Tesla ist offenbar der erste Ladenetzbetreiber, der seine Strompreise den jüngst gesunkenen Tarifen anpasst. Nur so ist es zu erklären, dass die Tarife an Tesla-Superchargern kürzlich signifikant günstiger geworden sind. Andere Energielieferanten und Netzbetreiber haben ihre relativ hohen Preise an öffentlichen Ladesäulen vorerst nicht geändert.
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So zahlen Tesla-Fahrer zum Beispiel am Supercharger Hilden bei Köln ab 50 Cent pro Kilowattstunde, Fahrer von Fremdmarken ab 65 Cent/kWh. In Böblingen bei Stuttgart wird für Tesla-Fahrer eine Kilowattstunde ab 55 Cent berechnet, 66 Cent werden für andere fällig. Noch vor zwei Wochen lagen die Preise um über 20 Prozent höher (68 Cent für Tesla-Fahrer, 79 für Fremdmarken).
Zuletzt experimentierte der US-Hersteller, der auch das größte Ladenetz weltweit betreibt, mit den Strompreisen an seinen Superchargern. Anders als große Ladenetzbetreiber bietet Tesla seitdem keinen Einheitstarif mehr an, sondern kassiert je nach Tageszeit unterschiedlich viel. Die Hauptladezeit heißt "On Peak Rate", in ihrem Geltungszeitraum steigt der Strompreis um gut zehn Prozent.

Strompreise wechseln je nach Supercharger-Standort

Tagsüber außerhalb der Stoßzeiten und in der Nacht sinkt der Preis für die Kilowattstunde um bis zu zehn Prozent. Zugleich wurden die Preise je nach Standort insgesamt flexibler. Anders die Konkurrenz, wo landesweit der gleiche Preis herrscht.
Der volle Tarif gilt bei Tesla nur noch zwischen 16 und 20 Uhr. Laut "Teslamag" liegt der gerade im Durchschnitt bei 55 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Noch vor zwei Wochen waren es 73 Cent, so meldete der Hersteller damals.
Diese Regelung gilt für alle Supercharger in Europa, ausgenommen diejenigen auf Island und in Israel. Derzeit hat Tesla auf dem Kontinent mehr als 10.000 Ladestationen an rund 900 Standorten in Betrieb.

Tesla bietet Fremdmarken auch einen Viellader-Tarif

Mit dem jüngsten Preisrückgang liegt Tesla wieder deutlich unter den großen europäischen Ladenetz-Anbieter wie Shell Recharge, Allego und EnBW: Sie hatten kürzlich mehrfach die Preise erhöht.
Nutzer von Fremdmarken, die seit Kurzem an ausgewählten Superchargern laden können, zahlen etwa zehn Cent mehr pro kWh auf den jeweils geltenden Tarif. Wie bei Ionity gibt es aber auch ein Angebot für Viellader: Wer eine monatliche Grundgebühr in Höhe von 12,99 Euro zahlt, wechselt zum günstigeren Tesla-Tarif.

Wie man die Supercharger-Ladepreise herausfindet

Wie ist der geltende Tarif zu erfahren? An der Ladesäule steht er jedenfalls nicht. Tesla: "Die Preise variieren von Markt zu Markt und Standort zu Standort und sind primär von den lokalen Strompreisen abhängig. Kunden können die Preise der einzelnen Standorte in ihren Routenplanern in den Fahrzeugen direkt einsehen."
Auch aus der Tesla-App (kostenlos bei Google Play bzw. im Apple App Store) erfährt man den Tarif – allerdings nur von Superchargern, die für Fremdmarken zugänglich sind. Dazu wählt man einen beliebigen Kartenausschnitt und aktiviert mit einem Fingertipp die Umkreissuche "In dieser Region suchen".
Im Ausland ist der Strom übrigens nicht überall billiger: Im belgischen Verviers kostet die Fremdmarken-Kilowattstunde z. B. zu Stoßzeiten 81 Cent, in Wien 73 Cent, im holländischen Deventer 58 Cent.

So sieht die erfolgreiche Strategie von Tesla aus

Seit zehn Jahren gibt es Supercharger: Der Elektroauto-Pionier Tesla errichtete ab 2012 ein ausgedehntes Netz an Schnellladestationen. Damit unterstützte der Hersteller sehr effektvoll den Verkauf seiner innovativen E-Autos wie dem Model S, dem Model 3 oder dem neuen Model Y.
Die Supercharger der Kalifornier laden bis zu 250 kW schnell, ermöglichen genug Reichweite bis zum nächsten Ladestandort – und die Bezahlung erfolgt für Tesla-Eigner automatisch. Kein Wunder, dass diese Schnelllader ein wichtiger Grund für Teslas Erfolg sind.
Bisher waren diese superschnellen Ladesäulen nur für Tesla-Modelle zugänglich – schon allein wegen des eigenen Ladeadapters, auf den die CCS-Stecker von VW, Audi & Co nicht passen. Seit Juni 2022 können nun an ausgewählten Standorten auch die Nutzer von Fremdmarken Strom zapfen: In Deutschland ist das mittlerweile an 25 von 138 Standorten möglich.

