Renault Symbioz E-Tech Full Hybrid 145: Test
Stattlich beim Sparen: Renault Symbioz mit Mini-Verbrauch im Test

Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Eine Trophäe ist wohl sicher: die für den längsten Namen der Liga. Unser Testwagen heißt nämlich – vollständig – Renault Symbioz E-Tech Full Hybrid 145 Multi-Mode Esprit Alpine.
Das ist jedoch nicht abwertend gemeint. Schließlich passt der lange Name ideal – weil auch eine ganze Menge Auto, Technik und Gegenwert im Symbioz stecken.
Fahrer und Passagiere sollten mehr Platz haben
Zum Beispiel die richtige Portion Größe. Mit 4,41 Meter Außenlänge passt der Renault optimal in die beliebte Gattung der Kompakt-SUV. Erstaunlich: Trotz Bodengruppen-Verwandtschaft zum Kleinwagen Clio steht der Symbioz satt und stattlich da, verkörpert das "Ich fahre 'ne Burg"-Gefühl bestens. Dabei gibt er sich – auch dank des kernig gestalteten Rundum-Stoßschutzes – besonders robust und stämmig, wirkt wie einer höheren Klasse entsprungen.

Kompakt-SUV: Der Renault Symbioz streckt sich bei 2638 Millimeter Radstand auf 4,41 Meter Länge. Die Raumausnutzung ist nicht optimal.
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Den zur Verfügung stehenden Raum (bei 2638 Millimeter Radstand) nutzt der Franzose leider nicht optimal aus. So bietet er nur durchschnittlich viel Platz für Fahrer und Passagiere. Immerhin fühlt sich das Auto obenrum luftig und übersichtlich an. Nur die hinteren Kopfstützen stören den Ausblick durch die Heckscheibe.
Transporttalent fällt eher mittelmäßig aus
Das Sitzkonzept geht dagegen locker auf: Man fühlt sich gut gestützt, die Polster der im Alpine-Paket enthaltenen Sportsitze tragen bequem, bei guter Sitzhöhe fühlt sich der Fahrer gleichzeitig angenehm ins Auto eingebunden.

Der Kofferraum des Symbioz schluckt 492 bis 1582 Liter, die Zuladung liegt bei mäßigen 461 Kilogramm. Zudem fehlt Variabilität.
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Für die funktionalen Fähigkeiten gilt: Der Symbioz ist ein Mittelmaß-Packesel. Eine verschiebbare Rückbank gibt es nicht, die Lehnenteile der Fondbank lassen sich nicht in der Neigung verstellen, eine Durchreiche ist nicht vorgesehen. Außerdem darf der Renault nur mäßige 461 Kilogramm Ladung schultern, der Kofferraum (bis 1582 Liter) ist bei vielen Konkurrenten geräumiger.
Fahrzeugdaten
Modell | Renault Symbioz E-Tech Full Hybrid 145 |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder + E-Motor |
Leistung Verbrennungsmotor | 69 kW (94 PS) |
Hubraum | 1598 cm³ |
Leistung Elektromotor | 36 kW (49 PS) |
Systemleistung | 105 kW (143 PS) |
maximales Drehmoment | 250 Nm |
Batteriekapazität | 1,26 kWh |
Vmax | 170 km/h |
Getriebe | Multi-Mode-Getriebe |
Antrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 225/45 R 19 T |
Reifentyp | Michelin ePrimacy 2 |
Radgröße | 7 x 19" |
Abgas CO2* | 109 g/km |
Verbrauch* | 4,8 l S/100 km |
Tankinhalt | 48 l |
Kraftstoffsorte | Super |
Partikelfilter | Serie |
Vorbeifahrgeräusch | 67 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 750/745 kg |
Stützlast | 75 kg |
Kofferraumvolumen | 492–1582 l |
Länge/Breite/Höhe | 4413/1797–2003**/1575 mm |
Radstand | 2638 mm |
Grundpreis | 30.950 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 33.950 Euro |
Die Vorteile des Symbioz Full Hybrid stecken im Antrieb. Hier arbeiten ein 1,6-Liter-Benziner mit vier Zylindern und eine kleine E-Maschine erfolgreich zusammen. Dabei hilft ein spezielles Automatikgetriebe. Multi-Mode nennt Renault diese Automatik – und sie ermöglicht elektrisches Fahren, Boosten und Rekuperieren, beherrscht sowohl eine sportliche als auch eine besonders effiziente Gangart.
Der Hybridantrieb sorgt für niedrigen Verbrauch
Weiterhin hilft eine schlaue Programmierung: Navigationsdaten und Verkehrsinfos fließen in die Hybridsteuerung mit ein, je nach Lage schalten und walten E-Maschine und Verbrenner unterschiedlich. Fassen wir das Ganze in eine Zahl: 4,0 Liter (!) Verbrauch sind möglich – ein toller Wert für diese Größen- und Gewichtsklasse.

