Der Elektroauto-Pionier Tesla bietet neben innovativen E-Autos wie dem Model S, dem Model 3 oder dem neuen Model Y auch ein ausgedehntes Netz an Schnellladestationen. Die sogenannten Supercharger der Kalifornier laden schnell, ermöglichen genug Reichweite bis zum nächsten Ladestandort – und die Bezahlung erfolgt für Tesla-Eigner automatisch. Kein Wunder, dass diese Schnelllader für Teslas Erfolg wichtig sind.
Bisher waren diese superschnellen Ladesäulen nur für Tesla-Modelle zugänglich – schon allein wegen des eigenen Ladeadapters, der auf CCS-Dosen von VW, Audi & Co. nicht draufpasst. Seit Anfang 2021 plante Tesla, auch den Autos anderer Marken Strom zu spenden. Das wird jetzt in einem großangelegten Test umgesetzt: An 16 Standorten in Deutschland mit insgesamt 314 Ladepunkten kann von nun an jeder laden!
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An welchen Standorten können E-Autofahrer anderer Marken laden?

Es handelt sich konkret um die Standorte Pfaffenhofen (A9 Bayern), Erlangen (Kreuz Erlangen AA3/A73, Bayern), Leonberg (Dreieck Leonberg AA8/A81, Bayern), Kaltenkirchen (A7, Schleswig-Holstein), Böblingen (A81, Baden-Württemberg), Kassel (Innenstadt, Hessen), Posthausen (A1, Niedersachsen), Oberhausen (A42, NRW), Erftstadt (A1, NRW), Ulm (A7, Baden-Württemberg), Hilden (Kreuz Hilden A3/A46, NRW), Sindelsdorf (A95, Bayern), Emsbüren (Kreuz Schüttorf A30/A31, Niedersachsen), Wörth (A65, Baden-Württemberg), Busdorf (A7, Schleswig-Holstein), Plauen (A72, Sachsen). Fast alle sind verkehrsgünstig direkt an einer Autobahn oder einem Autobahnkreuz gelegen.

Was kostet das Laden für Fremdfabrikate?

Wer hier laden will, hat zwei Tarifoptionen: Der Grundpreis beträgt 70 Cent pro Kilowattstunde. Wer häufiger bei Tesla tankt, kann eine monatliche Mitgliedschaft von 12,99 Euro per App abschließen und lädt dann für 55 Cent pro kWh. Damit lohnt sich der Sondertarif schon ab monatlich 87 Kilowattstunden – bei den meisten Tesla-Modellen dürfte das bereits eine Akkuladung umfassen.
Der Grundpreis von Tesla ist sehr günstig; bei Ionity zum Beispiel zahlen Zaungäste 79 Cent pro kWh. Das Club-Modell von Ionity ist deutlich günstiger, hier zahlt man bei monatlich 17,99 Euro Grundgebühr einen Strompreis von nur 35 Cent pro Kilowattstunde. Allerdings verlangt Ionity eine Mindest-Mitgliedschaft von zwölf Monaten.
Tesla-Fahrer können an den nun freigeschalteten Superchargern zu ihrem bisherigen Tarif laden. Auch in Finnland, Dänemark, Luxemburg und der Schweiz sind jetzt ausgewählte Stromtankstellen für andere Fabrikate geöffnet. "Wir werden an jedem Standort die Auslastung überwachen und die Erfahrungen unserer Kunden auswerten", teilt Tesla mit.

Gratis-Strom an 79 Standorten in Europa

Einen besonders attraktiven Service bot Tesla zu den Winterferien 2022 in vier europäischen Ländern an – auch in Deutschland. Um bei dem vermuteten hohen Reiseverkehrsaufkommen Staus an den Superchargern zu vermeiden, gab es an bestimmten Wochenenden zu bestimmten Zeiten den Strom gratis. Als deutsche Standorte ausgesucht wurden 31 Supercharger, damals knapp jeder vierte im Land. Ob Tesla diese PR-trächtige Aktion in absehbarer Zeit wiederholt, ist nicht bekannt.
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Was kann ein Tesla Supercharger?

Die Entwicklung hauseigener, leistungsfähiger Ladestationen begann bei Tesla bereits 2012. Lader, die das Model S mit 135 kW versorgen können, gab es zur Markteinführung des elektrischen US-Cars nämlich noch nicht. Zuerst errichtete die Firma ein proprietäres Gleichstromladesystem entlang der West- und der Ostküste der USA. Dann wurden beide Küsten miteinander verbunden, parallel begann der Aufbau von Supercharger-Netzen in Asien, in Australien und in Europa. Die Ladezeit hat sich seit 2012 stark verbessert. Die ersten 90-kW-Supercharger konnten das Model S mit 60 kWh Akkukapazität in 20 Minuten zur Hälfte und in 75 Minuten vollständig laden. Seit 2019 kommen "Supercharger V3" mit 250 kW Spitzenleistung zum Einsatz, an denen ein Model 3 in fünf Minuten 120 Kilometer Reichweite nachladen kann. Model S und Model X können den V3-Charger erst nach einem Software-Update nutzen.

Was kostet der Strom an Superchargern?

