Tracktest Mitsubishi Racing Lancer Dakar
Spuren im Sand

Mitsubishi will VW auch den ersten Diesel-Sieg bei einer Rallye Dakar wegschnappen. Die neuen Racing Lancer sollen 2009 die VW-Touareg versägen. AUTO BILD MOTORSPORT hat den Racing Lancer schon vor der Premiere getestet.
- Reiner Kuhn
Vorhang auf zur großen Premiere. Am 2. Oktober 2008 präsentierte der Dauersieger der Rallye Dakar Mitsubishi auf der Paris Motor Show 2008 seinen neuen Wüstenwagen. Die Herausforderung der Neukonstruktion: Nach zwölf Siegen mit dem Pajero beginnt bei der wohl härtesten Motorsportveranstaltung der Welt eine neue Ära. Die Rallye Dakar tourt im Januar 2009 statt durch Afrika erstmals durch Südamerika. Und Mitsubishi schickt mit dem Racing Lancer ein völlig neues Rallyegerät zur Königstour durch Argentinien und Chile. Dabei setzen die Japaner erstmals auf einen Dieselmotor. Das Ziel ist klar. Nicht nur die seit 2001 haltende Siegesserie beim Marathon-Klassiker Rallye Dakar fortzusetzen, sondern zudem den Wettbewerbern Volkswagen und X-raid BMW den ersten Dakar-Triumph eines Autos mit Selbstzünder-Triebwerk wegzuschnappen. Darauf bereitete sich Mitsubishi unter anderem mit Tests in Marokko vor. Als sich das Tor des wie eine kleine Festung gesicherten Testcenters öffnet, steht vor uns aber nicht der pechschwarze Testwagen, sondern der erste von insgesamt vier brandneuen Mitsubishi Racing Lancer. Für uns kommen diesmal Weihnachten und Ostern zusammen. Erstmals darf ein Journalist einen Werkswagen noch vor dem ersten Wettbewerbseinsatz erfahren. Ein Dankeschön für das Vertrauen und rein in den Sandstürmer für die Rallye Dakar 2009.
Nur noch die Sitzposition erinnert an einen sportlichen Geländewagen

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Der Racing Lancer überzeugt mit verbesserter Stabilität und Fahragilität

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Ab ins Gelände. Wenn überhaupt, muss sich der Racing Lancer nur aus dem Stand etwas mühen. Ist die rund zwei Tonnen schwere Fuhre erst einmal in Bewegung, jagt das Auto mit Vehemenz durchs Gelände. Länge läuft. "Auf schnellen Abschnitten liegt der Neue schon deutlich besser als sein Vorgänger", bestätigt auch Dakar-Rekord-Sieger Stéphane Peterhansel. "Nur an der Abstimmung in engen Ecken und bei Sprüngen müssen wir an der Dämpfereinstellung arbeiten." Sand in Sicht. Jetzt gilt’s. Schnurstracks rein in den ersten Dünenhang. Hier, wo vor allem Motorleistung und Drehmoment zählen, soll der Racing Lancer seine neue Trumpfkarte ausspielen. Gut versteckt hinter der Vorderachse tief unter der Frontscheibe kauert der neue 3-Liter-V6-Dieselmotor. Das Triebwerk sitzt fast an der gleichen Position wie im Mitsubishi Pajero Evo. Logisch: wegen der Bodenfreiheit ist man am unteren Limit.
In Sachen Fahrgestell dürfte der Neue das Maß der Wüsten-Dinge sein

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