So lange halten Akkus von Plug-in-Hybriden
Studie untersucht Lebenserwartung gebrauchter PHEV-Batterien

Immer mehr Plug-in-Hybride gelangen auf den Gebrauchtwagenmarkt. Ihr Restwert wird wesentlich durch den Zustand des Akkus bestimmt. Ein britisches Analyse-Unternehmen hat jetzt untersucht, wie haltbar die Batterien dieser Antriebsvariante sind.
Bild: Marko Ristic
Wie lange halten die Akkus von Autos mit Plug-in-Hybridantrieb (PHEV)? Generational, der britische Spezialist für Akku-Analyse, hat die Energiespeicher dieser alternativen Antriebsvariante nun in einer Gesamtauswertung durchleuchtet. Dabei zeigt sich: Der Zustand der PHEV-Batterien variiert stärker als bei Elektroautos. Käufer von gebrauchten PHEV sollten ihn daher unbedingt bestimmen lassen.
Plug-in-Hybride vereinen zwei Welten: die von Elektroauto und Verbrenner. Denn die Steckdosen-Hybriden können auf Wunsch ausschließlich mit Verbrenner, aber auch ausschließlich mit Akku fahren. Seit fast zwanzig Jahren werden Autos mit dieser Antriebsvariante gebaut – war ihr Anteil am Gesamtbestand anfangs verschwindend gering, stieg er dank Förderprämie steil an. Auch die aktuelle Kaufförderung vom Bund schließt Plug-in-Hybride ein.
2024 waren in Deutschland bereits rund eine Million PHEV zugelassen. Kam die Reichweite der Akkus anfangs je nach Modell über einige Dutzend Kilometer nicht hinaus, haben aktuelle Typen inzwischen Energiespeicher für mehr als 100 Kilometer Aktionsradius im Bauch.
1000 Akkus von Plug-in-Hybriden untersucht
Generational hat im Rahmen seines aktuellen Battery Performance Index, der im März 2026 veröffentlicht wurde, rund eintausend Akkus gebrauchter Plug-in-Hybriden ausgewertet. Diese Daten wurden mit denen von 1000 Elektroautos verglichen. Das Alter der Fahrzeuge lag zwischen einem und zwölf Jahren. Dabei kam heraus: PHEV-Energiespeicher hatten im Durchschnitt noch 94,27 Prozent Restkapazität, die von E-Autos dagegen 94,94 Prozent.
Immerhin 4,7 Prozent der untersuchten PHEV-Akkus waren bereits unterhalb 85 Prozent des verbleibenden Speichervermögens. Damit liegt der "State of Health" (Gesundheitszustand) dieser Batterien oft niedriger als derjenige von Elektroauto-Akkus. Hier kam Generational zu einem Durchschnittswert von 1,5 Prozent unter 85 verbleibender Kapazität.
Das heißt: Mehr als doppelt so viele PHEV-Antriebe waren unter diese Kapazitätsgrenze gefallen. "Diese größere Varianz resultiert vor allem aus unterschiedlichen Nutzungs-Szenarien", erklärt Oliver Phillpott, CEO von Generational. PHEV würden ganz unterschiedlich genutzt: Während bei den einen überwiegend der Verbrennungsmotor laufe, sei es bei anderen der Elektroantrieb.
Unterschiedliche Akku-Biografien möglich
Da Elektroautos vom E-Antrieb als einzige Energiequelle naturgemäß abhängig sind, entwickeln deren Fahrer und Nutzer stimmige Lade- und Gebrauchs-Routinen, ergänzt der CEO. Auch wenn die durchschnittliche Gesundheit von PHEV-Akkus sehr gut sei, falle doch die höhere Volatilität bei der Akku-Degradation von Plug-in-Hybrid-Autos.
Als Resultat können zwei Plug-in-Autos ein- und desselben Modells ähnlichen Alters und Kilometerstand dennoch höchst unterschiedliche Batterie-Biografien haben. Das zeige laut Phillpott, dass Akku-Analyse für Käufer und auch für Zwischenhändler eine große Rolle spielen, um den Fahrzeugzustand und somit den Wert zu ermitteln.
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