Für Deutschlands Autofahrer hätte der Start ins Jahr 2021 kaum schlimmer verlaufen können – zumindest für Benzin- und Dieselfahrer. Sie mussten sich im Januar endgültig von den günstigen Spritpreisen der vergangenen Monate verabschieden. Denn mit der Rückkehr zum normalen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent (vorher 16), der Einführung des nationalen CO2-Preises für Verkehr und Heizen sowie steigenden Rohölnotierungen brach gleich mehrfaches Unglück über sie herein (alle Änderungen für Autofahrer 2021). So kostete der Liter Super E10 im Monatsschnitt knapp 1,35 Euro – rund 12 Cent mehr als im Dezember 2020, wie eine Auswertung des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken (gehört zur AUTO BILD-Gruppe) zeigt. Auch Diesel wurde in gleichem Maße teurer, der Liter kostete im Januar im Schnitt fast 1,23 Euro. Die Spritpreise zogen dabei in den ersten zwei Wochen an, danach pendelten sie sich auf ihrem hohen Niveau ein (Spartipps). "Die Verbraucher werden sich vorerst an die hohen Preise gewöhnen müssen. Denn ein nennenswerter Fall der Rohölnotierungen ist nicht in Sicht. Und Mehrwertsteuer sowie CO2-Preis bleiben", prophezeit Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken.

Verbrenner sollen unattraktiver werden

Viele Autofahrer macht das wütend, das sehen wir deutlich an den Zuschriften der AUTO BILD-Leser. Einhelliger Tenor: Wieso sollen immer wir "gemolken" werden?! Manche verweisen allerdings darauf, dass Benzin noch Anfang 2020 mehr als 20 Cent teurer war als heute. Stimmt. Und wieder andere sagen, ja, anders gehe es nicht, man müsse Tanken teurer machen, sonst denke niemand um. Sicher ist jedenfalls: So wie die Innovationsprämie, die Umweltprämie, die Wallbox-Förderung verfolgen quasi alle politischen Ankündigungen ein Ziel: den Verbrennungsmotor nach und nach unattraktiv zu machen. In diesem Jahr ist Bundestagswahl, und jeder sollte wissen: Auch da, wo es nicht wie bei den Grünen "außen" draufsteht, steckt diese Stimmung mit drin.

Steuer und Sprit werden noch viel teurer

Meine Prognose ist: Diesel und Benziner werden noch 20 Jahre lang fahren. Die Besitzer zu enteignen traut sich niemand. Es wird anders laufen: Steuer und Sprit werden noch viel, viel teurer (siehe Rechenbeispiele oben), so wird der Bestand an Autos über die Jahre sinken. Die Autolobby, die das verhindern könnte, gibt es nicht. Vielfahrer werden die Preiserhöhungen noch heftiger spüren. Und wenn sie eine Tankkarte haben? Dann spürt es der Arbeitgeber. Alles, was tanken muss, vom Pflegedienst bis zum Pizzaboten, wird die Kosten umlegen. Dann wird nicht nur das Zapfen teurer, sondern vieles andere auch ...
Erklärungen zur Grafik oben – Quelle: eigene Berechnungen * Verbrauch von 7,8 l Benzin/100km ** 225 Arbeitstage, Einkommen wird mit einem Grenzsteuersatz von 33 Prozent versteuert