Mit SUV-Gerichten ist es ja ein bisschen so wie mit der Speisekarte beim Asiaten: Unzählige Positionen tummeln sich auf zig Seiten, gebraten, gebacken, gekocht, das Ganze mit und ohne "scharf", entweder Rind, Huhn oder Schwein – keine Sau blickt da durch! Was das Essen angeht, müssen wir Sie leider im Stich lassen. Was die ausufernde SUV-Vielfalt betrifft, können wir dagegen deutlich werden und klare Empfehlungen geben.
Neuester Posten auf der Karte: Suzukis Kleinst-Offroader Ignis. Der macht trotz minimaler Länge (nur 3,70 Meter kurz!) über die Gestalt eines echten SUVs Appetit: hohe Blechflanken, steile Nase, robuster Stoßschutz an Schwellern und ausgestellten Radläufen, dazu die prallen Proportionen eines kernigen Kletterburschen – wie 'n Großer. Ach ja, ganz wichtig: Man sitzt erhöht. 620 Millimeter oberhalb der Straße – das ist sogar einen Hauch höher als in einem BMW X1. Noch mal zum Abgleich mit einem konventionellen Typen: Bei einem VW Golf liegt der Wert bei 530 Millimetern. So, Hauptgericht erklärt – wie schmeckt es denn nun? Wir probieren den Ignis 1.2 Allgrip (ab 15.990 Euro) als 17.740 Euro teuren Comfort+ mit 90 PS starkem Benziner. Das Konzept riecht auf jeden Fall vielversprechend. Auf seiner knappen Länge bietet der Ignis im Grunde alles, was man braucht.
Mit reichlich Extras lässt sich der Ignis ordentlich aurüsten
Ungewöhnlich für seine Liga: Auf Wunsch und gegen Aufpreis leuchtet der Ignis mit LED-Scheinwerfern.
Bild: Werk
Der Platz reicht für vier Erwachsene, über die steilen hinteren Türen kommt man gut ins Auto hinein, trotz fehlender Lenkrad-Tiefenverstellung passt die Sitzposition für den Fahrer. Klasse: Die Rückbank ist geteilt verschieb- und klappbar, und die Lehnen lassen sich in derNeigung justieren. Der Kofferraum ist also ruck, zuck und ohne großen Kraftaufwand erweitert. Schnörkellose, gut ablesbare Instrumente komplettieren das Bild vom sorglosen Alltagsbegleiter. Gegen Aufpreis lässt sich der Ignis noch zum Technikstückchen aufrüsten. So wären dann für 1750 Euro mehr ein kameragestützter Notbremsassistent, eine Müdigkeitserkennung oder auch ein Spurwarnassistent an Bord. Auch eine Bergabfahrhilfe und ein Rückfahrkamerasystem sind verfügbar. Ungewöhnlich in dieser Liga: Strahlend helle LED-Technik steckt in den Scheinwerfern – klasse. Allerdings finden wir auch Zutaten, die uns gar nicht schmecken. Die Vordersitze hat Suzuki besonders lieblos gepolstert, das gesamte Auto wirkt dünnblechig und mäßig geräuschgedämmt.
Der Motor vibriert bei 4000 Touren unangenehm, beim Rangieren (übrigens: toller kleiner Wendekreis) verspannt sich das Auto über den Allradantrieb. Und die Lenkung ist so frei von Rückstellkräften, wie wir es lange nicht erlebt haben. Die Federung arbeitet Bodenwellen gut weg, mag aber auf kleinen Unebenheiten nicht so gern ansprechen – hölzern rollt der Ignis am Ende ab.
Bei forcierter Gangart legt der Kleine seine Sparsamkeit ab
Durchaus durstig: Zügig bewegt, gönnt sich der kleine Japaner fast zehn Liter auf 100 Kilometer.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
In der Stadt schwimmt das Kleinst-SUV flüssig mit, der Fahrer kann es sogar recht schaltfaul rollen lassen, dann im dritten Gang um die Ecke sausen oder im letzten Gang mit 50 Sachen dahinschnüren. Auf der Autobahn tut sich der Suzuki dagegen schwer. Ab Tempo 120 legt er nur im vorletzten Gang spürbar an Tempo zu, der Geradeauslauf ist mäßig und sauberes Korrigieren des Kurses über die gefühllose Lenkung dann fast Glückssache. Durstig ist der Ignis bei hohem Tempo ebenfalls. Aus den durchschnittlichen 6,5 Litern Verbrauch pro 100 Kilometer werden auf der Schnellstraße an die zehn Liter Super. Dafür leistet sich der Ignis keine Aussetzer in puncto Fahrsicherheit. Seichtes Untersteuern ringt eine wache wie rigorose ESP-Einstellung nieder, frei von Lastwechselreaktionen wirkt das nur rund 900 Kilogramm (!) leichte Auto beim Ausweichen sehr trittsicher, die Bremswege ordnen wir im oberen Durchschnitt ein, der Allradantrieb arbeitet auch im Dreck effektiv.
