VW Amarok Engine Swap
Total verrückt: VW Amarok mit 6,0-Liter-V12-Diesel
Was nicht passt, wird passend gemacht: In Großbritannien hat eine Tuningwerkstatt den V12-Diesel aus dem Audi Q7 in einen VW Amarok verpflanzt!
Bild: AUTO BILD
Diesel statt Benzin, zwölf statt vier Zylinder, 5934 statt 1984 ccm Hubraum und 500 statt 160 PS: Dieser VW-Amarok-Umbau hat es in sich! In Großbritannien hat eine Tuningwerkstatt den V12-Diesel von Audi in einen optisch serienmäßigen VW Amarok gebaut. Kaum zu glauben, aber der gigantische Motor passt tatsächlich!
Aber fangen wir vorne an. Verantwortlich für den Frankenstein-Amarok ist eine britische Werkstatt mit dem Namen "Darkside Developments", die sich auf Diesel-Tuning spezialisiert und über die Jahre schon einige beeindruckende Projekte realisiert hat. Darunter auch verschiedene VW Amarok, die fürs Gelände und tatsächlich auch für den Rennstrecken-Einsatz umgebaut wurden. Das neueste Vorhaben ist aber selbst für die Männer von Darkside Developments ein ganz neues Level!

Auf diesem Foto wirkt der VW Amarok geradezu harmlos. Doch das wird sich in Zukunft ändern.
Bild: youtube/Darkside Developments
Der Amarok wurde aus Australien importiert
Alles begann mit einem weißen VW Amarok als Einzelkabine – der Pick-up wurde aus Australien importiert. Warum Australien? Ganz einfach, weil der Amarok in Großbritannien nur als Doppelkabine erhältlich ist. Gekauft wurde der Amarok ohne konkreten Hintergedanken. Doch als er vor etwas mehr als zwei Jahren in der Werkstatt ankam, hatten die Jungs eine verrückte Idee.
Wie wäre es, den weltweit ersten VW Amarok V12 zu bauen? Aus der fixen Idee wurde ein Vorhaben – und jetzt, nach über zwei Jahren, passt der V12 tatsächlich in den Motorraum des Amarok.
Motor aus dem Audi Q7 V12 TDI
Da die Werkstatt aufs Diesel-Tuning spezialisiert ist, kam nur ein Motor infrage: Der 6,0-Liter-V12-Diesel aus dem Audi Q7 V12 TDI, der nur zwischen Ende 2008 und Anfang 2012 angeboten wurde. Streng genommen ist der Zwölfender mit den Motorkennbuchstaben CCAG eigentlich ein 5,9-Liter-Motor, aber da wollen wir mal nicht päpstlicher als der Papst sein.

Selbst im Audi Q7 ist der Motorraum mit dem V12-Diesel komplett ausgefüllt. Er leistet 500 PS und 1000 Nm.
Bild: youtube/Darkside Developments
Als Spenderfahrzeug wurde ein weißer Q7 V12 TDI mit Unfallschaden besorgt. Anschließend machte sich das Team an die Arbeit. Den V12 aus dem Q7 auszubauen, war ein leichtes Unterfangen; anschließend wurde er gecheckt und, wo nötig, mit Neuteilen ausgestattet.
Jetzt begann die eigentliche Arbeit. Dass der Motorraum des VW Amarok nicht für einen riesigen V12 ausgelegt ist, dürfte wenig überraschen. Ab Werk war ein Dreiliter-V6-Diesel mit 258 PS das höchste der Gefühle.
Um beim Einbau keine bösen Überraschungen zu erleben, wurden Motorraum und V12 mittels 3D-Scan vermessen. Parallel gab es aber noch eine andere Baustelle: Im Audi Q7 ist der V12 an eine Sechsgang-Tiptronic gekoppelt, Darkside Development wollte aber lieber eine Handschaltung für den Amarok haben.
Sechsgang-Handschaltung statt Automatik
Nach einiger Recherche fiel die Wahl auf ein T56-Sechsganggetriebe von Borg Warner, das in verschiedensten Muscle Cars wie Chevrolet Corvette C5 und Dodge Viper, aber auch im Aston Martin Vanquish eingesetzt wurde. Besonders wichtig: Das Getriebe musste dem brutalen Drehmoment von 1000 Nm gewachsen sein!

Der Beweis, dass es passt: Der gigantische Motor steckt im Motorraum des VW Amarok.
Bild: youtube/Darkside Developments
Um die Sechsgang-Handschaltung an den V12 anzuflanschen, musste eine Adapterplatte gefertigt werden. Erst als Motor und Getriebe fertig waren, kam der große Moment: die Hochzeit!
In einem Youtube-Video ist der gesamte Vorgang des Einbaus zu sehen. Dank des 3D-Scans war klar, dass ein Teil der Spritzwand weggeflext werden musste, um die Aussparung für das Getriebe zu vergrößern. Außerdem musste ein Teil des vorderen Chassis angepasst bzw. versetzt werden, um Platz für den V12 zu machen.
Als alle Vorarbeiten abgeschlossen waren, wurde der Brocken von einem Motor per Gabelstapler behutsam in den Motorraum gehievt. Auch wenn es zu Beginn nicht so aussah: Der V12 passt tatsächlich in den VW Amarok.
Zwar ist damit ein großer Teil geschafft, doch bis zur ersten Probefahrt haben die Jungs noch viel Arbeit vor sich. Wenn der Amarok dann aber irgendwann fertig ist, ist es nicht nur ein einmaliges Projektfahrzeug, sondern auch ein echtes Spaßauto. Haben wir schon erwähnt, dass die Kraft des V12 nur an die Hinterräder geht?
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