Aus der einstigen Bastelbude Tesla ist längst ein seriöser Autohersteller geworden. Wobei: Mit dem "seriös" nehmen es die Kalifornier nicht immer so genau – man betrachte nur die "Furzkissen-Option" im Menüpunkt "Spielekiste". Selbst der Blinkerton im Model 3 lässt sich stoffwechselakustisch vertonen. Für solche Späße hat der Polestar 2, ein Schwede mit chinesischen Wurzeln, wenig übrig. Wundert uns nicht, schließlich steckt mit Volvo Lehrers Lieblingsmarke hinter Polestar.

Beim Innenraum bleibt der Polestar strikt tierproduktfrei

Polestar 2
Zielgruppe: Mit veganem Innenraum buhlt der Polestar 2 um das Öko- und weniger um das Luxusklientel.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das Kuriose an dieser Paarung: Der einstige Revoluzzer der Autobranche ist in diesem Fall der Gejagte, denn so langsam haben sich die arrivierten Marken dreimal geschüttelt, die anfängliche Verblüffung abgeworfen und eigene E-Mobile entwickelt. Und hierbei geht Polestar exakt den gleichen Weg wie einst Tesla – kehrt ab von gängigen Konventionen. Mit dem veganen Innenraum will man bewusst nicht die Luxus-, sondern die Öko-Klientel ansprechen, als Infotainment setzt Polestar erstmals auf ein natives Android-System. Dennoch finden sich gerade im Cockpit bekannte Schemata wieder. Die Lenkradtasten kennen wir von aktuellen Volvo-Modellen, und auch die Bedienlogik des elf Zoll messenden Hauptdisplays kommt uns irgendwie bekannt vor. Dennoch funktioniert das neue Infotainment astrein. Wer selbst ein Android-Handy nutzt, findet sich nach kürzester Zeit zurecht.

Zum Glück gibt es für den Schweden eine Internet-Flatrate

Polestar 2
Always on: Die Navigation über Google braucht eine permanente Internet-Verbindung.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Wobei natürlich nicht alle Apps für das Auto aktiviert sind – nur jene, die so wenig wie möglich vom Fahren ablenken, wurden zum Download freigegeben. Dadurch kommt natürlich auch die gewohnt hervorragende, weil sich ständig updatende Google-Maps-Navigation ins Auto, und der Polestar-Fahrer profitiert auch von allen weiteren Google-Aktualisierungen. Die Spracheingabe läuft über den Google Assistant und funktioniert äußerst intuitiv und über die Bandbreite der Eingaben hinweg besser als im Tesla. Mit dabei ist eine Internet-Flat für drei Jahre. Die ist auch nötig, denn der Polestar 2 ist ständig online. Das restliche Interieur ist den kreativen Köpfen rund um Thomas Ingenlath – Chefdesigner und CEO in Personalunion – wirklich hübsch gelungen. Die Holzdekors bestehen zu einem hohen Anteil aus Recyclingmaterialien, die Sitze sind mit einem neuartigen Stoff namens WeaveTech bezogen, das Lenkrad rundet das völlig vegane Interieur im wahrsten Sinne des Wortes ab.
Besonders gefallen uns jedoch die extrem geschmackvollen Farbkombinationen, in unserem Fall ein Mix aus unterschiedlichen Grautönen. Was nicht in Softtouch ausgeführt ist, hat Polestar mit Stoff überzogen – das scheint auf den ersten Blick hochwertig, bei näherem Hinsehen finden sich jedoch etwa im Bereich der Mittelkonsole hohl klingende Bereiche. Das wirkt ein bisschen windig.

Der größere Dynamiker im Test ist eindeutig das Model 3

Tesla Model 3
Sportlicher: Wenn es auf den Rundkurs geht, liegt der Tesla recht deutlich vor dem Polestar.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Im Vergleich zu den Verarbeitungsmängeln am Tesla ist das jedoch Meckern auf hohem Niveau. In die Spaltmaße außen passt teils der kleine Finger des Autors, im Bereich der Türscharniere zeigen sich extreme Farbnebel. Und über die Plastikqualität in der 6-Uhr-Speiche des Lenkrads haben wir uns schon vor 15 Jahren bei Toyota, Suzuki und Co. aufgeregt. Dafür ist der restliche, nahezu schalterfreie Innenraum nach wie vor ein Erlebnis, das riesige 15-Zoll-Display erschlägt einen förmlich (im positiven Sinne), für die Wartezeit bei Ladevorgängen lockt Videostreaming via Netflix. So viele Defizite der Tesla in Sachen Verarbeitung auch haben mag, wenn es ums Fahren geht, macht er (fast) alles wieder wett. Schon im zivilen Modus gefällt der Dreier mit seiner rückmeldungsfreudigen Vorderachse und den gripstarken Michelins. Verirren wir uns in die Untiefen der sportlichen Settings, überrascht uns der Playboy der Öko-Bewegung mit unerwarteten Dynamiktalenten.
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In zehn Stufen lässt sich die Hinterachse von "Track" bis "Drift" locker oder bierernst einstellen. Im hemdsärmeligsten Modus wird gekonntes Leistungsübersteuern zur Fingerübung – natürlich bitte nur auf abgesperrter Strecke. Währenddessen untersteuert sich der Polestar von Kurve zu Kurve, lässt sich nur mit groben Gegenpendlern zu provozierten Heckschwenks hinreißen. All das will er gar nicht – muss er auch nicht. Das bessere Auto ist er auch so.
Das Fazit: Ein schwieriger Vergleich für einen Redakteur, der sich tendenziell stets zum Dynamischen hingezogen fühlt. So gesehen müsste der Tesla klar die Nase vorn haben, fährt er dem Polestar doch in jeder Lebenslage um die Ohren. Das bessere (Elektro-)Auto ist allerdings unter dem Strich klar der Öko-Volvo.
Technische Daten Polestar 2: • Motor: zwei Elektromotoren • Leistung: 300 kW (408 PS) • max. Drehmoment: 660 Nm • Akkukapazität: 78 kWh • Antrieb: Allrad • Länge/Breite/Höhe: 4606/1985/1479 mm • Radstand: 2735 mm • Leergewicht: 2123 kg • Kofferraum: 440 l • 0-100 km/h: 4,7 s • Vmax: 205 km/h • Reichweite: 470 km (WLTP), 280 km (Testrunde) • Verbrauch (AUTO BILD-Testrunde): 28,0 kWh/100 km • Preis: ab 53.540 Euro AUTO BILD-Testnote: 2
Technische Daten Tesla Model 3: • Motor: zwei Elektromotoren • Leistung: 377 kW (510 PS) • max. Drehmoment: 660 Nm • Akkukapazität: 75 kWh • Antrieb: Allrad • Länge/breite/Höhe: 4694/1849/1436 mm • Radstand: 2875 mm • Leergewicht: 1847 kg • Kofferraum: 542 l • 0-100 km/h: 3,4 s • Vmax: 261 km/h • Reichweite: 530 km (WLTP), 290 km (Testrunde) • Verbrauch (AUTO BILD-Testrunde): 25,5 kWh/100 km • Preis: ab 58.000 Euro AUTO BILD-Testnote: 2-

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Polestar 2 Tesla Model 3
Tesla Model 3
Polestar 2
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