Vorsicht! Teure Fallen beim Autokauf
Kfz-Händlerverband warnt vor versteckten Kosten in Auto-Inseraten

Wer aktuell nach einem neuen Auto sucht, wird vor unseriösen Angeboten gewarnt: Ein Händlerverband kritisiert Lockvogelangebote auf dem Automarkt. Wer darauf hereinfällt, kauft einen überteuerten Neu- oder Gebrauchtwagen. Das sind die Tricks der Schummel-Händler!
Bild: DPA
Der Wettbewerb auf dem Automarkt wird härter: Der Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK) Deutschlands kritisiert eine "besorgniserregende" Zunahme von Wettbewerbsverstößen auf dem Automarkt – zum Nachteil der Kunden.
Unseriöse Händler versuchen, durch "Lockvogelangebote" in einem Neu- oder Gebrauchtwagen-Inserat ein Auto billiger aussehen zu lassen. Die Masche: Anfallende Mehrkosten werden einfach verschwiegen!
Damit sieht das angebotene Auto günstiger aus als die Konkurrenz und landet in der Suchanfrage auf einem Top-Platz. Autokäufer sehen möglicherweise gar nicht, dass noch versteckte Kosten dazukommen. Spätestens beim Übergabe-Termin auf dem Händlerhof merken viele es dann und beschweren sich – zum Beispiel beim BVfK. "Wir haben in den vergangenen Monaten dreimal so viele Anzeigen erhalten wie im Vorjahr", sagt Verbandspräsident Ansgar Klein.
Grund: Der ruinöse Wettbewerb im Autohandel, eine Folge von geringeren Gewinnmargen. Laut Klein setzen die Hersteller ihre Vertragshändler verstärkt unter Druck, das habe Auswirkungen auf den Gesamtmarkt. So kommt es, dass Händler "oft aus der Not" unseriöse Angebote machen.
Die Kostenfallen unseriöser Inserate
Das sind die miesen Tricks der Schummel-Händler:
- Verschwiegene Überführungskosten: Bei Neuwagen sind die Überführungskosten (bei Leasingautos heißen sie "Bereitstellungskosten") ein Standard, zumeist geht es um die tausend Euro. Sie werden zwar gesondert aufgeführt, gehören jedoch immer in den Endpreis. Bei unseriösen Inseraten werden sie verschwiegen – und erst bei Übergabe des Autos landen sie "überraschend" im Kaufvertrag.
- Geschöntes Zulassungsdatum: Statt einer (korrekten) Erstzulassung im Dezember 2022 steht im Inserat eine (falsche) Erstzulassung vom Januar 2023 – "ist ja nur ein Monat Unterschied". Das Auto wird vom Händler damit künstlich jünger gemacht, das Inserat wirkt attraktiver. Oft sieht der Käufer diese Lüge erst beim Blick auf die Zulassungsbescheinigung.
- Eingepreiste Elektroauto-Kaufförderung: Beliebt ist bei neuen Elektroautos und Plug-in-Hybriden, die volle Kaufförderung in den Verkaufspreis einzubeziehen, obwohl sie vom Käufer extra beantragt werden muss und erst Monate später erstattet wird. Hinzu kommt, dass eine maximale Bewilligung von 6000 Euro nicht garantiert werden kann, weil der Käufer bestimmte individuelle Kriterien (Einkommenshöhe, Kinder) erfüllen muss.
- Zu niedrige Monatsraten: Um in den Autobörsen ganz oben zu landen, drücken Trickser die monatliche Rate bei Leasing oder Ratenkauf. Das dicke Ende kommt buchstäblich zum Schluss: mit einer sehr hohen Schlussrate, die im Kleingedruckten versteckt oder ganz verschwiegen wird. Beispiel: Ein BMW X5 (wurde für 366 Euro Monatsrate offeriert – real wären laut BVfK mindestens 1100 Euro).
- Lockvogel-Barkauf: Besonders dreist ist diese Variante, in der ein Schnäppchenpreis als Barkauf im Inserat steht – der aber beim Vor-Ort-Termin "leider" nicht mehr aktuell ist! Stattdessen werden den Kunden dann überteuerte Finanzierungen zu überhöhten Zinsen in Aussicht gestellt.
Meldung von Verstößen an den Verband
Der BVfK vertritt mehr als tausend freie Kfz-Händler in Deutschland – auch als Rechtsbeistand. Werden unseriöse Inserate gemeldet, geht der Verband gerichtlich dagegen vor. So wurde im August 2026 die Kaufbörse auto.de erfolgreich abgemahnt. "Mir ist bisher kein Fall begegnet, wo so viele Verstöße zugleich zu finden waren", sagt BVfK-Präsident Klein.
Wer einem unseriösen Angebot begegnet, wird von Klein um Meldung über die BVfK-Website gebeten. Zugleich appelliert der Verbandsvertreter an die Politik, für stärkere Wettbewerbsaufsicht zu sorgen: "Wir schaffen es nicht allein!"
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