Das gab’s noch nie. Während drei Etappen der Rallye Dakar, die am 4. Januar in Saudi-Arabien startet, sind offizielle Boxenstopps vorgesehen. Allerdings dürfen nur Räder gewechselt werden. Der Grund: Beispielsweise rund um den Start- und Zielort Yanbu am Roten Meer führt die Route über extrem -harte Schotterpisten. „Ob du 
dir hier einen Reifenschaden einfängst oder nicht, ist reine Glückssache“, beschreibt der deutsche Co-Pilot Timo Gottschalk, der zusammen mit -Lokalheld Yazeed Al-Rajhi als Titelverteidiger antritt.
Die Autos haben bei der Rallye Dakar meist zwei Ersatzräder an Bord. Trotzdem mussten sich zuletzt wiederholt Teams zusätzlich welche bei der Konkurrenz ausleihen. Oder sie rollten mit zerfetzten Reifen und reduziertem Tempo ins Ziel. Boxenstopps auf halbem Weg sollen dies in Zukunft verhindern. Dennoch schwant Timo Gottschalk: „Diese Rallye Dakar wird sehr hart für das Material.“
Der Dacia Sandrider ist wie die Konkurrenzmodelle von Toyota und Ford ein reiner Prototyp.
Bild: Kin Marcin / Red Bull Content Pool
Mit knapp 4800 Kilometern gegen die Stoppuhr ist die 2026er Ausgabe die längste von sieben Veranstaltungen in Saudi-Arabien. 13 Wertungsprüfungen stehen auf dem Programm, darunter ein 480-Kilometer-Monster und zwei Marathonetappen ohne abendlichen -Service. „Außerdem führt die Route nicht mehr in die riesigen Dünenfelder im ‚Leeren Viertel‘, sondern viel länger über Pisten“, analysiert Gottschalk.
Dennoch ist der Brandenburger optimistisch. „Yazeed ist zwar ein Sohn der Wüste, aber er kann Schotter sogar besser als tiefen Sand.“ Die Toyota-
Ingenieure haben dem Hilux (3,5-Liter-V6-Turbobenziner, rund 400 PS) ein überarbeitetes Fahrwerk spendiert. Neben den Vorjahressiegern Al-Rajhi/Gottschalk, die für die werksunterstützte Mannschaft Overdrive aus Belgien antreten, zählen deshalb auch die Toyota-Werks-fahrer Henk Lategan aus Südafrika – 2025 Gesamtzweiter – und Seth Quintero aus den USA zu den Favoriten.
Premiere mit Rekordsieger: Der Defender startet zum ersten Mal, einer der Fahrer ist der 14-malige Gewinner Stéphane Peterhansel.
Bild: Land Rover
Die auf dem Papier stärkste Truppe schickt Dacia ins Rennen. Am Lenkrad der Sandrider (3,0-Liter-V6-Turbobenziner, rund 360 PS) drehen der fünfmalige Dakar-Sieger Nasser Al-Attiyah aus -Katar, der neunmali-
ge Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb aus Frankreich und der Brasilianer Lucas Moraes, der auf den deutschen Beifahrer Dennis Zenz hört.
Dritter im Bunde ist Ford. „Für mich ein Geheimfavorit“, orakelt Timo Gottschalk. Und das nicht nur, weil Ex-DTM-Champion Mattias Ekström letztes Mal Dritter wurde. Das britische Einsatzteam M-Sport hat den Raptor (Fünfliter-V8-Saugbenziner, rund 
400 PS) stark verbessert. Kein Wunder, schließlich haben sie mit dem ehemaligen Rallye-Weltmeister Carlos Sainz einen Perfektionisten in der Mannschaft. Der Vater des gleich-namigen Formel-1-Piloten jagt seinen fünften Sieg.
Ford setzt auf den viermaligen Sieger Carlos Sainz und Ex-DTM-Champion Mattias Ekström.
Bild: Kin Marcin / Red Bull Content Pool
Ganze 14 davon – sechs auf dem Motorrad, acht mit dem Auto – hat Stéphane Peterhansel auf dem Konto. Der Franzose ist nach einem Jahr Pause zurück, aber keine Gefahr für die Favoriten. Im neu formierten Werksteam von Land Rover will er mit dem Defender (4,4-Liter-V8-Turbobenziner, rund 635 PS) nur die Klasse der seriennahen Fahrzeuge auf-mischen. Das Feld besteht aus rund 80 Autos, 45 Lkw, 80 zweisitzigen Quads und 120 Motorrädern. Der Sender Eurosport bringt jeden Abend eine Zusammenfassung.