Renault Zoe/Smart EQ fortwo/VW e-Up: E-Autos im Test
Das richtige E-Auto für jeden Pendler-Typ

Mit Batterie ins Büro, also pendeln mit dem Elektromobil – Renault Zoe, Smart EQ fortwo und VW e-Up zeigen in unserem Vergleich, wie gut das schon klappt.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Es war das erste Mal. Und es ist noch gar nicht so lange her. Nach 25 Berufsjahren und gefühlt mehreren Tausend Anfragen der Art "Welches Auto soll ich kaufen?", brachte meine Sandkastenfreundin Brita mich dennoch kurz aus der Fassung. "Welches Auto soll ich kaufen, also E-Auto?" Einen Moment lang dachte ich an Kurzschluss und die Auskunft "Gar keins", konnte den Blackout aber verhindern. Denn je mehr ich darüber nachdachte, desto klarer zeichnete sich die Antwort ab: "Warum eigentlich nicht!"
100 Kilometer Reichweite sind die Mindestanforderung

Kleine Stromer im Vergleich: Smart EQ fortwo, Renault Zoe und VW e-Up taugen auch zum Pendeln.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Mit 35.900 Euro langen die Franzosen richtig zu

Vollwertig: Der Zoe fordert kaum Kompromisse, was sich Renault aber auch gut bezahlen lässt.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Der Smart kommt weiter, als man erwartet
Der Smart überrascht mit bemerkenswerter Reichweite. Auf unserer bewusst gemütlich angegangenen Verbrauchsfahrt reichte der 17,6-kWh-Akku immerhin für 145 Kilometer. Mit 22-kWh-Schnelllader (840 Euro) an Bord und Wallbox (ab 773,50 Euro) daheim saugt sich der Akku in nur 40 Minuten zu 80 Prozent voll – an der Schuko-Dose dauert das neunmal so lange – macht volle sechs Stunden. Eine sinnvolle Investition also, auch wenn der Kleinste unserer Stromer (ab 21.940 Euro) dann noch teurer wird.

Alle drei Kandidaten sind perfekt für die Stadt, weil sie so wenig Platz brauchen
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Leider kostet die Schnellladedose im Up extra
VW e-Up: Der Elektro-up kommt dank 18,7 kWh im Akkupaket immerhin 155 Kilometer weit – mit Klimaanlage auf 21 Grad und maximal Tempo 100. Zu Hause heißt es dann aber für zehn Stunden an die Haushaltsdose (100 Prozent). Oder mit CCS-Ladedose (625 Euro) unterwegs an den Schnelllader. Der schafft 80 Prozent in weniger als einer Fußballhalbzeit. Also locker bleiben, was beim Preis ab 26.900 Euro schon deutlich schwerer fällt.

Ob Renault, VW oder Smart: Alle sind beeindruckend. Was alle drei aber ausbremst, sind die enorm hohen Preise. Die müssten um 50 Prozent runter.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Daumen-hoch-Emoji für den Zoe, den man fast als Erstauto akzeptieren würde. Der 4,09 Meter lange Franko-Floh bietet bis zu 1225 Liter Kofferraum und fünf Plätze. Wären die Sitze nicht so flau, wäre der Renault eine klare Empfehlung. Der gewaltige 41-kWh-Akku macht den Zoe zwar unverschämte 35.900 Euro teuer, hält aber bemerkenswerte 330 Kilometer durch.
Fazit
Erstaunlich, wie weit die kleinen Stromer bei sinniger Fahrweise kommen. Der Smart empfiehlt sich für Alleinreisende im urbanen Umfeld, der VW taugt auch für die Fahrgemeinschaft, der Zoe kann als Zweitwagen für Familien überzeugen. Was alle drei aber ausbremst, sind die enorm hohen Preise. Die müssten um 50 Prozent runter.
Service-Links