Kaufberatung Skoda Karoq

Skoda Karoq: Kaufberatung

Gesucht: der beste Karoq

Skoda hat den eigenwilligen, aber acht Jahre lang erfolgreichen Yeti durch den bedeutend normaleren Karoq ersetzt. Einfach nur ein SUV unter vielen – oder ein attraktives Angebot in der Kompaktklasse?
Der Skoda Yeti war eigenwillig: Kein SUV im üblichen Stil; eher eine Art Hochdach-Crossover mit konkurrenzloser Raumausnutzung. Der Nachfolger ist dagegen ein typischer Vertreter der aktuellen Kompakt-SUV-Linie: gefällig, mit den kantig gestreckten Linien des Jungdynamikers. Das neue Design tritt niemandem auf die Füße; sicher wird es dafür sorgen, dass der Neue sich gut verkauft. In Proportionen, Abmessungen und Stil ähnelt er dem Konzernbruder Seat Ateca; er wird auch in der gleichen Fabrik in Kvasiny gebaut. Da ist es mutig, dass Skoda deutlich höhere Preise aufruft: Während der Ateca schon ab 19.990 Euro zu haben ist, kostet der einfachste Karoq mindestens 24.290 Euro. Die günstigste Allradversion ist bei Seat der 1.4 Eco TSI 4Drive mit 150 PS für 27.270 Euro; bei Skoda der Zweiliter-Diesel mit ebenfalls 150 PS für 31.290 Euro. Nein, ein Schnäppchenangebot ist der Karoq nicht, jedenfalls auf den ersten Blick. Im Vergleich zu anderen SUVs dieser Klasse geht das Preis-Leistungs-Verhältnis allerdings in Ordnung, wenn man die gebotene Ausstattung dagegenhält. Bisherige Yeti-Fahrer werden sich dennoch nicht auf Anhieb mit dem Karoq anfreunden können.

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Der Karoq ist konventioneller als der Yeti

Video: Skoda Karoq (2018)

Wir rechnen mal durch

Zwar hat sich Skoda bemüht, mit einer Reihe netter Details den Firmen-Slogan "Simply Clever" auch im Karoq umzusetzen; doch so originelle Lösungen wie die längs und quer verschiebbaren und herausnehmbaren Rücksitze des Yeti bietet der Karoq nur noch gegen Aufpreis: 390 Euro werden für das "Sitzsystem Varioflex" fällig; sowohl in der einfacheren Ausstattungsversion "Ambition" als auch im teureren "Style". Reine Verstandesmenschen werden aber ohnehin einen Bogen um die teurere Version machen. Denn schon die Basis hat alles Wichtige, der Style macht primär optisch mehr her: 18- statt 17-Zoll-Leichtmetallräder, andere Dekoreinlagen, schickere Sitzbezüge, Chrom-Zierleisten innen und eine bunte statt der einfarbigen Multifunktionsanzeige. Echten Mehrwert bieten die Sitzheizung, die Zweizonen-Klimaautomatik, das Infotainment mit Acht- statt 6,5-Zoll-Bildschirm; zudem hat der Bluetooth-Freisprecher beim Style eine Außenantenne. Mehr Modelllinien gibt es nicht, dafür aber fünf Ausstattungspakete mit Preisvorteil gegenüber den Einzelextras; außerdem werden teilweise Extras und Pakete zwangskombiniert.
Überblick: Alles zum Skoda Karoq

Modernes Interieur zum Wohlfühlen

Hochwertiger Eindruck im Interieur – hier im Topmodell Style mit Sportsitzen. Die Bedienung nach üblicher VW-Logik macht keine Probleme.

Im Innenraum fühlt man sich auf Anhieb wohl: Das Raumangebot entspricht vorn gut, hinten knapp der Fahrzeugklasse; Möblierung und Cockpit wirken modern und durchaus hochwertig – der Yeti, vor allem als Pre-Facelift-Modell bis 2013, wirkte im Vergleich deutlich einfacher. Beim Fahren fallen wenig Unterschiede zum Seat Ateca auf, deutlichere zum Vorgänger Yeti. Fühlbar ist das Bemühen um komfortable Fahrwerksabstimmung, sowohl gegenüber dem Seat, noch deutlicher gegenüber dem zeitlebens recht straffen Yeti. Die Federn absorbieren Bodenunebenheiten beinahe so zuvorkommend wie im größeren Bruder Kodiaq. Lediglich ganz kurze Störungen wie Querfugen sorgen für kleine, trockene Stöße, vor allem mit den optionalen 19-Zoll-Rädern. Dafür bringen die flachen Reifen auf großen Rädern einen Tick mehr Lenkpräzision als die 17- und 18-Zöller mit weicheren Flanken. Das Fahrverhalten ist freilich auch mit mehr Gummi zwischen Auto und Straße untadelig: Der Karoq ist kein Sportwagen; aber er lenkt präzise ein und behält sein sicheres, neutrales Fahrverhalten auch bei flotter Kurvenfahrt. Die Lenkung selbst wird den meisten Fahrern im Normalmodus besser gefallen als im optionalen Sportprogramm, das die Lenkkräfte anhebt, ohne die Reaktionen wirklich direkter zu machen.