An welchen Standorten können E-Autofahrer anderer Marken laden?

Mit der Netzöffnung hatte Tesla Tesla Ende 2021 in den Niederlanden begonnen, ab Juni 2022 kam Deutschland dazu. Inzwischen hat Tesla weitere Standorte für Fremdmarken geöffnet, darunter auch in Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz und Spanien.
Schild Ladeparkplatz nur für Teslafahrer
Inzwischen sind 25 Ladestationen von Tesla in Deutschland für Fremdmarken geöffnet. Bald sollen es noch mehr werden.
Aktuell können alle E-Autos mit CCS-Anschluss an diesen 25 Supercharger-Destinationen geladen werden: Böblingen (A81, Baden-Württemberg), Leonberg (Dreieck Leonberg AA8/A81, Baden-Württemberg), Ulm (A7, Baden-Württemberg), Dasing (A8 b. Augsburg, Bayern), Endsee (A7 b. Rothenburg/Tauber, Bayern), Erlangen (Kreuz Erlangen AA3/A73, Bayern), Irschenberg (A8 b. Rosenheim, Bayern), Pfaffenhofen (A9 Bayern), Sindelsdorf (A95, Bayern), Wörth/Isar (A92, Bayern), Kassel (Innenstadt, Hessen), Limburg/Lahn (A3, Hessen), Emsbüren (Kreuz Schüttorf (A31, Niedersachsen), Leer (A31 Ems Park, Niedersachsen), Posthausen (A1, Niedersachsen), Soltau Ost (A7, Niedersachsen), Oberhausen (A42, NRW), Erftstadt (A1, NRW), Hilden (Kreuz Hilden A3/A46, NRW), Troisdorf (bei Köln, NRW), Busdorf (A7, Schleswig-Holstein), Kaltenkirchen (A7, Schleswig-Holstein), Plauen (A72, Sachsen), Zella-Mehlis (bei Suhl, Thüringen). Fast alle sind verkehrsgünstig direkt an einer Autobahn oder einem Autobahnkreuz gelegen, weshalb das Tesla-Supercharger-Netz zuletzt auch die Auszeichnung "Autobahn-Champion" bekamen.

Was kostet das Laden für Fremdfabrikate?

Wer hier laden will, hat zwei Tarifoptionen: Der Grundpreis für Fremdmarken schwankt derzeit (30. November) je nach Standort zwischen 50 und 80 Cent. Zusätzlich gibt es einen Vielfahrer-Tarif für monatlich 12,99 Euro Grundgebühr: "Bei Entrichten der Grundgebühr zahlen Fremdkunden den gleichen Preis pro kWh wie Tesla Kunden", so ein Unternehmenssprecher. Das sind ungefähr zehn Cent weniger pro kWh. Mit dem Vielladertarif zapft man den Gleichstrom folglich zwischen 150 und 250 kW für 40 bis 70 Cent pro kWh.
Der Sondertarif lohnt sich also ab etwa monatlich 130 Kilowattstunden. Der VW ID.3 verbraucht laut AUTO BILD-Dauertest im Alltag etwa 21,3 kWh auf 100 km. Somit wäre es ab etwa 610 km im Monat wirtschaftlich, den Vielfahrer-Tarif von Tesla zu buchen. Die Tarif-Option ist monatlich kündbar.
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Der Grundpreis von Tesla liegt wieder unter dem Niveau anderer Netzbetreiber mit Schnellladesäulen – je nach Anbieter aber auch höher. Bei Ionity zum Beispiel zahlen Zaungäste einheitlich 79 Cent pro kWh. Das Club-Modell von Ionity ist dagegen günstiger: Hier zahlt man bei monatlich 17,99 Euro Grundgebühr einen Strompreis von nur 35 Cent pro Kilowattstunde. Der Club-Tarif ist in fast allen Ländern Europas gleich. Allerdings verlangt Ionity eine Mindest-Mitgliedschaft von zwölf Monaten.

Was kann ein Tesla Supercharger?

Die Entwicklung hauseigener, leistungsfähiger Ladestationen begann bei Tesla bereits 2012. Lader, die das Model S mit 135 kW versorgen können, gab es zur Markteinführung des elektrischen US-Cars nämlich noch nicht. Zuerst errichtete die Firma ein proprietäres Gleichstromladesystem entlang der West- und der Ostküste der USA. Dann wurden beide Küsten miteinander verbunden, parallel begann der Aufbau von Supercharger-Netzen in Asien, in Australien und in Europa. Die Ladezeit hat sich seit 2012 stark verbessert. Die ersten 90-kW-Supercharger konnten das Model S mit 60 kWh Akkukapazität in 20 Minuten zur Hälfte und in 75 Minuten vollständig laden. Seit 2019 kommen "Supercharger V3" mit 250 kW Spitzenleistung zum Einsatz, an denen ein Model 3 in fünf Minuten 120 Kilometer Reichweite nachladen kann. Model S und Model X können den V3-Charger erst nach einem Software-Update nutzen.

