Test Audi A3 Cabrio
Audis frische Luftnummer

Wer sagt eigentlich, dass kompakte Cabrios ein Blechdach brauchen? Audi beweist das Gegenteil. Im Mai 2008 kommt der offene A3 mit Stoffkapuze. Ein würdiger Golf-Ersatz und ein harter Gegner fürs 1er-Cabrio.
Der offene A3 wirkt auf den ersten Blick seltsam vertraut. Ein wenig erinnert er fast an das Golf Cabrio, das – basierend auf dem Golf III – schon 2002 aus der Sonne genommen wurde. Bis der kompakte Klassiker frühestens 2009 wieder mit dem Wind spielen darf, muss der Ingolstädter also auch jene VW-Verehrer versorgen, die eine tiefe Abneigung gegen das Eos-Stahldach-Pummelchen hegen. Auf den zweiten Blick wirkt der A3 dann erfreulich frisch und modern. Keine optische Täuschung infolge des Weihnachtsmarkt-Besuches, sondern Auswirkung des leichten Facelifts (ab Juli 2008 für alle A3). Die veränderte Front rückt den A3 nah an die gerade angelaufene Mittelklasse A4– wären da nicht die geradlinigen Scheinwerfer und das Stoffdach, die Verwechslungsgefahr wäre groß. Am Heck beweisen die Audi-Designer dann doch noch ihre kreative Ader.
Die eigenständigen Rückleuchten verleihen dem A3 Cabrio einen starken Abgang. Zwischen diesen beiden Polen genießen vier Personen auf 4,24 Metern klassische Cabrio-Kunst mit stimmigen Proportionen. Auch wenn die recht hohe Flanke hinten und fest stehende Überrollbügel den Genuss bei geöffnetem Verdeck doch ein wenig stören. Kaum Einwände gibt es dagegen beim Verdeck. Nur zehn Sekunden braucht die vollautomatische Kapuze (circa 500 Euro Aufpreis, Serie: halbautomatisches Stoffverdeck), um die Sonne ins A3-Abteil zu lassen. Nochmals fünf Sekunden später sind auch die vier Seitenscheiben wieder in Position gefahren, und der Cabrio-Spaß kann beginnen. Jedenfalls für Gäste in der ersten Reihe. Cockpit, Sitze, Verarbeitung – alles genauso fein gemacht wie im Normal-A3.
Ab Februar 2008 kann das A3 Cabrio bestellt werden

Bild: Wolfgang Groeger-Meier
Die Fondlehne lässt sich im Verhältnis 50:50 umlegen, eröffnet so eine bequeme Durchreiche selbst für größeres Sportgerät. Unabhängig von der Dachstellung bleiben so 260 bis 674 Liter Kofferraum. Ab Februar kann das A3 Cabrio bestellt werden, im Mai steht es dann beim Händler. Interessenten müssen sich zwischen zwei Benzinern und zwei Dieseln entscheiden und voraussichtlich mindestens 28.000 Euro bereithalten. Womit das A3 Cabrio nicht nur das 1er-Cabrio unterbietet, sondern auch den VW Eos. Ein Preisgefüge, das uns zwar nicht gerade vertraut vorkommt, an das wir uns aber durchaus gewöhnen könnten.
Das Cabrio-Duell 2008

Bild: Wolfgang Groeger-Meier
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka

Bild: Wolfgang Groeger-Meier
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