In jüngster Vergangenheit haben wir mehrfach darüber berichtet, wie große Autohersteller die Abkehr von physischen Bedienelementen wieder rückgängig machen. Unter anderem Mercedes, Volkswagen und Audi haben auf die Kritik ihrer Kunden reagiert und klassische Tasten und Knöpfe ins Cockpit zurückgebracht.
Doch auch Hersteller, in deren Autos entsprechende Bedienelemente nie vollständig verschwunden waren, bekennen sich zunehmend zu diesem Ansatz. So auch Renault. In einem Interview mit dem Magazin "GoAuto" bezeichnete Australiens Renault-Chef Glen Sealey klassische Bedienelemente als ein grundlegendes Prinzip der Fahrzeugbedienung.

Tasten sollen sicherer sein

Als Hauptgrund nennt Sealey die Sicherheit. Physische Tasten ließen sich während der Fahrt einfacher und sicherer bedienen, als sich auf einem Touchscreen durch verschiedene Menüs zu tippen.
Dacia Bigster hybrid 155
Auch die Schwestermarke Dacia setzt auf klassische Bedienelemente – etwa zur Klimasteuerung.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Auch die unabhängige Sicherheitsorganisation ANCAP fordert ein Umdenken. Mit den ab 2026 verschärften Prüfprotokollen sollen Hersteller wieder stärker auf physische Bedienelemente setzen. Wichtige Funktionen wie Blinker, Licht, Scheibenwischer oder Warnblinker sollen entweder über klassische Schalter bedient werden oder dauerhaft einen festen Platz auf dem Display erhalten. Dadurch will ANCAP Ablenkungen reduzieren und die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen.

Renault hält am Konzept fest

Sealey erklärte zudem, dass Renault auch künftig möglichst viele Direktfunktionen über physische Tasten steuern wolle. Das gelte selbst dann, wenn dies für den Hersteller höhere Produktionskosten verursache, da klassische Schalter teurer seien als reine Touchscreen-Lösungen.
Renault verfolgt damit einen erfrischend nüchternen Ansatz, bei dem die Benutzerfreundlichkeit im Vordergrund steht. Das bedeutet natürlich nicht, dass große Multimediasysteme oder bestimmte Funktionen nicht sinnvoll über Displays gesteuert werden können. Entscheidend ist vielmehr, die jeweiligen Lösungen dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen bieten.