Technikbericht: Antriebsinnovationen
Jeder gesparte Tropfen zählt

Die 1000 besten Entwickler der Welt treffen sich jedes Jahr beim Wiener Motorensymposium. So auch 2015. Wir stellen die nach Ansicht der Experten wichtigsten sechs Technologien zur Spriteinsparung vor.
Bild: Arne Dedert
- Stefan Grundhoff
Die strengen Gesetzgebungen in Europa, USA und Asien setzen die Autohersteller seit Jahren massiv unter Druck. Während die Kunden weltweit immer größere, komfortablere und leistungsstärkere Fahrzeuge wollen und sich in Geländewagen und SUVs verliebt haben, müssen die Verbräuche bis 2020 und insbesondere in den Jahren danach deutlich sinken, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Das 36. Wiener Motorensymposium zeigt einige der wichtigsten Technologien für die nächsten Jahre. Hier die wichtigsten Trends im Überblick.
Ford testet Zylinderabschaltung beim Dreizylinder

Vorreiter Toyota: Der Prius bekommt mehr Konkurrenz mit seinem Hybridantrieb.
Bild: Angelika Emmerling

Die Einspritzdrücke bei den Benzinern dürften bald auf bis zu 350 bar steigen; bei Dieseln mit Leistungen von bis zu 300 PS sind bis zu 3000 bar im Gespräch.
Bild: Christian Bittmann

Nach Ansicht der meisten Experten gehört zu einem modernen Turbomotor auch ein automatisiertes Getriebe. Bis zu zehn Schaltstufen sind im Gespräch.
Bild: Werk

Auf dem Motorensymposium stellt Ford beispielsweise eine Zylinderabschaltung des innovativen Dreizylindertriebwerks vor.
Bild: Werk
5. Bordnetz: Nahezu alle Autohersteller und Zulieferer befassen sich seit Jahren mit dem Thema 48-Volt-Bordnetz. Da die Autos mittlerweile zu rollenden Hightech-Computern inklusiv Start-Stopp-Automatiken geworden sind, ist der Stromfluss entsprechend. Die bekannten 12-Volt-Bordnetze kommen durch die zahlreichen Stellmotoren und die zunehmende Elektrifizierung an ihre Grenzen. Da würde ein 48-Volt-Bordnetz große Vorteile bringen, die Technik des Fahrzeugs jedoch deutlich verteuern.
6. Reibungsarme Motoren: Ein Verbrennungsmotor ist an sich alles andere als effizient. Ein Drittel der in ihn gesteckten Energie wird durch Abwärme verbrannt und rund ein Drittel verpufft durch Reibung, während nur ein Drittel in realen Vortrieb umgewandelt wird. Autohersteller und Zulieferer arbeiten daher Hand in Hand daran, die Motoren von morgen reibungsärmer zu machen. Am Ende bedeutet das, dass deutlich weniger Energie sinnlos verpufft. Hierbei geht es um Hightech-Lager, modernste Schmierstoffe und neueste Materialien, die vor Jahren allenfalls in der Raumfahrt zu finden waren.
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