Porsche Cayenne: induktives Laden
Der neue Porsche Cayenne kann kabellos laden
Induktives Laden kennen wir vom Smartphone – Porsche macht daraus Hightech für die Garage: Der neue Cayenne lädt auf Wunsch kabellos. Alle Infos!
Bild: Porsche AG
Es ist nicht mehr lange hin, bis Porsche die vierte Generation des Cayenne Electric präsentiert. Zur IAA Mobility 2025 in München wird das große Elektro-SUV seine Tarnung zwar noch nicht ablegen, zeigt sich dort aber in einem besonderen Tarnkleid: Insgesamt 100 Liter Lack – aufgetragen in 25 Schichten – wurden dafür verwendet.
Noch beeindruckender ist aber, dass der Lack leuchten kann. Möglich machen das spezielle Lackschichten mit Kupfer, die gezielt unter Strom gesetzt werden und somit die lackierte Fläche illuminieren. So können die IAA-Besucher den Cayenne in bunten Farben bestaunen.
Der neue Cayenne setzt auf eine 800-Volt-Systemarchitektur mit Ladegeschwindigkeiten von bis zu 400 kW – ein Novum bei Porsche. Genauso wie die neue, induktive Lademöglichkeit für zu Hause.
Denn Porsche hatte in einer Analyse seiner Klientel herausgefunden, dass über 75 Prozent aller Ladevorgänge daheim passieren. Um den Kunden das Laden zu vereinfachen, bietet Porsche mit dem Cayenne induktives Laden als Option an. Das "Wireless Charging"-System ("kabelloses Laden") besteht aus einer großen Ladeplatte, die einfach auf den Boden gelegt oder verschraubt werden kann, und einer Vorrichtung am Auto, die genau zwischen den Vorderrädern positioniert ist.

Der neue Porsche Cayenne setzt auf eine 800-Volt-Systemarchitektur, die Ladegeschwindigkeiten von bis zu 400 kW ermöglichen soll. Induktiv kann jedoch mit maximal 11 kW geladen werden.
Bild: Porsche AG
BMW ist Vorreiter in Sachen induktives Laden für zu Hause. Der Hersteller hatte diese Lademöglichkeit 2018 für das Plug-in-Hybridmodell 530e eingeführt. Dieses System erwies sich jedoch als unausgereift. Das Problem: Das Auto muss sehr genau über der Ladeplatte stehen, damit der Ladevorgang funktioniert. Und die Ladegeschwindigkeit war nicht stabil genug. Beides soll beim Porsche-System besser funktionieren.
Maximale Ladeleistung 11 kW
AUTO BILD konnte es im Studio testen: Um das Auto optimal über die Ladefläche zu steuern, nutzt Porsche die Einparkhilfe an Bord. Wenn man sich mit dem Auto dem Ladepunkt nähert, erscheint im Cockpitdisplay ein Kreis für die Ladeplatte und ein großer Punkt für die Vorrichtung am Auto.

Die Frontkamera hilft dabei, das Auto perfekt über der Ladeplatte zu positionieren.
Bild: Porsche AG
Wie bei einer Zielscheibe muss der Punkt mittig im Kreis platziert und anschließend das Getriebe auf "P" gestellt werden. Es dauert einen kleinen Moment, bis das Auto erkannt wird, dann beginnt der Ladevorgang. Die bis zu 11 kW, mit denen induktiv geladen werden kann, liegen schon nach wenigen Sekunden an – und bleiben stabil.
Fremdkörper unterm Auto sorgen für Ladeunterbrechung
Klar, der Test im Studio erfolgte ohne wetterbedingte Einflüsse, laut Porsche soll die volle Ladeleistung aber auch gegeben sein, wenn die Ladevorrichtung draußen platziert ist und beispielsweise von Laub bedeckt wird. Ladeunterbrechungen gibt es nur, wenn Fremdkörper – entweder aus Metall oder organisch – erkannt werden.
Dazu ein kleines Beispiel: Nach dem Start des Ladevorgangs hat ein Porsche-Mitarbeiter während unseres Tests einfach kurz seinen Fuß unter das Auto gehalten, genau in diesem Moment hielt der Ladevorgang an. Nachdem der Fuß wieder weggenommen wurde, startete der Ladevorgang nach wenigen Sekunden wieder vollautomatisch.
Reine Demonstration, in der Realität würde wohl niemand seinen Fuß vorne unter das Auto strecken. Viel realistischer ist es, dass sich aber beispielsweise eine Katze unter dem Auto befindet. Diese wird erkannt und der Ladevorgang unterbrochen. Gleiches gilt für metallische Gegenstände wie Münzgeld. Diese Schutzvorrichtung dient der Sicherheit, damit keine Überhitzung stattfindet. Der Ladestatus kann übrigens jederzeit über die Porsche-App abgefragt werden.
So hoch ist der Aufpreis
Porsche wird das "Wireless Charging" optional anbieten – für rund 7000 Euro Aufpreis. Dieser setzt sich aus 2000 Euro für die Vorrichtung am Fahrzeug und 5000 Euro für die Ladeplatte zusammen – beides lässt sich auch einzeln ordern. Wichtig ist nur: Hat man das Auto ohne Vorrichtung bestellt, wird induktives Laden nicht möglich sein. Denn nachrüsten lässt sich das System vorerst nicht.
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