Unseren Autos täte Zurückhaltung durchaus gut. Statt immer größer, schneller und teurer, wäre angesichts der unübersehbaren Überlastung von Infrastruktur und Umwelt das Gegenteil wünschenswert.
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Wie das aussehen kann, zeigt der neue Suzuki Swift. Der bleibt bescheiden, gefällt als kompetenter Kleinwagen für die breite Masse.

Ordentlich Platz bei kleinen Abmessungen

Mit einer Außenlänge von 3,86 Metern gehört der Swift zu den Kleinen in der Kleinwagenklasse, bietet innen aber dennoch ordentliche Platzverhältnisse. Die großen Fensterflächen vermitteln dabei eine gewisse Luftigkeit und erleichtern die Rundumsicht – beim Rückwärtsfahren wendet der Fahrer schon mal den Blick vom Bildschirm ab, um die gute analoge Sicht nach hinten zu genießen.
Suzuki Swift 1.2 Hybrid MT
Überraschend: Trotz nur 3,86 Metern Länge bietet der Swift ordentlich Platz. Die großen Fenster machen ihn zudem sehr übersichtlich.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Bei den Sitzen fehlt es nur großen Gästen an Oberschenkelauflage, wirken die weichen Polster etwas zierlich. Für den Durchschnittseuropäer reicht das Gestühl vollkommen aus, der Seitenhalt der Wangen erweist sich aber nur als angedeutet – wie die Sitzflächen an sich, dürften sie ruhig straffer sein.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Dreizylinder, Mildhybrid 
Einbaulage 
vorn quer 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Kette 
Hubraum 
1197 cm³ 
kW (PS) bei 1/min
61 (82)/5700 
Nm bei 1/min
112/4500 
Vmax
165 km/h 
Getriebe 
Fünfgang manuell 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Trommel 
Testwagenbereifung 
185/55 R 16 V 
Reifentyp 
Yokohama Blue Earth ES32 
Radgröße 
6 x 16” 
Abgas CO2 
99 g/km 
Verbrauch* 
4,4 l 
Tankinhalt 
37 l 
Kraftstoffsorte 
Super 
Ottopartikelfilter 
Serie 
Vorbeifahrgeräusch 
65 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1000/400 kg 
Stützlast 
60 kg 
Kofferraumvolumen 
265–980 l 
Länge/Breite/Höhe 
3860/1735–1865**/1485 mm 
Radstand 
2450 mm 
Grundpreis
18.900 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
21.100 Euro
Der Kofferraum taugt mit 265 bis 980 Liter Volumen nicht für die ganz großen Transportaufgaben, zumal die Variabilität sich auf eine geteilt klappbare Fondlehne beschränkt. Wer sie nutzt, muss außerdem mit einem Absatz am Kofferraumboden leben. Zusammen mit der 235 Millimeter hohen inneren Ladekante am Heckabschluss sorgt das dafür, dass bei sperrigem und schwerem Transportgut keine Freude aufkommt. Ein doppelter Ladeboden brächte hier Linderung.
Und wenn wir schon im Wünsch-dir-was-Modus sind: Die Heckklappe verdient einen echten Griff statt der Mulde im Stoßfänger, um ihr beim Öffnen an die Blechkante zu fassen. Und sie dürfte auch gern über 1,88 Meter hoch aufschwingen – das vermeidet Blessuren.

Cockpit ist einfach und lenkt kaum ab

Einfach präsentiert sich auch das Cockpit – aber das muss kein Makel sein. Ja, kratzempfindliches Hartplastik, eine auf Basis-Befehle beschränkte Sprachassistenz und die nur wenig intuitiven Menüs mit stark verzögerter Touch-Reaktion kann manch anderer Mini besser. Da wirkt der Swift nicht ganz auf der Höhe der Zeit, einfach mal die Navi-Führung beenden, wird da schon zu einer kleinen Herausforderung. Überhaupt liefert das Aufpreis-freie Navi bestenfalls eine Lotsen-Grundversorgung – die Zielführung über das eigene Handy läuft zumeist besser.
Suzuki Swift 1.2 Hybrid MT
Ordentlich gemachtes Cockpit ohne zu viel Ablenkung, die recht klassischen Instrumente und der Handbremshebel freuen Nostalgiker.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das im fröhlichen Zwei-Farben-Look gestaltete Cockpit wirkt aber durchaus charmant. Hier merkt man, dass der Swift Jahrgang 2024 smart gereift ist. Diesen Eindruck unterstreichen die klare Tachoanzeige, genug USB-Anschlüsse (ab Comfort) und eine aufgeräumte Klimabedienung mit Kippschaltern.
Auch an der Positionierung des inzwischen auf neun Zoll gewachsenen Berühr-Bildschirms gibt es wenig zu meckern, die Rückfahrkamera (Serie) liefert ausreichend scharfe und aussagekräftige Bilder, die Spiegelung von Smartphones läuft via Apple CarPlay und Android Auto jetzt auch ohne Kabel – alle genannten Goodies gehören übrigens zur Grundausstattung.

