Beim Elektronik-Wettrüsten mischt der neue 5er ganz vorn mit. Fahrdynamisch dürfte er die Messlatte wieder ein Stück höherhängen. Downsizing ist aber vorerst nur bei den Topmotoren ein Thema; aufgeladene Vierzylinder-Benziner lassen auf sich warten. Mercedes ist da schon weiter. Bayern und Tabellenführer? Keine Chance! In der Business-Liga liegt Stuttgart vorn. Gegen die angriffsstarke neue E-Klasse richtet der sechs Jahre alte 5er nichts mehr aus. Jetzt holt BMW die Limousine aus dem Formtief – was durchaus im wahrsten Wortsinn gilt. Markenfans, die mit dem Bangle-Hintern hadern, können aufatmen: Die neue 5er-Generation (Start März 2010, zwei Zentimeter länger als bisher) findet zur stilistischen Harmonie zurück. Schluss mit dem provokanten Formen-Wirrwarr; der vom 7er inspirierte Look hat Meister-Qualitäten.

Überblick: News und Tests zu BMW

5er BMW
Der Radstand wächst um zwei Zentimeter – das schafft Platz. Das gefällige Design folgt der Linie des BMW 7er.
Bild: Larson
Für die Technik gilt das Gleiche. Das Fahrwerk wurde weiter verfeinert, auf dem Speisezettel der Aufpreislisten stehen so leckere Sachen wie Wankstabilisierung, die Vierradlenkung aus dem 7er und das aktive Hinterachsdifferenzial des 5er GT. Um Verbrauch und CO2-Ausstoß weiter zu senken (erwartet werden zehn bis 15 Prozent Einsparung), hält die Start-Stopp-Technik künftig auch im 5er Einzug. Zunächst gehen aber nur die handgeschalteten Vierzylinder an der Ampel automatisch aus. Erst ab Frühjahr 2011 auch die Sechszylinder und Automatikversionen. Basismodell bei den Benzinern bleibt der 520i. Sein zwei Liter großer Vierzylinder-Sauger wurde auf mehr Effizienz getrimmt, legt von 170 auf 177 PS zu. Erst 2012 wird er durch einen gleich großen 200-PS-Turbo ersetzt, der in einer 250-PS-Version dann auch den Sechszylinder des 525i (drei Liter, 218 PS) überflüssig macht. Dieser bleibt bis dahin ebenso im Angebot wie der 272 PS starke 530i.

Hier geht es zur BMW-Markenseite von autobild.de

Das angesagte "Downsizing" (Turbo und weniger Hubraum zur Spritersparnis) wählt BMW zunächst nur bei Topmodellen. Der 540i schrumpft bei gleicher Leistung (306 PS) vom Vierliter-V8 zum doppelt aufgeladenen Dreiliter-Sechszylinder. Den 4,8-Liter-V8 im 550i (367 PS) ersetzt der aus dem 7er bekannte 4,4-Liter-Biturbo-V8 mit 407 PS. Bei den Dieselmotoren bleibt es beim Einstiegs-Vierzylinder 520d, der auf 180 PS zulegt und dank Start-Stopp-Systems nur fünf Liter verbrauchen soll. Ob wie beim 3er eine noch sparsamere Drosselvariante folgen wird, ist offen. Fest steht dagegen, dass bald der aus dem 1er bekannte Zweiliter-Biturbo-Vierzylinder den sechszylindrigen 525d ersetzen wird. Nach oben runden 530d (245 PS) und 535d (299 PS) die Palette ab.

Der 5er wird ein kleiner 7er

Die neue Achtstufenautomatik schaltet auch im Hybrid-5er, den BMW auf dem Genfer Salon im März zeigt. Technisch mixen die Münchner Komponenten der benzinelektrischen Versionen von X6 und 7er. Der Thermo-Generator, der aus Abgaswärme Strom gewinnt, kommt dagegen erst 2013. Dass der neue 5er ein kleiner 7er wird, zeigen nicht zuletzt die vom großen Bruder übernommenen Assistenzsysteme, vom Verkehrszeichendetektor bis zum Tempomaten mit Stop-and-go-Funktion und Auffahrwarner. Die Preise steigen leicht, sie dürften bei knapp über 37.000 Euro beginnen.

Fazit

Beim Elektronik-Wettrüsten mischt der neue 5er ganz vorn mit. Fahrdynamisch dürfte er die Messlatte wieder ein Stück höherhängen. Downsizing ist aber vorerst nur bei den Topmotoren ein Thema; aufgeladene Vierzylinder-Benziner lassen auf sich warten. Mercedes ist da schon weiter.