Sehr gut: Mit sanftem Gasfuß haben wir einen Verbrauch von 4,0 l/100 km geschafft. Das Getriebe agiert aber nicht immer nachvollziehbar.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Dickes Aber: Subjektiv führt das Getriebe (mit zwei elektrischen und vier Verbrenner-Gängen) ein schrilles Eigenleben. Legt zum Beispiel beim Beschleunigen bei Tempo 120 eine laaange Pause ein, lässt den Benziner gelegentlich unerwartet emsig ausdrehen, lädt unter prägnantem Rumoren den 1,3-kWh-Akku (brutto), lässt im Grunde nie erahnen, welchen Abzweig der Kraftfluss gerade nimmt.
Messwerte
Modell | Renault Symbioz E-Tech Full Hybrid 145 |
|---|---|
Beschleunigung | |
0–50 km/h | 3,8 s |
0–100 km/h | 9,9 s |
0–130 km/h | 17,0 s |
0–160 km/h | 28,6 s |
Zwischenspurt | |
60–100 km/h | 5,1 s |
80–120 km/h | 7,3 s |
Leergewicht/Zuladung | 1464/461 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 58/42 % |
Wendekreis links/rechts | 11,2/11,3 m |
Sitzhöhe | 660 mm |
Bremsweg | |
aus 100 km/h kalt | 36,1 m |
aus 100 km/h warm | 37,8 m |
Innengeräusch | |
bei 50 km/h | 58 dB(A) |
bei 100 km/h | 65 dB(A) |
bei 130 km/h | 69 dB(A) |
Verbrauch | |
Sparverbrauch | 4,0 l S/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 5,3 l S/100 km (+10 %) |
Sportverbrauch | 7,7 l S/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 126 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 905 km |
Auf der (zügig genutzten) Autobahn oder unter voller Beschleunigung irritieren das Schaltspektakel und das dann hohe Drehzahlniveau mächtig. Trost: Bei 170 km/h Höchstgeschwindigkeit ist eh Schluss – hier bremst Renault den Symbioz künstlich ein.
Ein guter Begleiter zum Bummeln und Reisen
Ganz anders läuft's bei gemütlicher Fahrt. Dann arbeiten die Benziner-Maschine und der Elektromotor sauber und unauffällig zusammen, sorgen für gute Laufkultur. Das Auto wirkt bei leichtem Gasfuß kräftig, leise und souverän. Dazu passen Federungskomfort und das Geräuschniveau (auch Wind- und Rollakustik).

Die Stärken des Symbioz Full Hybrid liegen eindeutig in einer gemäßigten Gangart. Dann passen Komfort und Geräuschniveau.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Halten wir also an dieser Stelle fest: Der Symbioz taugt bestens zum Bummeln und Reisen, "dynamische" Nutzer gucken lieber woanders. Zumal das Auto auch nicht mit erstklassigen Bremsen glänzt, im Handling eher den defensiven Typen mimt und die Sicherheitsausstattung kaum herausragend ausgefallen ist. So fehlen etwa intelligentes Licht oder ein Head-up-Display.
Wertung Renault Symbioz E-Tech Full Hybrid 145
Kategorie | Bewertung / Beschreibung | Punkte |
|---|---|---|
Karosserie | Platzangebot vorn und hinten passabel, ordentlich verarbeitet. Mäßiges Kofferraumvolumen. | 3 / 5 |
Antrieb | Unter leichter Gangart angenehm, problemloser Umgang. Auf der Autobahn gestresst und abgeregelt. | 3,5 / 5 |
Fahrdynamik | Fahrstabile Abstimmung, sportlich mag er nicht, Lenkung kaum Rückstellung. Schwache Bremsen. | 3,5 / 5 |
Connected Car | Sehr gute Vernetzung, verständige wie hilfreiche Sprachsteuerung, hochwertiges Audiosystem. | 4,5 / 5 |
Umwelt | Nur geringe Rekuperationsleistung, wenig elektrische Fahrmöglichkeit. Dafür relativ leichtes Auto. | 3 / 5 |
Komfort | Federung angenehm, geringe Arbeitsgeräusche, kann rein elektrisch, bequeme Vordersitze. | 3,5 / 5 |
Kosten | Kaufpreis in Relation zur Ausstattung günstig, geringe Kraftstoffkosten, nur zwei Jahre Garantie. | 3,5 / 5 |
AUTO BILD-Testnote | 2,1 |
An anderen Stellen hat Renault das Fahrzeug schlauer konzipiert. Beim Multimediasystem zum Beispiel, das über eine gute Sprachführung und eine ebenso hilfreiche wie schnelle Google-Vernetzung verfügt.
Ebenfalls gut gelöst: Die dann doch nicht immer erwünschten Eingriffe der leider zuweilen störrisch agierenden Fahrassistenten (pausierende Rückfahrkamera, deftig korrigierende Lenkeingriffe beim Spurführen) lassen sich über eine feste Taste im Armaturenbrett (vorab konfigurierbar) abschalten, ein Fahr-Lern-Programm (My driving) hilft, sicherer und sparsamer zu werden.
Preisliste beginnt bei 30.950 Euro
Das Beste zum Schluss: So viel Technik, so umfangreiche Fahrunterstützung und so moderne Beihilfe hat seinen – erträglich niedrigen – Preis. Mit 30.950 Euro Grundpreis ist der Symbioz nämlich nicht zu hoch einsortiert, gleichzeitig fahren schließlich Automatik, das vernetzte Multimediasystem OpenR link sowie die wichtigsten Assistenten (der Testwagenlinie Esprit Alpine) bereits mit. Dazu kommen günstige Versicherungseinstufung, geringe Kraftstoffkosten – und natürlich der stattlich lange Name.
Fazit
Eine Menge SUV, guter Komfort und eine sparsame Maschinenkombination zu erträglichen Preisen – so die Kurzfassung des Symbioz Full Hybrid 145. An die besondere Antriebsform mit 14 theoretischen Gängen muss und kann man sich gewöhnen. Wer sich auf einen gelassenen Fahrstil einlassen kann, erlebt eine durchaus stimmige Mensch-Maschine-Verbindung. AUTO BILD-Testnote: 2,1
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