Seit Jahren sind Sondermodelle sowohl bei Reisemobilherstellern als auch bei Kunden beliebt. Der Grund? Das meist voll ausgestattete Wunschmobil kommt mit erheblichem Preisvorteil. Der Kunde muss so nicht lange überlegen, welches Extra er sich gönnt und welches nicht. Er nimmt einfach alle! Vorteil für den Hersteller: Er spart Zeit in der Produktion, weil die Kollegen am Band weniger individuelle Einzelfahrzeuge fertigen müssen. Ein solches Win-win-Wohnmobil von Kastenwagen-Spezialist VanTourer ist das Sondermodell Twenty20.DAS IST ER: Kompakt und doch alles drin und dran, was man braucht. Als Basis dient das bereits bekannte Serienfahrzeug VanTourer 600 D bzw. L, das auf Peugeot Boxer rollt. Der Kunde kann bei dem Sechs-Meter-Kastenwagen zwischen Längs- oder Querbett-Grundrissen wählen. Los geht es bei 50.990 Euro für den 600 D mit Heckquerbett, die Längsbettenvariante kostet 51.490 Euro. (Alles zum Thema Wohnmobile)

Innenraum überzeugt mit cleveren Details

Glanzstück für kühle Rechner
Kompakte Außenmaße – und doch alles drin und dran, was man braucht.
DAS HAT ER:
Vieles bereits serienmäßig, was bei anderen Herstellern zusätzlich kostet. Durch die zusätzliche Ausstattung des Sondermodells spart der Kunde 8789 Euro. Was besonders überrascht, ist die Wintertauglichkeit des Twenty20. Mit serienmäßiger Dieselheizung von Truma, verbrauchsarmem Kompressorkühlschrank und beheiztem Abwassertank (319 Euro) ist eine hohe Autarkie gewährleistet. Zum Kochen wird lediglich eine 2,8 Kilogramm schwere CampingGaz-Flasche benötigt. Das schafft auch Platz für mehr Stauraum! Daran mangelt es im Twenty20 nicht. In die Heckgarage lässt sich bequem auch großes Gepäck verstauen. Besonders clever sind die Staufächer, in die perfekt Kabeltrommel und Auffahrkeile passen. Noch mehr Stauraum gibt es durch die hochklappbaren Längsbetten. 

Viele clevere Lösungen

Apropos Heckgarage: Hier befindet sich auch gut zugänglich der Frischwassertank. Im getesteten 600-L-Grundriss mit Längsbetten überzeugen uns die Bequemlichkeit der Matratzen und das großzügige Raumangebot. Das Bett ist so groß, dass man mit 1,75 Meter Körpergröße auch bequem quer im Längsbett schlafen kann. Ein besonderer Clou dieses Bereichs ist die Möglichkeit, den Kopfbereich des Lattenrostes hochzustellen. Dann wird aus dem Bett ein gemütliches Lesesofa - perfekt für verregnete Tage. Bei der abendlichen Nutzung überzeugt das durchdachte und gemütliche Lichtkonzept. Alle Lampen sind stromsparende LED und verbreiten einen warmen Lichtton. 
Glanzstück für kühle Rechner
So sieht der Sitzplatz des Fahrers im mindestens 51.000 Euro teuren Twenty20 aus.
Ein weiterer Clou im VanTourer ist das Raumbad. Durch rundliche Schiebetüren im Wohnraum zwischen Sitzgruppe und Bett lässt sich der Platz im Bad erweitern. Ebenfalls erweiterbar sind der Tisch in der Sitzgruppe und die Sitzfläche der Sitzbank, die über eine Isofix-Kindersicherung verfügt. Beim Test fallen im Bereich der Küchenzeile gleich mehrere Dinge positiv auf: hochwertige Verarbeitung, stabile Druckknöpfe für die Schubladenverriegelung, Schubladen mit Vollauszug, Schränke mit genug Platz, um auch Öl- und Essigflaschen transportieren zu können, Gewürzregal sowie Waschbeckenabdeckung, die auch als Schneidbrett nutzbar ist.

Vorsicht vor der Stufe

Kompakter und bezahlbarer Begleiter
Vorsicht! Die Stufe zum Fahrerhaus ist eine Stolperfalle.
Vier Dinge stören jedoch an dem sonst so perfekten Kastenwagen: Der Einstieg zwischen Beifahrersitz und Küchenblock ist eng. Zudem gestaltet sich die Entnahme der Toilettenkassette doch recht kompliziert, da sie im Fahrzeug erst mal um 90 Grad gedreht werden muss, um sie schließlich herausziehen zu können. Laut VanTourer ist diese umständliche Lösung leider bauartbedingt. Ein weiterer Minuspunkt: Im Bad mangelt es an Stauraum und Ablageflächen. Und dann ist da noch die Stufe zwischen Wohnraum und Fahrerhaus, die schnell zu einer Stolperfalle werden kann.
SO FÄHRT ER: Abgesehen vom Löwen auf dem Lenkrad sind Cockpit, Instrumententafel und das Fahrverhalten identisch mit dem nahezu baugleichen Fiat Ducato. VanTourer spendiert dem Sondermodell statt des serienmäßigen 120-PS-Antriebs einen leistungsstarken 2,2-Liter-BlueHDi-Motor mit 165 PS. Damit verfügt der wendige Kastenwagen über reichlich Bumms, zudem gefällt die gut harmonierende Motor-Getriebe-Kombination. Beim Einparken leisten Rückfahrkamera und akustische Warnsensoren hinten (700 Euro) sehr gute Dienste. Zudem hat der Twenty20 noch Folgendes mit an Bord: Regen- und Lichtsensor sowie wärmeabweisende Frontscheibe (350 Euro), Radio mit USB, CD und Touchscreen (500 Euro), Ganzjahresreifen (200 Euro), Reifendrucksensoren (179 Euro), 16-Zoll-Alufelgen (499 Euro), Tempomat (299 Euro) sowie elektrisch anklapp-, verstell- und beheizbare Außenspiegel.

Bildergalerie

Fahrbericht: VanTourer Twenty20
Fahrbericht: VanTourer Twenty20
Fahrbericht: VanTourer Twenty20
Kamera
Fahrbericht: VanTourer Twenty20

Fazit

Der Twenty20 überzeugt als schicker Kastenwagen auf nur 5,99 Metern mit vielen cleveren Details, einem ausgeklügelten Wohnkonzept, guter Ausbauqualität, hoher Autarkie, Wintertauglichkeit und reichlich Ausstattung zu einem attraktiven Preis. AUTO BILD REISEMOBIL-Urteil: vier von fünf Sternen

Von

Helene Schmidt