"Manche Visionen müssen reifen, bis aus ihnen Neues entstehen kann." So steht es in der Pressemitteilung zum neuen VW Bulli. Das trifft es ganz gut, denn immerhin ist es zehn Jahre her, dass VW die erste Studie eines kleineren Lifestyle-Transporters vorgestellt hat. Microbus hieß sie damals, jetzt kehrt VW auf dem Autosalon in Genf (3. bis 13. März) zum Namen Bulli zurück. So tauften die Deutschen den ersten VW-Transporter T1, der vor 60 Jahren eine neue Fahrzeug-Gattung schuf. Der in Genf präsentierte Bulli trägt, wie einst der legendäre Samba-Bus, eine Zweifarbenlackierung, in diesem Fall in Weiß-Rot. In Weiß gehalten ist das "V" der Motorhaube, auf dem das riesige VW-Logo prangt.
VW Bus Concept
Das Heck fällt ab wie eine Schrankwand, hinter Klappe ist ein 370 Liter großer Kofferraum.
Bild: Werk
Um das grüne Gewissen anzusprechen, hat VW dem Bulli ein Elektroherz eingepflanzt. Das bezieht seine Power aus einer 40 kWh großen Lithium-Ionen-Batterie und leistet immerhin 115 PS und stellt 270 Newtonmeter Drehmoment bereit. In 11,5 Sekunden beschleunigt der neue Bulli von 0 auf 100 km/h, bei 140 km/h erreicht der Volkswagen die Höchstgeschwindigkeit (elektronisch abgeregelt). Einen Ganghebel gibt es nicht, er ist überflüssig. Dafür werden der Vorwärts- oder Rückwärtsgang über Tasten eingelegt. Der Ladevorgang der Batterie an einer öffentlichen Ladestation soll gerademal eine Stunde dauern. Weil der Elektroantrieb sicher keine billige Lösung darstellt, kommen für den Antrieb auch kleine TDI- und TSI-Motoren in Frage.

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Innen gibt der Bulli den hochmodernen Spartaner. Ein iPad dient als multifunktionaler Touchscreen.
Bild: Werk
Die Neuauflage des Bulli ist 3,99 Meter lang, 1,75 Meter breit und 1,70 Meter hoch. Mit einem Radstand von 2,62 Metern hat er immerhin Platz für sechs Passagiere auf zwei durchgehenden Sitzbänken, obwohl er nur etwa so lang ist wie ein Polo. Die kastige Form ist der optimalen Nutzung des Raumes geschuldet. Selbst bei voller Besetzung bleiben 370 Liter Kofferraum. Beifahrer- und Mittelplatz (2/3) der vorderen Sitzbank lassen sich klappen, die Rücksitzbank kann komplett umgeklappt werden. Dann erhöht sich das Ladevolumen auf bis zu 1600 Liter. Außerdem lässt sich aus den Sitzbänken eine Liegefläche basteln – wie einst im seligen Samba-Bus.
Innen ist der Bulli eingerichtet wie aus den Designerkatalog: Alle ist klar und minimalistisch, aber auch sehr schick. In der Mittelkonsole dient ein herausnehmbares iPad als multifunktionaler Touchscreen. Parallel zu den internetbasierten iPad-Applikationen und der Mediathek lassen sich so Funktionen wie die Bluetooth-Freisprecheinrichtung und das Navigationssystem steuern. Direkt in die iPad-Halterung integriert sind die Bedienelemente der Klimaanlage sowie der zentral angeordnete Warnblinkschalter. Über die gesamte Breite des Cockpits verläuft ein Band mit Belüftungsöffnungen. Die Tachoeinheit bildet einen Halbkreis mit einem Multifunktionsdisplay, das ebenfalls alle wichtigen Funktionen wie Navigationssystem, Telefon, Bordrechner und Mediathek abbildet und sich über die Tasten am Lenkrad steuern lässt. Wie gesagt, alles sehr schick. Aber auch realistisch? Wir werden sehen, der Bulli soll 2014 seine Wiedergeburt feiern.