Unterm Strich bleibt der Ignis ein originelles Auto mit sympathischem Konzept – und Abstrichen beim Fahren. Dafür sind über 17.000 Euro echt viel Geld.
So klein und wuselig wie der Ignis sind heute nur noch ganz wenige Autos. Das macht das japanische SÜVchen echt lecker. Allerdings erreicht der Preis mit Allrad und anderen Zutaten schnell Dimensionen, die uns weniger schmecken.
Suzuki Ignis im Test
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Die SUV-Vielfalt ufert aus. Neuester Vertreter der nach wie vor boomenden Fahrzeugklasse ist der Kleinst-Offroader Suzuki Ignis. Was den Japaner so besonders macht, zeigt der erste Test.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Trotz minimaler Länge (nur 3,70 Meter kurz!) macht der Ignis über die Gestalt eines echten SUVs Appetit: hohe Blechflanken, ...
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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... steile Nase, robuster Stoßschutz an Schwellern und ausgestellte Radläufen, dazu die prallen Proportionen eines kernigen Kletterburschen – wie 'n Großer.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Ach ja, ganz wichtig: Man sitzt erhöht. 620 Millimeter oberhalb der Straße – das ist sogar einen Hauch höher als in einem BMW X1. Noch mal zum Abgleich mit einem konventionellen Typen: Bei einem VW Golf liegt der Wert bei 530 Millimetern.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Wir testen den Ignis 1.2 Allgrip (ab 15.990 Euro) als 17.740 Euro teuren Comfort+ mit 90 PS starkem Benziner. Auf seiner knappen Länge bietet der Ignis im Grunde alles, was man braucht.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Der Platz reicht für vier Erwachsene, über die steilen hinteren Türen kommt man gut ins Auto hinein, trotz fehlender Lenkrad-Tiefenverstellung passt die Sitzposition für den Fahrer.
Bild: Werk
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Klasse: Die Rückbank ist geteilt verschieb- und klappbar, ...
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... und die Lehnen lassen sich in der Neigung justieren. Der Kofferraum ist also ruck, zuck und ohne großen Kraftaufwand erweitert.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Schnörkellose, gut ablesbare Instrumente komplettieren das Bild vom sorglosen Alltagsbegleiter. Gegen Aufpreis lässt sich der Ignis noch zum Technikstückchen aufrüsten, ...
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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... für 1750 Euro mehr sind ein kameragestützter Notbremsassistent, eine Müdigkeitserkennung oder auch ein Spurwarnassistent an Bord. Auch eine Bergabfahrhilfe und ein Rückfahrkamerasystem sind verfügbar.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Ungewöhnlich in dieser Liga: Strahlend helle LED-Technik steckt in den Scheinwerfern – klasse.
Bild: Werk
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Allerdings finden wir auch Zutaten, die uns gar nicht schmecken. Die Vordersitze hat Suzuki besonders lieblos gepolstert, das gesamte Auto wirkt dünnblechig und mäßig geräuschgedämmt.
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Der 90 PS starke 1,2-Liter-Vierzylinder vibriert bei 4000 Touren unangenehm, ...
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... beim Rangieren (übrigens: toller kleiner Wendekreis) verspannt sich das Auto über den Allradantrieb. Und die Lenkung ist so frei von Rückstellkräften, wie wir es lange nicht erlebt haben.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Die Federung arbeitet Bodenwellen gut weg, mag aber auf kleinen Unebenheiten nicht so gern ansprechen – hölzern rollt der Ignis am Ende ab. In der Stadt schwimmt das Kleinst-SUV flüssig mit, ...
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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... der Fahrer kann es sogar recht schaltfaul rollen lassen, dann im dritten Gang um die Ecke sausen oder im letzten Gang mit 50 Sachen dahinschnüren.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Auf der Autobahn tut sich der Suzuki dagegen schwer. Ab Tempo 120 legt er nur im vorletzten Gang spürbar an Tempo zu, der Geradeauslauf ist mäßig und sauberes Korrigieren des Kurses über die gefühllose Lenkung dann fast Glückssache.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Durstig ist der Ignis bei hohem Tempo ebenfalls. Aus den durchschnittlichen 6,5 Litern Verbrauch pro 100 Kilometer werden auf der Schnellstraße an die zehn Liter Super. Dafür leistet sich der Ignis keine Aussetzer in puncto Fahrsicherheit.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Seichtes Untersteuern ringt eine wache wie rigorose ESP-Einstellung nieder, frei von Lastwechselreaktionen wirkt das nur rund 900 Kilogramm (!) leichte Auto beim Ausweichen sehr trittsicher, ...
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... die Bremswege ordnen wir im oberen Durchschnitt ein, der Allradantrieb arbeitet auch im Dreck effektiv.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Das Fazit von Jan Horn: "So klein und wuselig wie der Ignis sind heute nur noch ganz wenige Autos. Das macht das japanische SÜVchen echt lecker, ...
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... allerdings erreicht der Preis mit Allrad und anderen Zutaten schnell Dimensionen, die uns weniger schmecken." AUTO BILD-Testnote: 3+