Auch die Kosten fürs Laden stiegen in den vergangenen Jahren. Bis Januar 2017 kauften Eigner eines Tesla Model S oder Model X lebenslang kostenloses Laden mit. Das Angebor reduzierte Tesla Schritt für Schritt, zum Teil begleitet von heftigen Protesten der Eigner. Seit 2019 galt die kostenfreie Nutzung der Supercharger bei neu gekauften Tesla Model S und Model X wieder. Lange Zeit rechnete Tesla im Unterschied zu anderen Ländern in Deutschland ausschließlich nach Ladezeit statt nach gelieferter Strommenge ab.
Seit April 2019 rechnet Tesla an vielen Ladestellen nach Strommenge ab. Eine Kilowattstunde (kWh) kostet mittlerweile durchschnittlich rund 52 Cent (Stand: Mai 2022). Die Nutzungsgebühren können laut Tesla je nach Standort variieren. Bei Rechnungsstellung nach Minuten gibt es zwei Phasen (bis 60 kW/über 60 kW). Bestimmte Stationen haben unterschiedliche Tarife für Spitzen- und Nebenzeiten. Tipps zum Finden des besten Ladestrom-Tarifs gibt der E-Mobility-Excellence-Report 2022.

Welche technischen Spezifikationen gibt es?

An einem Ladepunkt mit Superchargern stehen oft zwei Ladesäulen nah beieinander. Sie sind an die gleiche Drehstrom- zu Gleichspannungswandlereinheit angeschlossen. Die parallel geschalteten Ladegeräte geben eine Spitzenleistung von 145 kW (bei 480 Volt Spannung) ab. Der Tesla Model 3 wird dort mit maximal 125 kW versorgt, jedoch nur bei einem niedrigen Akkustand. Mit steigender Ladung reduziert das Fahrzeug automatisch die Ladeleistung.
Tesla Supercharger
Tesla-Modelle fahren die Ladegeschwindigkeit ab einem bestimmten Akkustand automatisch runter.
So können zwei Autos zur selben Zeit geladen werden. Fährt das erste Auto seinen Strombedarf herunter, stellt die Station dem anderen Schritt für Schritt mehr Ladekapazität zur Verfügung. Die seit 2019 eingesetzten V3-Supercharger funktionieren anders. Sie versorgen beide Autos mit der vollen Leistung. Ihr zentrales Merkmal sind geänderte, flüssigkeitsgekühlte Kabel. Dazu kommt ein neuer Schaltschrank mit bis zu einem Megawatt Ladeleistung.

Supercharger auch zu Hause?

Supercharger sind nicht für den Gebrauch zu Hause gedacht, eine private Anschaffung ist nicht möglich. Tesla selbst unterhält das Netz und kauft den fürs Laden benötigten Strom zentral eint, in Europa nach eigenen Angaben aus umweltfreundlichen Quellen. Europäische Tesla-Modelle können problemlos am Supercharger, an einer Typ-2-Ladesäule und am Hausanschluss geladen werden. Für selbst importierte US-Modelle gilt das jedoch nicht. Für den Hausgebrauch bietet Tesla seinen Kunden 22-kW-Wandladestationen an. Wer seinen Tesla zu Hause möglichst komfortabel laden möchte, der kann auch die Anschaffung einer handelsüblichen Wallbox in Betracht ziehen.

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Wer kann einen Supercharger nutzen?

Grundsätzlich können nur Tesla-Modelle mit einem passenden Ladeanschluss und einer Freischaltung via Software die Supercharger nutzen. Wer mit einem Nicht-Tesla an einem der freigeschalteten Supercharger laden möchte, muss dies über die Tesla-App tun.

Wann sind die Supercharger für alle da?

Tesla-Firmenchef Elon Musk hatte bereits im Juli 2021 bei Twitter angekündigt, das Supercharger-Netzwerk auch für andere Marken zu öffnen. Nach dem jetzigen Schritt ist mit einer weiteren Öffnung zu rechnen. Auf einer Tesla-Quartalskonferenz fügte er hinzu, dass die Steuerung der Schnelllader über eine App laufen solle; Fremdnutzer müssten sich registrieren und ein Zahlungsmittel hinterlegen. So ist es nun auch gekommen. Im Visier sind alle Märkte, in denen Tesla auf den CCS-Standard setzt, also auch Europa. Der Lademarkt in Europa ist hart umkämpft.
Was Sie über die Supercharger von E-Auto Pionier Tesla wissen sollten
Betrieben von Tesla und Fastned: einer der größten Schnellladeparks Deutschlands am Kreuz Hilden.

Wo stehen Tesla Supercharger?

Tesla baut das Supercharger-Netz ständig aus. Die Stationen stehen meist in der Nähe von Hauptverkehrsadern oder an Autobahnraststätten. Im Herbst 2021 gab es laut dem offiziellen Verzeichnis weltweit 2500 Ladeparks mit insgesamt 25.000 Ladesäulen. Andere Quellen sprechen sogar von mehr als 30.000 Superchargern. In Deutschland wurde im Juni 2021 die 1000er-Marke überschritten. Der deutschen Ladesäulenverordnung aus dem März 2016 hat Tesla insofern entsprochen, als dass ältere Supercharger-Standorte nach und nach mit einem zweiten Kabel mit CCS-Stecker ausgestattet wurden. Der Supercharger V3 hat von vornherein einen CCS-Stecker.