Dreizylinder mit viel Sparpotenzial

Für den 955 Kilogramm leichten Swift reicht der 82 PS starke 1,2-Liter gut aus, unangenehme Behäbigkeit kommt nicht auf. Zugegeben, Hektiker werden angesichts der 11,7 Sekunden auf Tempo 100, des etwas brummigen Anspringens und mäßiger Laufkultur (Klima-Kompressor springt spürbar an) murren.
Suzuki Swift 1.2 Hybrid MT
Spatzendurst: Im Testdurchschnitt schafft der Swift einen Verbrauch von 4,4 l/100 km. Auch eine Drei vor dem Komma ist möglich.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Tatsächlich kann der zusätzliche Hybridkick einen Turbo nur teilweise ersetzen, bleibt der Dreizylinder auf Drehzahl angewiesen und tourt kaum spaßig flott hoch. Aber er spart. Und wie. Im Test schafft der Swift den WLTP-Wert: 4,4 l/100 km, Reichweite 840 Kilometer! Selbst bei unüberlegter Fahrweise sind kaum über sechs Liter machbar.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,4 s 
0–100 km/h 
11,7 s 
0–130 km/h 
20,8 s 
Elastizität
60–100 km/h
12,0/17,9 s (4./5. Gang) 
80–120 km/h 
21,6 s (5. Gang) 
Leergewicht/Zuladung 
955/410 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
63/37 % 
Wendekreis links/rechts 
10,5/10,5 m 
Sitzhöhe 
555 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
39,7 m 
aus 100 km/h warm 
42,7 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
60 dB(A) 
bei 100 km/h 
69 dB(A) 
bei 130 km/h 
72 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
3,8 l S/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
4,4 l S/100 km
(+/-0 %)
Sportverbrauch 
6,3 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
99 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
840 km 

Bremswege sind zu lang

Voll in den roten Bereich rutscht aber der Bremsweg bei warmer Anlage: 42,7 Meter aus 100 km/h sind nicht akzeptabel, selbst mit kalten Scheiben braucht der Floh (zu) lange 39,7 Meter. Da muss Suzuki noch mal ran.
Suzuki Swift 1.2 Hybrid MT
Verbesserungsbedürftig: Mit warmer Bremsanlage steht der Swift aus Tempo 100 erst nach 42,7 Metern – das ist deutlich zu viel.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das Fahrwerk federt ordentlich für einen Kleinwagen, begegnet selbst fiesen Strecken nicht mit übertriebener Härte. Die Lenkung zeigt wenig Direktheit, wie wir sie vom Swift Sport gewöhnt sind. Gleiches gilt für das Fünfgang-Schaltgetriebe, das sich ein wenig uncharmant, aber dennoch ordentlich schalten lässt – es fehlt die Flutschigkeit, die das Schalten zum echten Vergnügen macht (CVT ab Comfort für 1600 Euro).

Wertung

Wertung
Karosserie
Für die Größe vernünftiges Raumkonzept, Variabilität aber mäßig, Materialqualität einfach.
3/5 Punkten
Antrieb
Motor noch ausreichend kräftig, aber durchzugsschwach, dank Mildhybrid sehr sparsam.
3,5/5 Punkten
Fahrdynamik
Wenig agil, aber fahrsicher. Bremsen für einen modernen Kleinwagen deutlich zu schwach.
2/5 Punkten
Connected Car
Schlichte Navigation, Sprachbedienung eingeschränkt. Apple Car Play/Android Auto ohne Kabel.
2,5/5 Punkten
Umwelt
Klein, leicht, sparsam – bei der Umwelttechnik geht aber noch viel mehr als nur ein 12-Volt-Mildhybrid.
2,5/5 Punkten
Komfort
Alles auf einem ordentlichen Niveau. Bei den Assistenzsystemen besteht aber Nachholbedarf.
3/5 Punkten
Kosten
Günstig in der Anschaffung, wertstabil, sparsam im Verbrauch, aber Versicherung/Wartung teuer.
3/5 Punkten
AUTO BILD-Testnote
3-

Leasing kann sich beim Swift lohnen

Ab 18.900 Euro steht der Swift vor der Tür, das Wichtigste steckt schon bei der Basis mit drin. Mit Comfort (1500 Euro) und Comfort+ (weitere 700 Euro) wird es noch angenehmer, neben CVT, Allrad (nur Handschalter, ab Comfort 1800 Euro) und Metallic-Lack (ab 590 Euro, zweifarbig + 330 Euro) kann der Kunde aber keine Details zubuchen. Ansonsten stehen nur einem Jahr (oder 20.000 km) Wartungsintervall immerhin drei Jahre Garantie gegenüber. Und der Swift kann auch übers Leasing interessant werden. Bei zwei Jahren und 10.000 km/Jahr startet er unter 100 Euro/Monat.

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Suzuki Swift 1.2 Hybrid MT
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Suzuki Swift (2024) im ersten Test

Fazit

Ein sympathisches Kerlchen, dieser Swift. Wo gibt es sonst noch einen so vernünftig dimensionierten Kleinwagen zu einem ähnlich fairen Kurs? Die sehr schwachen Bremsen bereiten uns allerdings doch einige Kopfschmerzen.
AUTO BILD-Testnote: 3-