Range Rover mausert sich immer mehr zur eigenen Marke und leistet sich dafür jetzt noch ein fünftes Modell. Und das wird auf den ersten Blick nicht einmal ein Geländewagen – zumindest nicht im traditionellen Sinn.
Als ebenso elegante wie eilige Alternative zum Range Rover, zum Range Rover Sport, dem Designer-Modell Velar und dem handlichen Evoque bringen die Briten jetzt den Grand Tourer auf den Weg – einen langen und ungewöhnlich flachen Viertürer mit langem Radstand, kurzen Überhängen, schrägem Heck und einem Dach so flach, wie es das bei einem Range oder Land Rover noch nie gegeben hat.
Range Rover Grand Tourer
Weder die 58.300 Euro des Evoque noch die 81.500 Euro des Velar wird der Grand Tourer unterbieten.
Bild: Land Rover
Und trotzdem würden sie natürlich nicht Range Rover auf den Bug schreiben, wenn nicht der Allradantrieb gesetzt wäre und genügend Bodenfreiheit für alle Arten von Abenteuern vorhanden wäre.

Für einen Range Rover fast revolutionär moderner Innenraum

Während das Exterieur noch unter einer Tarnfolie kaschiert ist, geben die Briten zum Innenraum bereits überraschend viele Details preis: Durch vier große Türen mit den ersten rahmenlosen Scheiben bei einem Range Rover geht es in bequemer Hüfthöhe auf vier Einzelsitze in einer vornehmen, für einen Range Rover fast revolutionär modernen Kabine, die von spannenden Materialkontrasten und strengen, klaren Formen lebt.
Range Rover Grand Tourer
Vorne blickt man auf einen schlanken, frei stehenden Screen vor dem Head-up-Display sowie auf einen erfreulich kleinen Zentralbildschirm.
Bild: Land Rover
Vorne blickt man auf einen schlanken, frei stehenden Screen vor dem Head-up-Display sowie auf einen erfreulich kleinen Zentralbildschirm. Hinten genießt man den Ausblick durch das größte Panoramadach, das die Briten bislang eingebaut haben.

Neue Plattform für Elektroantrieb entwickelt

Als Basis für den Grand Tourer dient eine neue Plattform, die zunächst für den Elektroantrieb entwickelt wurde, je nach politischer Großwetterlage und Weltregion aber auch Hybridkonzepte aufnehmen kann. Los geht es allerdings vollelektrisch.
Und auch wenn Land Rover noch nichts zu Leistung oder Reichweite verrät, dürften die Eckdaten kaum schlechter ausfallen als bei den Elektroversionen von Range Rover und Range Rover Sport, die mit reichlich Verspätung gerade auf die Zielgerade gehen.
Dort ist von deutlich über 500 PS sowie einer 800-Volt-Architektur mit bis zu 350 kW Ladeleistung und mehr als 550 Kilometern Reichweite die Rede. Weil der Grand Tourer deutlich flacher baut, dürfte er zudem aerodynamisch im Vorteil sein – und entsprechend sogar noch weiter kommen.

Preis bleibt noch geheim

Was jetzt noch fehlt, ist neben einem Foto des ungetarnten Autos der Preis. Doch weil die Markteinführung erst für 2027 geplant ist, spannen die Briten ihre Kundschaft auch in diesem Punkt noch auf die Folter. So viel lässt sich allerdings schon jetzt sagen: Nur weil das Dach niedriger ist als bei jedem anderen Range Rover, wird der Preis kaum niedriger ausfallen.
Range Rover Grand Tourer
Weil der Grand Tourer deutlich flacher baut, dürfte er im Vergleich zu anderen Modellen aerodynamisch im Vorteil sein.
Bild: Land Rover
Weder die 58.300 Euro des Evoque noch die 81.500 Euro des Velar wird der Grand Tourer unterbieten. Stattdessen dürfte er klar im sechsstelligen Preisbereich starten.

Kaum Konkurrenz in Sicht

Immerhin muss der Grand Tourer kaum Angst vor Konkurrenz haben. Denn genau wie der ursprüngliche Range Rover einst ein Pionier war und später auch der Evoque neue Wege ging, gibt es für dieses Konzept bislang nur wenige direkte Vorbilder. Der Volvo ES90 oder der Polestar 5 schlagen eine ähnliche Richtung ein, auch der Lucid Gravity könnte teilweise als Konkurrent gelten.
Doch einmal mehr hoffen die Briten, mit dem Grand Tourer einen neuen Trend zu setzen – und gleich ein ganz neues Segment zu begründen.