Der chinesische Reifenhersteller Sailun präsentiert seine neuesten Entwicklungen rund um die Fachmesse "The Tire Cologne". Nicht nur statisch am Messestand, sondern auf einem ehemaligen Flugplatz der Bundeswehr. Quer dynamisch.
Die Reifen wimmern schon um Gnade, als es mit dem VW Golf GTI um die Kurven geht. Dennoch haften sie, lassen den Kompaktsportler kaum rutschen. An den Felgen sitzen die neuen Sailun-Reifen Atrezzo ZSR2.
Sailun hat zum Testen neuer Reifen auf den ehemaligen Militärflughafen in Meding geladen. Lange Rollbahn, viele Auslaufzonen. Einen Hangar weiter parken die Flugzeuge von Marlock Motors, besser bekannt als Steel Buddies. Netter Ort abseits des Messetrubels – und viel Platz für ein paar schnelle Runden.

Sailun-Reifen werben mit weniger Rollwiderstand

Neben der Neuentwicklung Sailun Atrezzo Erange (primär für E-Autos) stehen die weiterentwickelten Sailun Atrezzo ZSR2 und Elite 2 (optimiert für Nasshandling und Kraftstoffsparen) zur Verfügung – sie sollen weniger Rollwiderstand bieten, weniger Energie verbrauchen und dadurch den Co2-Ausstoß verringern. Aber sie sollen vor allem Fahrspaß bieten, sauber aufgezogen auf Audi TT RS, Audi TT, VW Taigo, VW Golf GTI, Mercedes-Benz C-Klasse, Mini und Tesla Model X.
Künftig lässt sich damit die Mixtur so ändern, dass es verschiedene Reifenmischung für verschiedene Länder gibt.
Bild: Fabian Hoberg
Los geht's: Die Reifen sind schnell warm und das Tempo zieht an. Der GTI kommt mit Tempo und Reifen gut klar, wird von Runde zu Runde schneller, die Kurvengeschwindigkeiten nehmen zu. Kurz anbremsen, Lenker leicht einschlagen und mit Schmackes durch die Kurven. Nach wenigen Runden biegt der Guide ab und lässt uns selbst das Tempo bestimmen – bis die Sailun-Reifen nachgeben.
Sailun ist eine noch recht junge Marke, erst vor rund 20 Jahren gegründet. Eigentlich als Technologie- und Testplattform für Reifen, um neue Gummimischungen zu entwickeln, doch das Unternehmen entwickelte sich rasant weiter. Mitarbeiter forschen seitdem gemeinsam mit der Qingdao University of Science and Technology an der Verbesserung der Reifen. Neben Sailun produziert das Unternehmen auch Reifen unter anderen Namen wie Dynamo und RoadX.
Pro Jahr produziert das chinesische Unternehmen mehr als 6,5 Millionen Lkw-Reifen, 40 Millionen Pkw-Reifen und 70.000 Tonnen Spezialreifen und vertreibt sie in über 150 Länder. Damit ist das Unternehmen unter den Top 12 der Reifenhersteller. Seit rund zehn Jahren gibt es die Marke auch in Deutschland. Neben Reifen stellt Sailun auch Spezial-Werkzeug zur Reifenherstellung her und forscht weiter an neuen Technologien.

EcoPoint3: Silica statt Ruß

Wie die neue EcoPoint3-Technologie. Damit reduziert Sailun einerseits bei der Produktion den Energieverbrauch um 36 Prozent. Anderseits kommt statt Ruß Silica zum Einsatz. Das reduziert den CO2-Fußabdruck weiter. Künftig lässt sich damit die Mixtur so ändern, dass es verschiedene Reifenmischung für verschiedene Länder gibt.
"Wir sind Gummi-Spezialisten und wollen den Konflikt zwischen Sicherheit, Performance und Nachhaltigkeit mit unseren Produkten lösen. Technologie ist für uns der Schlüssel", erklärt Stephan Cimbal, Marketing und Pressechef von Sailun Tyres.
Statt Füllstoffe mühsam mechanisch in den Kautschuk zu mischen, wird bei der neuen Technologie der flüssige Füllstoff gleichmäßiger und genauer verteilt. Mit Hilfe eines Haftvermittlers entsteht damit eine besonders starke Verbindung der Kautschukpolymeren – für mehr Haltbarkeit und eine bessere Performance.