Wird der elektrische Motorroller E-Schwalbe wieder zum Leben erweckt? Ein deutscher Mitbewerber hat einen Plan für den insolventen Hersteller. Er will laut Medienberichten die bunten Batterie-Scooter am historischen Fabrikstandort weiterbauen lassen.
Dem DDR-Motorroller Schwalbe geht es dabei wie dem namensgebenden Vogel: Mal fliegt er hoch, mal tief. Schon vor dem Ende der DDR stürzte die Schwalbe ab (1986), man hielt den Zweitakt-Motorroller für veraltet. Dann ließ 2013 die Münchner Firma Govecs das ikonische Zweirad wieder erstehen – im neuen Design, mit Batterieantrieb.

E-Roller-Fertigung 2025 beendet

Doch Govecs wurde Ende 2025 zahlungsunfähig. Offenbar war die Nachfrage zu gering, um die neue Produktion im polnischen Breslau auszulasten. Damit schien das Schicksal der batteriebetriebenen Kleinkraftroller besiegelt.
Govecs Schwalbe
Die E-Schwalbe von Govecs bekam in der letzten Modellpflege herausnehmbare Akkus – doch es nützte nichts, die Verkaufszahlen brachen ein.
Bild: Govecs Group
Jetzt könnte die Traditionsmarke gerettet werden: Wie der MDR berichtet, will das Unternehmen Emco aus Lingen im Emsland der Schwalbe wieder das Fliegen beibringen. Dazu sei bereits eine Nutzungsvereinbarung mit dem Inhaber der Markenrechte unterzeichnet worden.

Suhler Simson-Werk wird saniert

Doch nicht allein das: Emco will die E-Schwalbe am historischen Produktionsort von Simson im thüringischen Suhl fertigen lassen. Den Plänen nach wird das Gelände derzeit saniert und von Altlasten befreit. Noch 2026 soll die Fertigung starten.

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Emco produziert seit 15 Jahren Elektroroller. Offenbar mit großem Erfolg, denn die Emsländer haben vor zwei Jahren die insolventen Rollermarken Unu aus Berlin und Kumpan vom Niederrhein übernommen. Beide Modellreihen leben unter dem Emco-Dach weiter und vervollständigen das Portfolio. Demnächst auch die E-Schwalbe?

Über eine Million Ur-Schwalben

"Die Schwalbe muss wieder Luft unter die Flügel bekommen – und zwar in Suhl", sagte Emco-Eigentümerin Yasmin von Schweinitz gegenüber dem MDR. Es sei geplant, die zweirädrige Stil-Ikone "konsequent in die Zukunft zu führen".
Simson Schwalbe
Kuriosum: Die historische Schwalbe ist das einzige Kleinkraftrad in Deutschland, das bauartbedingt bis 60 km/h schnell fahren darf.
Bild: Andreas Vetter
In der DDR-Planwirtschaft waren ausschließlich die Simson-Werke in Suhl für den Bau von Kleinkrafträdern zuständig. Dort wurde seit 1964 die Schwalbe mit Zweitakt-Einzylindermotor gefertigt, bis zum Ende der Produktion verließen weit mehr als eine Million der zweisitzigen, hochrädrigen Sympathieträger das Werk. Über 100.000 Exemplare sollen gegenwärtig unterwegs sein.
Spannende Wendung im Fall "Schwalbe": Emco will dem Produkt eine neue Chance geben – ein ausgewiesener Roller-Profi, der schon Unu und Kumpan erfolgreich in seine Produktwelt integriert hat. Allerdings sollten die neuen Herren auch über die Kosten nachdenken, denn der abgehobene Preis von über 8000 Euro war sicher ein Kaufhindernis. Das muss günstiger gehen.