Was kostet der Strom an Superchargern?

Auch die Kosten fürs Laden stiegen in den vergangenen Jahren. Bis Januar 2017 kauften Eigner eines Tesla Model S oder Model X lebenslang kostenloses Laden mit. Das Angebot reduzierte Tesla Schritt für Schritt, zum Teil begleitet von heftigen Protesten der Eigner. Seit 2019 galt die kostenfreie Nutzung der Supercharger bei neu gekauften Tesla Model S und Model X wieder. Lange Zeit rechnete Tesla im Unterschied zu anderen Ländern in Deutschland ausschließlich nach Ladezeit statt nach gelieferter Strommenge ab.
Seit April 2019 rechnet Tesla an vielen Ladestellen nach Strommenge ab. Nach Angaben von Tesla kostet der Strom an deutschen Superchargern derzeit (Stand: 15. November) 73 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zu Stoßzeiten, sonst 65 Cent. Die Nutzungsgebühren können laut Tesla je nach Standort variieren. Bei Rechnungsstellung nach Minuten gibt es zwei Phasen (bis 60 kW/über 60 kW). Bestimmte Stationen haben unterschiedliche Tarife für Spitzen- und Nebenzeiten. Tipps zum Finden des besten Ladestrom-Tarifs gibt der E-Mobility-Excellence-Report 2022.

Welche technischen Spezifikationen gibt es?

An einem Ladepunkt mit Superchargern stehen oft zwei Ladesäulen nah beieinander. Sie sind an die gleiche Drehstrom- zu Gleichspannungswandlereinheit angeschlossen. Die parallel geschalteten Ladegeräte geben eine Spitzenleistung von 145 kW (bei 480 Volt Spannung) ab. Der Tesla Model 3 wird dort mit maximal 125 kW versorgt, jedoch nur bei einem niedrigen Akkustand. Mit steigender Ladung reduziert das Fahrzeug automatisch die Ladeleistung. Das dient auch der Schonung des Akkus.
Tesla Supercharger
Tesla-Modelle fahren die Ladegeschwindigkeit ab einem bestimmten Akkustand automatisch herunter.
So können zwei Autos zur selben Zeit geladen werden. Fährt das erste Auto seinen Strombedarf herunter, stellt die Station dem anderen Schritt für Schritt mehr Ladekapazität zur Verfügung. Die seit 2019 eingesetzten V3-Supercharger funktionieren anders. Sie versorgen beide Autos mit der vollen Leistung. Ihr zentrales Merkmal sind geänderte, flüssigkeitsgekühlte Kabel. Dazu kommt ein neuer Schaltschrank mit bis zu einem Megawatt Ladeleistung.

Gibt es auch Supercharger für zu Hause?

Supercharger sind nicht für den Gebrauch zu Hause gedacht, eine private Anschaffung ist nicht möglich. Tesla selbst unterhält das Netz und kauft den fürs Laden benötigten Strom zentral ein, in Europa nach eigenen Angaben aus umweltfreundlichen Quellen. Europäische Tesla-Modelle können problemlos am Supercharger, an einer Typ-2-Ladesäule und über den Schuko Adapter am Hausanschluss geladen werden. Für selbst importierte US-Modelle gilt das jedoch nicht.
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Für den Hausgebrauch bietet Tesla seinen Kunden 22-kW-Wandladestationen an. Wer seinen Tesla zu Hause möglichst komfortabel laden möchte, der kann auch die Anschaffung einer handelsüblichen Wallbox in Betracht ziehen.

Wer kann einen Supercharger nutzen?

Grundsätzlich können nur Tesla-Modelle mit einem passenden Ladeanschluss und einer Freischaltung via Software die Supercharger nutzen. Wer mit einem Nicht-Tesla an einem der freigeschalteten Supercharger laden möchte, muss dazu die Tesla-App aufs Smartphone laden. Fremdnutzer müssen sich registrieren und ein Zahlungsmittel hinterlegen.
Was Sie über die Supercharger von E-Auto Pionier Tesla wissen sollten
Betrieben von Tesla und Fastned: einer der größten Schnellladeparks Deutschlands am Kreuz Hilden.

Wo stehen Tesla Supercharger?

Tesla baut das Supercharger-Netz ständig aus. Die Stationen stehen meist in der Nähe von Hauptverkehrsadern oder an Autobahnraststätten. Im Herbst 2021 gab es laut dem offiziellen Verzeichnis weltweit 2500 Ladeparks mit insgesamt 25.000 Ladesäulen. Andere Quellen sprechen sogar von mehr als 30.000 Superchargern. In Deutschland wurde im Juni 2021 die 1000er-Marke überschritten. Der deutschen Ladesäulenverordnung aus dem März 2016 hat Tesla insofern entsprochen, als dass ältere Supercharger-Standorte nach und nach mit einem zweiten Kabel mit CCS-Stecker ausgestattet wurden. Der Supercharger V3 hat von vornherein einen CCS-Stecker.