Schaffe ich es noch bis zur nächsten Ladestation oder meiner Wallbox zu Hause? Diese Frage müssen sich die meisten E-Autobesitzenden nach wie vor permanent stellen. Bei Tesla-Fahrern ist die Reichweitenangst immerhin ein bisschen kleiner, gehören ihre Fahrzeuge doch traditionell zu den Reichweiten-Königen.

Reichweiten-Top-5 der E-Autos

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Mercedes EQS (WLTP-Reichweite bis zu 785 km)
UVP ab 97.807 EUR, Ersparnis: bis zu 6152 EUR
2.
Tesla Model S Long Range (WLTP-Reichweite bis zu 663 km)
UVP ab 101.990,00 EUR
3.
BMW iX (WLTP-Reichweite bis zu 630 km)
UVP ab 77.300 EUR, Ersparnis: bis zu 15.705 EUR
4.
Ford Mustang Mach-E (WLTP-Reichweite bis zu 610 km)
UVP ab 48.000 EUR, Ersparnis: bis zu 11.058 EUR
5.
BMW i4 (WLTP-Reichweite bis zu 591 km)
UVP ab 59.200 EUR, Ersparnis: bis zu 13.970 EUR
Was die Mitglieder des US-Start-ups Our Next Energy (ONE) jetzt nach eigenen Angaben geschafft haben, dürfte jedoch selbst Tesla-Gründer Elon Musk hellhörig werden lassen. Die Tüftler aus dem Bundesstaat Michigan bestückten einen Tesla Model S mit einer Batterie, die dessen offizielle Reichweite nahezu verdoppelte: 752 Meilen, umgerechnet rund 1210 Kilometer, fuhr die E-Limousine mit durchschnittlich 55 mph (knapp 90 km/h) ohne Aufladen durchs Land – und das Mitte Dezember bei winterlichen Temperaturen. Bei einem von Dritten verifizierten Test auf einem Prüfstand reichte der Strom nach ONE-Angaben sogar für 882 Meilen (knapp 1420 Kilometer). Tesla gibt die Reichweite eines Model S mit geschätzten 652 Kilometern an.
Vattenfall-Wallbox
Vattenfall-Wallbox

Vattenfall-Wallbox + Ökostrom

Das exklusive Ladepaket in der AUTO BILD-Edition: Charge Amps Halo™ für 299 Euro statt 1189 Euro UVP.

In Kooperation mit

Vattenfall-Logo
Der Akku-Prototyp namens Gemini 001 verfügt über eine Kapazität von 203,7 Kilowattstunden (kWh), ebenfalls in etwa das Doppelte der 103,9 kWh einer Model-S-Standardbatterie. Die räumliche Größe ist die gleiche, allerdings soll das Gewicht um gut 330 Kilogramm höher liegen. Der Gemini-Prototyp erreicht seine hohe Energiedichte noch mit den seltenen Rohstoffen Kobalt und Nickel, auf die die künftige Gemini-Batterie jedoch verzichten soll. Firmengründer und CEO Mujeeb Ijaz sagte dem Magazin caranddriver.com, der Fokus liege auf einer "sicheren" und "nachhaltigeren" Zellchemie sowie "konfliktfreien Lieferketten". Hinauslaufen dürfte es dem Bericht zufolge auf eine Erweiterung der LFP-Chemie (Lithium-Eisen-Phosphat), mit einem kleinen Anteil anderer Zellen mit einem proprietären Kathodenmaterial.

Ob, wann und in welcher Form eine ONE-Batterie Serienreife erreicht, ist jedoch unklar. Die Rekordfahrt im Dezember 2021 dürfte in erster Linie eine Demonstration gewesen sein, was in der Akkutechnik für E-Autos möglich ist. Ijaz: "Wir wollen die Einführung von Elektrofahrzeugen beschleunigen, indem wir die Reichweitenangst beseitigen. Unsere Batterie soll Fernreisen mit einer einzigen Ladung ermöglichen und gleichzeitig Kosten und Sicherheit durch den Einsatz nachhaltiger Materialien verbessern." Erst Anfang Januar hatte die auf der CES 2022 in Las Vegas präsentierte Elektrostudie Mercedes Vision EQXX mit 1000 Kilometer Reichweite für Aufsehen gesorgt. Ob sie jedoch jemals vom Band laufen wird, ist mehr als fraglich.