Allrad bietet nur der 2.0 TDI mit 150 PS

Für Stadtfahrer reicht der kleine 115-PS-Dreizylinder aus. Interessanterweise harmoniert er respektabel mit dem auch hier lieferbaren DSG.

Bleibt die Frage nach der Antriebsvariante: Will man Allrad, hat man bisher keine Alternative zum 2.0 TDI mit 150 PS. Er setzt seine Durchzugskraft schon bei niedrigen Touren im Handschalter besser in Szene, das optionale 7-Gang-DSG wirkt gerade bei flottem Anfahren mit viel Gas etwas träge. Das dürfte der 190-PS-Diesel später besser machen. Bleibt der 1,5-Liter-Turbobenziner mit 150 PS, den es mit Frontantrieb schon jetzt gibt. Er ist erste Wahl für sportliche Fahrer, zieht willig von unten heraus und wird bei höheren Drehzahlen richtig munter; die Zylinderabschaltung verspricht befriedigende Sparsamkeit. Kurzstrecken- und Stadtfahrer kommen allerdings auch mit dem kleinen 115-PS-Dreizylinder zurecht. Er klingt lustig und bringt den Karoq flott, wenn auch nicht wirklich schnell voran – zum Überholen oder auf der Autobahn wünscht man sich bisweilen mehr Power. Interessanterweise harmoniert der Basismotor respektabel mit dem auch hier lieferbaren DSG: Er fährt ausreichend spontan an, der Doppelkupplungsautomat bemüht sich im normalen D-Schaltprogramm konsequent, Drehzahl und Verbrauch niedrig zu halten. Mäßig überzeugend ist der gleich starke 1,6er TDI, er läuft deutlich rauer als der Zweiliter. Im Vergleich wird er bei höherem Tempo zäh, auch Zurückschalten bringt da nicht viel.

Kaufberatung Skoda Karoq

Skoda KaroqSkoda KaroqSkoda Karoq

Modell 1.0 TSI DSG 2.0 TDI SCR 4x4
Motor/Hubraum R3, Turbo / 999 cm3 R4, Turbo / 1968 cm3
Getriebe 7-Gang Doppelkupplungs-Aut 6-Gang manuell
kW (PS) bei 1/min 85 (115) / 5000-5500 110 (150) / 3500–4000
Nm bei 1/min 200 / 2000–3500 340 / 1750-3000
Höchstgeschwindigkeit 186 km/h 196 km/h
0–100 km/h 10,7 s 8,7 s
Verbrauch (EU-Mix) 5,1 – 5,3 l S 5,0 l D
Abgas CO2 116–120 g/km 131–132 g/km
SCR-Kat. / ADBlue-Tankinhalt 1) - / - ja / 12,0 l
Grundpreis 26.090 Euro 31.290 Euro
Wertung Gut für Stadt- und Kurzstreckenfahrer. Der Dreizylinder zieht wacker, harmoniert gut mit dem DSG, fährt sich mühelos und leicht. Wer Allrad braucht, hat keine andere Wahl. Und der 2.0 fährt souveräner als der 4100 Euro günstigere 1.6 TDI. Das DSG hemmt den starken Diesel eher.
Ökotrend-Wertung 3+ 3
1) SCR = Selective Catalytic Reduction. Stickoxide (NOx) werden in Stickstoff (N2) und Wasser (H2O) umgewandelt.

Thomas Rönnberg

Fazit

Dass die originelle Kastenform des Yeti ausgedient hat, wird der eine begrüßen, der andere bedauern. Der neue Karoq ist ein gelungenes, harmonisches Kompakt SUV, das schon mit dem bisherigen Modellprogramm unterschiedliche Käuferwünsche abdeckt. Die umfangreiche Ausstattung rechtfertigt die auf den ersten Blick recht happigen Preise.

Stichworte:

Kompakt-SUV

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