Suzuki, die Marke kennen Sie woher? Na klar, Motorräder! Und da melden sich auch noch ein paar 4x4-Fans mit Jimny, Samurai, Vitara und Co. Okay, gibt es auch jemanden, der die Japaner mit sportlichen Flitzern in Verbindung bringt? Nicht? Doch, da war mal was vor ein paar Jahren mit Rallye und WRC. Stimmt, Suzuki gewann dreimal den Junior-Weltmeister-Titel. Basis für die Erfolge waren damals die Modelle Ignis und Swift Sport. Kann Suzuki also doch sportlich? Klar, und das begann schon viel früher.

Das Leistungsgewicht des Swift GTi ist eine Ansage

Suzuki Swift GTi Suzuki Swift Sport
Krawallkiste: 740 Kilo und 101 PS – das konnte damals keiner toppen. Der Swift GTi geht ordentlich zur Sache.
Und zwar mit dem Swift GTi. 1986 wurde der kleine Kraftzwerg vorgestellt, war damals ein gefürchteter Gegner von VW Polo G40 und Ford Fiesta XR2. Warum? 740 Kilo und 101 PS, das konnte damals keiner toppen. Und heute? 2018 stellen die Japaner den neuen Swift Sport vor. Einen Viertürer mit aufgeladenem 1,4-Liter-Motor. In den vergangenen 30 Jahren ist Suzukis sportlichster Vierbeiner ganz schön gewachsen, hat einige Kilo und PS zugelegt. Wie groß sind die Unterschiede in Sachen Fahrspaß und Technik zwischen dem GTi und dem Sport? Um dem auf den Grund zu gehen und nicht unbedingt in alten Heften herumzustöbern, stellte uns Suzuki neben dem Neuwagen einen ehemaligen Swift GTi-Testwagen von 1988 zur Verfügung. Nicht nur zum Reinsetzen und Beschnuppern, wir dürfen den Youngtimer auch ordentlich testen. Quasi das komplette Programm außer der Rundenzeit am Sachsenring. Diese Tortur wollten wir dem GTi höflicherweise ersparen.

Mittlerweile hat der Swift in jede Richtung zugelegt

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Bemerkenswert: Im Vergleich zu seinem Urenkel hat der Swift Sport ordentlich Speck angesetzt.
Und dann rollte er Ende Juli auf den Redaktionsparkplatz, der Swift GTi. Knallrot, zarte 39.700 Kilometer auf der Uhr, keinerlei Kratzer, alles wie neu. Schon komisch, nebendran stehen Porsche, Lambo und AMG, doch alle Kollegen versammeln sich um den kleinen Swift. Und reden von damals, obwohl sie selbst größtenteils jünger sind als der Swift. Direkt neben dem 88er-GTi parkt jetzt sein jüngster Bruder ein, der Swift Sport. Schon krass, was aus dem Kleinen geworden ist. Schon auf den ersten Blick ist der Größenunterschied enorm. Der Neue ist 20 Zentimeter länger und breiter und legt in der Höhe noch mal zehn Zentimeter zu. Auch sonst ist der Swift in den letzten 30 Jahren in jeglicher Hinsicht gewachsen: Bei den Rädern ging es von 13 auf 17 Zoll, am Heck protzt nun links und rechts je ein fettes Endrohr, beim alten Swift musste ein kleines Doppelrohr genügen. Spoiler? Da sind beide gleichauf, beide tragen im Vergleich zu ihren Normalo-Brüdern spezielle Schürzen vorne und hinten, breitere Schweller und den obligatorischen Dachspoiler.Endlich öffnen wir die Türen. Herrlich, wie es da duftet; man riecht die 80er-Jahre, das japanische Hartplastik ist immer noch nicht ausgedünstet, die Polster tun ihr Übriges. Einmal Platz genommen, denkt man, hier kommt man nicht mehr raus. So weich sind die früher auch schon Sportsitze genannten Stühle. Höhenverstellung, Lordosenstütze, Popoheizung – Fehlanzeige. Das Lenkrad dagegen ist in der Höhe verstellbar, liegt für einen Oldie erstaunlich gut in der Hand. Mittelkonsole? Na ja, ein Fach für Kassetten, UKW-Radio und Heizungsschieber.

Die Plastikwüste der 1980er ist im Grunde genommen geblieben

Suzuki Swift Sport
Modern: Das aktuelle Swift-Cockpit bietet für die Fahrzeugklasse erstaunlich viel Luxus.
Doch blickt man nach vorn, ist man überrascht. Links und rechts neben der Tachoeinheit sitzen modern gezeichnete Schalter für Licht und Scheibenwischer, dazwischen der Tacho bis 220, Drehzahlmesser mit rotem Bereich ab sieben und eine Digitaluhr. Um direkt zu vergleichen, wechseln wir in den 2018er-Swift Sport. Dessen Sportsitze sind viel härter gepolstert, die Seitenwangen bieten aber nicht viel mehr Halt als im 88er-Modell. Ansonsten ist die Plastikwüste im Grunde geblieben. Für die Füße gibt es etwas Alu, das Lenkrad ist nun mit Leder bezogen und mit Schaltern gepflastert. Zwischen rotem Drehzahlmesser und 260-km/h-Tacho ist ein hochmodernes Display für Turbo- und Temperatur-Infos platziert. Auf der Mittelkonsole thront der serienmäßige Entertainment-Bildschirm mit allem, was die Jugend heute braucht: Navi, Smartphone-Anbindung, Bluetooth und so weiter. Und darunter schiebt man nicht mehr für kalt und warm nach links und rechts, sondern dreht sich per Digitalanzeige ins gewünschte Temperaturfenster. Eins ist zum Glück geblieben – eine echte Handbremse. So was gehört bei den kleinen Brüllwürfeln doch irgendwie zum Spaß dazu.
Alle weiteren Details zum Generationen-Treffen der sportlichen Suzuki Swift finden Sie in der Bildergalerie.