Toyota Prius: 161.000 Kilometer in acht Monaten
Werkstattbesuche gab es reichlich, Probleme aber kaum

161.000 Kilometer seit Jahresbeginn: Dieser Toyota Prius fährt mehr in einem Monat als viele Autos in einem Jahr. Überraschend kurz ist die Defektliste.
Bild: The Drive/Shane Somers, Shane Somers; Montage: AUTO BILD
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Der Toyota Prius gefällt optisch vielleicht nicht jedem – die Technik gilt jedoch als extrem zuverlässig. Darum hat das Modell schon so einige Kilometerkönige hervorgebracht. Doch dieser hier ist speziell: Shane Somers ist mit seinem Hybrid-Toyota 100.000 Meilen (ca. 161.000 Kilometer) in nur acht Monaten gefahren! Zum Vergleich: Ein Auto in Deutschland fuhr 2024 laut KBA durchschnittlich 12.309 Kilometer im Jahr. Diesen Wert übertraf der Prius-Fahrer 2026 fast jeden Monat.
Etwas über 20.000 Kilometer riss der Toyota alle vier Wochen ab. Heruntergerechnet legte das Auto somit 668 Kilometer pro Tag zurück. So weit fährt man von Hamburg nach Karlsruhe.
Dabei war das Auto regelmäßiger Gast in der Werkstatt – aber nicht so, wie Sie jetzt denken. Wegen der extremen Laufleistung hat der Prius stolze zehn Ölwechsel in acht Monaten erhalten. Das hat Shane Somers in einem Facebook-Post geteilt. Bedeutet: Im Schnitt etwa alle drei bis vier Wochen wurde das Öl erneuert.
Und auch weitere typische Wartungsarbeiten sind für den Kilometerfresser öfter angefallen, als bei einem normalen Fahrprofil. Je dreimal wurden Luftfilter und Innenraumfilter getauscht. Dazu gab es einen Servicetermin für die Kühlflüssigkeit und den Inverter.
In den USA auch als Vollhybrid
Der amerikanische Prius ist übrigens, anders als bei uns, immer noch als Vollhybrid erhältlich. Zweiliter-Vierzylinder und Elektromotor erzeugen im Kilometerfresser 197 PS und 206 Nm Drehmoment. Bei uns ist das Auto inzwischen ein Plug-in-Hybrid mit 223 PS.
Somers' Toyota in der amerikanischen Einstiegsausstattung "LE" ist wie die europäische Version ein Fronttriebler. Und das dürfte auch einen Posten auf seiner Wartungsliste erklären, der sich nicht auf den ersten Blick erschließt.
Der Prius-Fahrer hat 13-mal die Räder umsetzen lassen. Vermutlich, weil die Abnutzung an der Vorderachse höher als an der Hinterachse ist. Um das auszugleichen, kann man die Räder "rotieren".

Bei uns ist der Prius inzwischen ausschließlich als Plug-in-Hybrid zu haben.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Laut eigener Angabe hatte der Wagen fünfmal einen Platten mit dem ersten Satz Reifen. Es ist davon auszugehen, dass die Beschädigungen geflickt wurden, denn Somers betont, dass er später einen neuen Satz eines anderen Herstellers gekauft habe, der ohne Plattfuß ausgekommen sei. Bedeutet: Für 160.000 Kilometer benötigte dieser Kilometerfresser nur zwei Reifensätze.
Während man das alles als normalen Verschleiß verbuchen kann, ging auch eine Sache kaputt. Beide Frontscheibenwischer mussten ersetzt werden. Ein Defekt, der eindeutig zu verschmerzen ist.
Aber warum fährt jemand so viele Kilometer in so kurzer Zeit? Laut den Kollegen von "The Drive" liegt das an Somers Beruf. Er transportiert Medizinprodukte zu Krankenhäusern und Pflegeheimen. Der Prius ist also streng genommen sein Arbeitsplatz.
Somers' Erfahrungen passen zu den Ergebnissen des AUTO BILD-Dauertests mit dem Toyota Prius. Unsere Redaktion absolvierte mit der vierten Generation 150.000 Kilometer und vergab am Ende die Note 1. Besonders bemerkenswert: Bei der anschließenden DEKRA-Zerlegung zeigten sowohl der Hybridantrieb als auch Getriebe keinen nennenswerten Verschleiß. Lediglich leichte Korrosionsspuren in Hohlräumen der Karosserie wurden festgestellt. Den ausführlichen Dauertestbericht zum Toyota Prius lesen Sie hier!
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