Subaru WRX STI (2018): Test, Generationen, Produktionsende

Subaru WRX STI (2018): Test, Generationen, Produktionsende

Abschied vom WRX STI

Subaru stellt den WRX STI ein! Zum Produktionsende der Rallye-Legende geht AUTO BILD auf Abschiedsfahrt und hofft schwer auf ein Comeback!
Subaru stellt 2018 die Produktion des WRX STI ein, weil der aktuell 300 PS starke Boxer-Sportler durch die neuen Abgasvorschriften ans Limit gekommen ist. F├╝r Fans ein harter Schlag. Um den WRX STI geb├╝hrend zu verabschieden, dreht AUTO BILD mit dem Rallye-Urgestein eine Abschiedsrunde auf der Rennstrecke Bilster Berg.

Abschied auf dem Bilster Berg

In der "Mausefalle": In den t├╝ckischen Kurven des Bilster Bergs f├╝hlt sich der WRX STI pudelwohl.

Also raus aus der Boxengasse ÔÇô und mit Vollgas auf die "Kleine Nordschleife", wie der Bilster Berg genannt wird, weil der Kurs so technisch ist. Uneinsehbare Kurven, extreme Gef├Ąlle, enge Ecken. Genau richtig f├╝r den WRX STI mit seinen Rallye-Genen. Schon in den ersten Kurven merkt man: Der Sport-Subaru ist ein Vertreter der alten Schule. Die Lenkung ist direkt und gibt stets einen genauen Eindruck davon, was gerade an der Vorderachse passiert. Der Gangwahlhebel des Sechsganggetriebes flutscht herrlich unkompliziert durch die Gassen, Kupplung, Bremse und Gas lassen sich tadellos bedienen und vermitteln ein gutes Gef├╝hl f├╝r die Technik dahinter. Genau so muss es sein!
Umso schwerer f├Ąllt der Abschied. Passend dazu weint der Himmel. Regen. Im Grunde genau richtig f├╝r einen Allradler wie den WRX STI. Selbst unter diesen Grenzbedingungen sind mit dem permanenten Vierradantrieb Traktionsprobleme nur vom H├Ârensagen bekannt. L├Ąsst man es fliegen, dreht sich das Heck in Kurven beim Gaswegnehmen berechenbar ein. Und so bleibt der Subaru auf seinen letzten Runden als enorm fahraktives Charakterauto in Erinnnerung. Das Fahrwerk k├Ânnte gut und gerne mehr als die serienm├Ą├čigen 300 PS verkraften. Dementsprechend souver├Ąn lief der letzte Auftritt des WRX STI ab ÔÇô wer auf den Rallyestrecken dieser Welt zu Hause ist, f├╝r den ist der Bilster Berg schon fast eine Erholung. WRX STI, wir werden dich vermissen!

Permanenter Allradantrieb, Boxer, Heckspoiler

Colin McRae fuhr sich und den Impreza WRX STI ohne Gnade zur Rallye-Ikone.

Doch bevor es mit dem WRX STI zu Ende geht, werfen wir einen Blick zur├╝ck. Der WRX STI ist mit dem Thema Rallye verwachsen wie nur wenige andere Autos, ausgenommen Audi Urquattro, Opel Ascona 400, Ford Escort RS Cosworth, Lancia Delta Integrale. Und nat├╝rlich der ewige Rivale aus Japan: die Evo-Variante des Mitsubishi Lancer. Untrennbar mit den blauen Subarus ist selbstverst├Ąndlich auch Rallye-Legende Colin McRae verbunden, der den WRC-Impreza mit seinem spektakul├Ąren Fahrstil zu mehreren Markenweltmeistertiteln und 1995 zum Fahrertitel pr├╝gelte. Das strahlte auf die Stra├če ab: Schon die erste Generation des Impreza WRX STI brachte ihre 250 PS ├╝ber einen permanenten Allradantrieb auf die Stra├če, f├╝r einen tiefen Schwerpunkt blieb man beim Boxermotor, und der riesige Heckfl├╝gel war f├╝r echte Fans immer ein Muss. Da k├Ânnen die Hater l├Ąstern, wie sie wollen. Die Generationen im ├ťberblick:
Generation 1 (Bauzeit: 1994 bis 2000)
In Deutschland bot Subaru den sch├Ąrfsten Impreza ab 1996 an. Zun├Ąchst als Impreza GT, ohne STI-Logo und mit 211 PS, in einer limitierten Kleinserie von 150 Fahrzeugen. Erste Ende 1997 wurde der Impreza regul├Ąr ins Programm aufgenommen. 1998 bekam der Impreza GT eine kleine Leistungsspritze und die Namenserg├Ąnzung "Turbo", w├Ąhrend der st├Ąrkste Impreza in Japan schon als WRX STI bezeichnet wurde und bis zu 280 PS leistete (anfangs 250 PS). Im Laufe der Jahre legte Subaru etliche Sonderversionen des Impreza WRX STI auf ÔÇô die wohl begehrteste ist der binnen k├╝rzerester Zeit ausverkaufte und auf 424 Exemplare limitierte Impreza 22B-STI.
Generation 2 (Bauzeit: 2001 bis 2007)
Ab 2002 durfte der Impreza dann auch in Deutschland mit allen STI-Insignien und mit 265 PS an den Start gehen. Der gro├če Heckfl├╝gel thronte auch wieder auf dem Kofferraumdeckel ÔÇô allerdings nur beim Sondermodell Prodrive Style. 2006 ├╝berarbeiteten die Ingenieure den WRX STI. Ergebnis: eine neue Front, 280 PS und Wassereinspritzung auf den Ladeluftk├╝hler.
Generation 3 (Bauzeit: 2008 bis 2013)

Zwei Jahre (2008 bis 2010) gab es den WRX STI nur als Schr├Ągheck.

2008 brachte Subaru erstmals einen Schr├Ągheck-WRX STI. Damit entfiel der Heckspoiler. F├╝r die Fahrleistungen sorgte ein 2,5 Liter gro├čer Turboboxer mit 300 PS. Rallye-Weltmeister Tommi M├Ąkinen brennt 2010 eine Nordschleifenzeit von unter acht Minuten (7:55 min) in den Eifel-Asphalt. Im selben Jahr darf der Impreza WRX STI wieder als Limousine auf die Stra├če ÔÇô dann auch wieder mit gro├čem Fl├╝gelwerk, was die Hardcore-Fans besonders freute.
Generation 4 (Bauzeit: 2014 bis 2018)

Zum Abschied legt Subaru die "Final Edition" auf. Auf 122 Exemplare limitiert, mit Spoilerlippe, goldenen Felgen und 53.350 Euro teuer.

Der letzte WRX STI, weiterhin mit 300 PS aus 2,5 Litern Hubraum. Besonders spektakul├Ąr: die Rekordfahrt auf der Isle of Man TT und eine Nordschleifen-Zeit von unter sieben Minuten (6.57,5 Minuten) ÔÇô zugegebenerma├čen in stark modifizierten STIs. Und zum Abschied: Ab 2018 ist der Riesenspoiler wieder Standard. Au├čerdem zeigte Subaru auf der Tokyo Motor Show 2017 die Studie Viziv Performance Concept ÔÇô eine f├╝nfte Generation des WRX STI ist demnach offenbar nicht ausgeschlossen. Es besteht also Hoffnung auf ein Comeback!

Subaru WRX STI (2018): Test, Generationen, Produktionsende

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