Beantragt wird die Prämie zur Treibhausgasquote  bei einem der zahllosen Serviceanbieter, die die Anträge sammeln und dem Bundesumweltministeriums einreichen. Das Geld stammt nicht aus der öffentlichen Hand, sondern indirekt von der Mineralölindustrie und wird nach knapp sechs bis acht Wochen ausgezahlt. Jährlich steigt die THG-Quote. Schon jetzt können sich E-Auto-Fahrer über mehrere hundert Euro im Jahr freuen, und die Prämie dürfte weiter steigen!
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Nach einem Bundestagsbeschluss aus dem Sommer 2021 soll die THG-Quote als Ausdruck der CO2-Minderung in diesem Jahr sieben Prozent betragen. Die Quote wurde eingeführt, um die Mineralölindustrie mehr als bisher am Umweltschutz zu beteiligen. Seit Jahren geschieht das indirekt bereits durch die Beimischung von Biokraftstoffen in Benzin und Diesel. Seit Anfang des Jahres 2022 profitiert der Endkunde, denn der kann es sich finanziell zunutze machen, nicht mehr einen Verbrenner zu fahren, sondern ein Elektroauto oder ein elektrisches Zweirad.

Dank THG-Quote nationale Umweltziele erreichen

Wie viel Geld der Autofahrer pro Jahr bekommt, geben die Regelungen der Bundesregierung vor. Ausgangspunkt für die Einstufung ist das Jahr 2010, denn dieses Jahr muss der CO2-Ausstoß im Vergleich zum Zeitpunkt vor zwölf Jahren sieben Prozent niedriger sein. Bis zum Ende des Jahrzehnts wird das Ganze sportlicher. Bis 2030 muss der CO2-Ausstoß nach aktuellen Vorgaben um 25 Prozent gesunken sein.
Mit dem Beimischen von Biokraftstoffen durch die Mineralölkonzerne wird das kaum klappen, der Druck steigt, Fahrzeuge zu elektrifizieren. Gleichzeitig kann die Petrochemieindustrie jährlich die Saubermann-Zertifikate der Elektrofahrer erwerben und sich so partiell freikaufen.
Von der THG-Prämie profitieren dann nur reine Elektrofahrzeuge, da Plug-in-Hybride zwar auf dem Papier mit einem niedrigen CO2-Ausstoß glänzen, von der THG-Prämie aber nicht erfasst werden. Die Chancen stehen also gut, dass die Prämie in den nächsten Jahren weiterhin gezahlt wird und sogar noch steigen könnte.

THG-Quote steigt jährlich, wie steigt die Prämie?

Pro Jahr wächst diese THG-Quote um einige Prozentpunkte an. So soll die THG-Quote im kommenden Jahr bei acht Prozent liegen. Es gibt jährlich kleinere Sprünge, sodass der Wert 2025 auf 10,5 Prozent steigt und sich bis 2030 auf 25 Prozent erhöht. Heißt, die THG-Prämien könnten in den nächsten Jahren nennenswert ansteigen. Von aktuell 250 bis 400 Euro auf dann unter Umständen deutlich mehr Erstattung pro Jahr und Fahrzeug, wenn man ein entsprechendes E-Auto oder einen E-Roller anmeldet. Und das sogar steuerfrei.
 
Biokraftstoffe sollen in den folgenden Jahren einen energetischen Mindestanteil haben. In diesem Jahr sind es 0,2 Prozent, 2025 0,7 Prozent und 2030 2,6 Prozent. Mengen oberhalb des Mindestanteils werden mit dem Faktor zwei angerechnet.
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Zum Hintergrund: Der POME (Palm Oil Mill Effluent) wird nur einfach angerechnet, ist weiterhin auf den Mindestanteil anrechenbar. Für strombasierte-Kraftstoffe – das sind etwa grüner Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe – sollen von 2022 bis 2030 die Mengen in Raffinerien und im Straßenverkehr mit dem Faktor zwei angerechnet werden. Bei Strom werden bis zum Jahre 2030 die Mengen der THG-Quote mit dreifachem Wert berechnet, wenn es um Strom aus öffentlichen Ladepunkten, private Elektrofahrzeuge oder Fahrzeugflotten geht.

Von

Patrick Solberg