustbereich beim seitlichen Aufprall auf die Stahlstange und im Halsbereich beim Heckaufprall. Crasht der Hyundai frontal auf ein Hindernis, zeigt der Brustbereich des kleineren Kinderdummys ebenfalls befriedigende Werte an. Schlechter noch steht es bei den getesteten Fahrzeugen um den Aufprallschutz für Fußgänger an den unteren Enden der A-Säulen. Aber auch der Hyundai überzeugt mit zuverlässigen Sicherheits-Assistenten.

Seat Ibiza: Fünf Sterne!

Ein Kleinwagen mit fünf Sternen? Das ist nicht selbstverständlich. Der Ibiza überzeugte mit einem sehr guten Ergebnis beim Insassenschutz für Erwachsene (95 Prozent der möglichen Punkte, besser als Audi Q5 und BMW 5er!) und einer guten Serienausstattung an Assistenzsystemen: Gurtwarner, Notbremsassistent und sogar ein Geschwindigkeitsregler sind an Bord. Schwächen zeigte der kleine Spanier allerdings bei der Sicherheit von Kindern auf der Rückbank: Beim Frontalaufprall signalisierten die Sensoren des "sechsjährigen" Dummys "schlechten" Schutz im Brustbereich und "ausreichenden" Schutz des Nackens. Dennoch erreichte er auch in diesem Testabschnitt 77 Prozent der möglichen Punkte und damit fünf Sterne.

Honda Civic: Kindern drohen Kopfverletzungen

Auch beim Honda Civic hakt es bei der Kindersicherheit. Hier stellten die Experten so schwerwiegende Sicherheitsrisiken fest, dass der kompakte Japaner auf vier Sterne abgewertet wurde. Problematisch ist dem Testergebnis nach der Seitenairbag im Fond: Beim seitlichen Aufprall schlug der Kopf des Dummys auf der Unfallseite so hart gegen die Scheibe, dass schwere Kopfverletzungen die Folge gewesen wären, so die Experten. Abzüge gab es außerdem, weil Kindersitze aufgrund der Position der Gurtschnalle allein mit dem Gurt nicht sicher auf dem Beifahrersitz befestigt werden können. Davon abgesehen zeigte der Civic kaum Schwächen, besonders hoben die Crashtester die gute Ausstattung mit Assistenzsystemen (Gurtwarner, Notbrems- und Spurhalteassistent, ein besonders "intelligenter" Geschwindigkeitsregler) hervor.

Ford Mustang: Zusatz-Stern für den Notbremsassistenten

Erneut wurde der Ford Mustang gecrasht. Beim ersten Test im Januar 2017 hatte das Pony beim Euro NCAP-Test nur zwei Punkte errungen. Einer der Gründe hierfür war, dass die vorderen Airbags nicht mit genug Druck aufgeblasen wurden und die Köpfe der Dummys auf Lenkrad bzw. Armaturenbrett aufschlugen. Hier hat Ford mittlerweile nachgebessert: Bei Mustang, die von Juli 2017 an vom Band laufen, besteht dieses Problem nach Herstellerangaben nicht mehr. Euro NCAP hat dies nicht neuerlich überprüft, sondern die Testergebnisse aus dem ersten Crashtest übernommen. Mehr Punkte bekam das Muscle-Car dennoch verliehen: Das neue Modell besitzt serienmäßig einen Notbremsassistenten, der laut Test auch gut funktioniert. Damit reicht es im Kapitel "Assistenzsysteme" – und damit auch im Gesamtergebnis – für immerhin drei Sterne, einen mehr als zuvor.

Autoren: Maike Schade,

Stichworte:

Euro NCAP

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